Blutformel


Nikki Lauda sagte mal in einem selbstkritischen Moment, er hätte es satt, ständig im Kreis herumzufahren. Ich selbst geniesse es immer noch, von Zeit zu Zeit meine Carrera-Bahn aufzubauen und die Flitzer aus den Kurven zu treiben.

Aus den Kurven hätte es eigentlich auch die schwerreichen Ignoranten tragen müssen, die – angeführt vom Formel-Eins-Ekelpaket Bernie Ecclestone- in Bahrein ihre Rennparty veranstaltet haben.  Bernie verstieg sich sogar zu der Aussage, es solle doch ein Erdbeben in Bahrein geben, damit die dortigen Einwohner einen Grund zum Klagen hätten.

Na gut, das ist halt Bernie Ecclestone: Geschenkt.

Hopfen und Malz verloren. 

Aber dann gibt es da die glattrasierten kleinen Schwätzer mit dem immer gleichen Dialekt in der immer gleichen Kleine-Jungen-Stimmlage, die die Rennwagen dort fahren.  Die Niko Rosbergs, Sebastian Vettels und Timo Glocks.  Die sehen nicht nur alle irgendwie gleich aus, sondern die sind alle irgendwie gleich gestrickt. Ihr Hirn unter der Rennhaube scheint auf eine einzige Funktion reduziert: Im Kreis fahren, möglichst schnell, möglichst emotionslos, möglichst entsext und möglichst viel Geld scheffeln.

Über die Leitplanken hinaus können sie mit ihrem stur auf den Asphalt gerichteten Blick gar nicht mehr sehen, sie haben sich selbst  Scheuklappen angelegt und ähneln Rennpferden:

  • Viel Speed bei wenig Hirn.

So also sind sie Vorbild für eine Generation von jungen Männern, die sich nur mit sich selbst beschäftigten, an ihren I-Pods rumfingern, sich selbst befriedigen und sich immer im Kreis bewegen. Ohne jemals den Kopf zu heben und zu bemerken, daß es Sterne am Himmel gibt und Elend auf der Erde.

Sie sind phantasielos und ohne jegliche Perspektive, die über ihr eigenes Wohlergehen und das ihrer Oma ( = Vettel entblödete sich nicht, im blutgetränkten Wüstensand via TV seiner Oma gute Besserung zu wünschen…) hinausgeht.

Sie ähneln zweidimensionalen Wesen  und ihr Moralbegriff endet bei der Empörung, daß Einer den Anderen beim Überholen von der Fahrbahn gedrängt hat.

Kein Wunder also, daß es ihnen schnurzpiepegal ist, wo sie um sich selbst kreiseln. Man wünscht sich einen Kreisel, der sie so aus der Bahn wirft, daß sie in den benachbarten Slums landen und dort von den Eingeborenen gründlich geerdet werden. Vielleicht schaltet dann der Eine oder Andere die Reste seines Gehirns ein und entwickelt so Eigenschaften wie Mitleid und Moral.

P.S.:

Der Prototyp, dem sie nacheifern, ist auch nicht besser. Er ist schon in die Jahre gekommen, kam mit seinem Leben nach der Formel Eins nicht zurecht und fährt derzeit glattrasiert, mit hoher Stimmlage schwallend, daß man eh nichts ändern könne,  und mit vorgerecktem Kinn seiner Form und den meisten seiner Erben hinterher.

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Märchenstunde


Once upon a time…

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Bitte bitte: Maulkorb für Parlamentarier


Wie schade. Erneut muß eine Hoffnung fahren gelassen werden.  Ich fand das eine Pfundsidee, Parlamentarier des Bundestags nicht mehr zu Wort kommen zu lassen. Das Ganze war wirklich klasse, nur die Definition, wer künftig den Maulkorb bekommt, wäre noch zu überarbeiten.

Kein Rederecht mehr für sämtliches Geschwalle ohne Niveau, für Nachbeter der Regierungs-und Oppositionsführermeinung und für Vorbeter des Kapitals und Prediger der deutschen Kriegseinsätze in aller Welt, für Gesundbeter der Pharma-und anderer Industriekomplexe,  kein Rederecht für Pfaffensöhne und Pastorentöchter aus dem dieseitigen Westteil und der vormaligen Ostzone, kein Rederecht mehr für Heiligsprecher des Vatikans und der dort angestellten Kinderfreunde, kein Rederecht mehr für Sparschweine aller Parteien, die das Verarmungsprogramm Hartz4 ff aufgelegt haben  – ja dann:

  • Dann wäre der deutsche Bundestag ein Ort der Meditation, ein Ort des Schweigens und ein Ort der Stille.
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Das große Sowohl-als-auch


Es ist schon ein Jammer, was Sigmar Gabriel im Spiegel-Interview zum Thema Grass so von sich gibt. Das ist so glatt gewienert, dass man nicht erkennen kann, ob der Mann jemals so was wie eine eigene Meinung hatte oder nur die Summe der Worthülsen einer uralten opportunistischen Partei in sich gesammelt hat und nun dort entsorgt.

