Der Teufel wars!


Im kath.net, ein nach eigener „unabhängiges, katholisches, österreichisches Internetmagazin, dessen Aufgabe die Verbreitung von Nachrichten aus der katholischen Welt ist“ , liest man  am 29.10.2010 folgendes:

„Der bekannte römische Exorzist Pater Gabriele Amorth ist fest davon überzeugt, dass die Angriffe auf Papst Benedikt im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen vom Teufel eingeflüstert worden sind. Der Teufel benütze auch Priester.

Rom (kath.net)
Der bekannte römische Exorzist Pater Gabriele Amorth ist fest davon überzeugt, dass die Angriffe auf Papst Benedikt im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen vom Teufel eingeflüstert worden sind. „Da gibt es keinen Zweifel“, sagte der 85-jährige Amorth dem italienischen TV-Nachrichtendienst News Mediaset wie der ORF berichtet…Der bekannte Exorzist erinnerte daran, dass Benedikt ein wunderbarer Papst und würdiger Nachfolger von Johannes Paul II. sei. Der Teufel benütze im übrigen durchaus auch Priester, um die Kirche zu treffen, meinte er zu den Missbrauchsfällen: „Er bekämpft die Kirche über die Männer der Kirche“, denn auch diese lebten in der Welt und könnten somit wie alle anderen den Versuchungen erliegen.“

Na, wenn das nicht die Neuauflage der „fünften Kolonne“ , der „Dolchstoßlegende“ und des armen in Versuchung geratenen Don Camillo ist. Auch nett: Das Glaubenspaket taufe für 9.-€. 🙂

Aber bereits 2002  schrieb „the onion“:

Papst vergibt missbrauchten Kindern

Benedikt Ratzinger

VATIKAN – Papst Benedikt XVI. nannte die Vergebung “eines der Werte, die uns Jesus gelehrt hat” und sprach Kinder, die von Priestern missbraucht wurden, am Montag von allen Sünden frei.

“Obwohl schwerwiegende und schreckliche Sünden begangen wurden, lehrt uns der Herr, die andere Wange hinzuhalten und jenen zu vergeben, die sich an uns versündigten”, sagte der Papst, als er eine vorbereitete Erklärung auf dem Balkon verlas, der den Petersplatz überblickt. “Das ist der Grund, warum die Kirche trotz der schrecklichen Fehler, die begangen worden sind, weitergehen muss und den Kindern für ihre Untaten vergeben.”

“Wie Jesus sagte: ‚Jene, die ohne Schuld sind, mögen den ersten Stein werfen‘, fuhr der Papst fort. “Wir müssen diesen zehntausenden – vielleicht hunderttausenden – Kindern, deren sündige Wege so viele Kirchendiener zu lustvollen Verstößen gegen ihren heiligen zölibatären Schwur verführten, eine klare Botschaft schicken. Die Kirche vergibt ihnen für ihre Überschreitungen und sieht nicht mit Intoleranz auf sie herab, sondern mit Mitgefühl.”

Die päpstliche Erkläung erfolgt als Antwort auf die öffentliche Empörung über den Sex-Skandal, der die Kirche in den USA, in Irland, in Deutschland und in anderen Ländern heimsucht. Obwohl Beobachter feststellen, dass die offizielle Kirchendoktrin solche Übertretungen verurteilt, ist die Entscheidung des Papstes dazu gedacht, die Bereitschaft der Kirche zu demonstrieren, den Skandal hinter sich zu lassen und das öffentliche Vertrauen wieder herzustellen.

“Indem er diesen Kindern, vor allem kirchgängigen Jungen zwischen 5 und 15 Jahren, vergibt, hat der Papst wahre christliche Nächstenliebe gezeigt”, sagte Vater Thomas O’Malley, ein Mitglied der New Yorker Erzdiözese und einer der vielen Priester, denen sexuelle Aktivitäten mit Minderjährigen vorgeworfen werden. “Der Papst sagt, dass diese sündigen Kinder in ihrer eigenen Weise auch Opfer sind. Durch ihre Absolution schickt er die wichtige Botschaft, dass Empathie, was auch immer Neinsager und Kritiker in den säkularen Medien uns weismachen wollen, durchaus einen Platz im modernen Katholizismus hat.”