Grass sei ein „streitbarer Literat“, der „weiterhin“ der  SPD im Wahlkampf helfen solle.

„Im Kern ist das Gedicht doch ein Hilferuf“, meint Gabriel.

Die „Verkürzungen“ und „Gleichsetzungen“ dürfe „man einem Sprachgewaltigen wie Günter Grass durchaus vorhalten“.

Es sei „absehbar, dass sich die selbsternannten Hüter der Political Correctness die Chance nicht entgehen lassen würden, endlich mal die große Keule gegen Grass auszupacken. Sie wollten es diesem von ihnen so genannten Gutmenschen endlich einmal richtig geben. Hinzu kam, dass Grass lange Zeit seine Mitgliedschaft als junger Mann in der Waffen-SS nicht öffentlich gemacht hat.“

Und Gabriels „politische Biografie ist durch Schriftsteller wie Günter Grass und auch Heinrich Böll geprägt.“

Nun, lieber Sigmar Gabriel, wenn es überhaupt einen gibt, der kein Gutmensch ist, dann ist es einer, der im Vollbesitz seiner Sinne sich nicht etwa zur Landesverteidigung meldet, sondern sich freiwillig der Waffen-SS anschließt. Und das nun als Jugendsünde zu verharmlosen und Kritiker von Grass in die engstirnige Ecke zu stellen, ist der „Sowohl“- Teil des berühmten Sowohl-als-auch-Prinzips der deutschen Spezialdemokratie.

Der „als auch“-Teil sind dann die Verkürzungen und Gleichsetzungen des Günter Grass. Nur: Es gibt in diesem sogenannten Gedicht keine solchen, sondern ein klar formuliertes antisemitisches Feindbild. Und das ist mit letzter Tinte „wortgewaltig“geschrieben, so wie er mit seiner ersten Tinte den Beitritt in die Waffen-SS schrieb.

Ein Hilferuf sei das Gedicht. Ein Hilferuf, den aufziehenden Krieg im Nahen Osten zu verhindern. Falsch. Es ist ein Hilferuf nach Aufmerksamkeit und gegen das Vergessen des Literaturnobelpreisträgers selbst, der Angst hat, in der (ihm auch literarisch zustehenden) Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Sigmar Gabriel ist natürlich stromlinienförmig im sozialdemokratischen Mainstream und hat selbstverständlich eine Biographie, die sowohl von Grass als auch von Böll geprägt ist. Wie die Biographien sämtlicher SPD-Vorsitzenden vor ihm hat er eine solche Schmalspurkultur in sich. Die Zeiten, daß ein Sozialdemokrat sagt, seine politische Biographie sei sowohl von Marx und Engels als auch von Rosa und Karl geprägt sind lang vorbei. Seit hundert Jahren bietet die SPD ein Bild des Jammers. Sowohl  literarisch als auch politisch.

Danke Sigmar, daß Du das mal wieder sowohl klargestellt als auch bestätigt hast.

„So geht das nicht, sagt der alte Sozialdemokrat und spricht

… nur ändern, das will er nichts! „(Degenhardt)

 

 

 

 

 

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O, wie ist das schön!


Danke CDU. Du willst Dich liften lassen? Dann mal los:

Schönheitsoperationen bei Minderjährigen sollen in Deutschland nach dem Willen von Gesundheitsexperten aus CDU und CSU verboten werden. Das geht aus einem Papier hervor, in dem sie Nachbesserungen am Patientenrechtegesetz fordern, das die Bundesregierung derzeit erarbeitet. Verboten werden sollen laut dem Papier „Schönheits-OPs an Minderjährigen, die keine medizinische Grundlage haben“.  via: Süddeutsche Zeitung

Prima. Bin ich auch für.  Nur noch dringend notwendige Schönheitsreparaturen bei Totalschaden und/oder starker Schlagseite sollen erlaubt sein.  CDU-Politiker unters Messer, zum Beispiel:

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