Die Massenabsolution wird von Kirchengelehrten als eine der progressivsten Handlungen des Vatikans seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahre 1962 gehandelt.

“Man kann die Bedeutung dieses Traditionsbruchs nicht genug betonen”, sagte der Laienverwalter Bruce McConnachie der Erzdiözese von Los Angeles. “Schließlich gilt der Akt der Priesterverführung laut Kirchendoktrin als schlimme Sünde gegen die Gesetze Gottes, strafbar durch Verbannung zur Hölle für alle Ewigkeit. Aber der Papst hat all dies beiseite gelassen. Was geschehen ist, ist geschehen. All diese unanständigen, sexy kleinen Jungs sollten dankbar sein. Obwohl diese Jungen so viel getan haben, um den zölibatären Priesterschwur zu unterwandern, verdienen sie immer noch Gottes Liebe.”

Margaret Leahy, 39, Mutter von einem der Verführer, drückte ihre Erleichterung über die Erklärung des Papstes aus.

“Monatelang befüchtete ich, dass mein Junge – wie Dutzende andere, die mit Vater Halloran sündige Taten vollbracht haben, bevor er vor weiterer Verführung durch ihre vorpupertären Hände in Sicherheit gebracht wurde, indem man ihn in eine andere Gemeinde versetzte – zur Hölle fahren würde für das, was er getan hat”, sagte Leahy. “Es ist eines der schrecklichsten Gefühle, die eine Mutter haben kann. Aber dank der Vergebung des Papstes ist dieser lange Albtraum endlich vorrüber. Er war zu der Zeit nur acht Jahre alt. Er wusste es nicht besser. Danke, Ihre Heiligkeit, dass Sie meinem kleinen Timothy eine zweite Chance zur Erlösung gegeben haben…..”

Quelle: TheOnion.com, gekürzt und aktualisiert in „aufklärung 2.0“

Über hermanitou

I believe in evolution of all creatures. All creatures are equal. Man is rational. Love is essential. War is evil. Religion can be a value for some men or women, but without political or moral power. Everyone is free but responsible. Slavery is a crime!
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3 Antworten zu Der Teufel wars!

  1. petersemenczuk schreibt:

    Der Papst kann keinem Menschen die Sünden vergeben,
    der solch einer Gotteslässterlchen Kirche vorsteht.
    Seit wann kann Finsternis- die Finsternis bei anderen
    Menschen austreiben fragt Christus?

    Eine Lehre und Theologie zu verkündigen,
    die weder Gott noch sein Christus,
    gestiftet und gelehrt hat seinen Jüngern,
    ist der erste Schritt in die Verdammnis des Verkündiger und Kirche,die solchen Irrlehren glaubt und akzeptiert.

    CHRISTUS allein, ist die Tür in das Reich Gottes,
    1.einmal für den Menschen und Sünder, der ein Christ werden will;
    2. und zum andern,für den ,der ein geistliches Amt vor Gott anstrebt: WER woanders einsteigt,
    der ist ein DIEB und ein MÖRDER sagt Christus.
    Johannes 10, 1-9

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  2. neglectable schreibt:

    Schon erstaunlich, wie wenige bei der der Zwiebel (TheOnion.com) Satire als solche erkennen. Weniger erstaunlich, daß es meist die leicht Verblendeten sind, petersemenczuk. Immerhin ist der Papst doch unfehlbar, also kann er. Nebenbei ist ein Dieb und ein Mörder, wer nicht durch die Tür in die Schafhürde geht – laut besagter Stelle. Wenn schon, dann richtig zitieren.

    Tja, Bandit, Verrat hat eben viele Gesichter. Gerade der intrigante Verein christlicher junger Männer in Rom ist da prädestiniert. Merke: alle geschlossenen Gesellschaften brauchen das Wort vom Schurken gegen das System. Teufel aber auch. Und hätte Amorth nicht hinzugefügt, was für einen grandiosen Papst unser Ratzinger abgibt, hätte er sich da schon selbst verdächtig gemacht, im Sinne der eigenen Aussage.

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