USA: Mit Obama siegt auch das liberale Amerika


Dienstag Nacht wählte ein Land, das einst schwarze Menschen als Eigentum verkaufte, ein zweites Mal einen Schwarzen in das höchste Amt.  Zweimal hat auch Virginia, einst Zentrum der alten Südstaaten, seine Wahlmänner zugunsten des ersten schwarzen Präsidenten gewählt. Obwohl Barack Obamas Präsidentschaft sehr häufig die  liberalen und moralischen Werte zugunsten unzähliger Maßnahmen der nationalen Sicherheit über Bord warf, ist allein seine erneute Präsidentschaft ein Triumph des amerikanischen Liberalismus.

Der Triumph des Liberalismus in den Wahlen 2012 geht weit über die Wiederwahl des ersten schwarzen Päsidenten der Vereinigten Staaten hinaus:

Wenn der nächste Senat vereidigt wird, wird Wisconsins Tammy Baldwin dort Platz nehmen, als erstes offiziell homosexuelles Mitglied des amerkanischen Oberhauses.

Colorado und Washington stimmten dafür, Marihuana zu legalisieren, wenn es „zur Entspannung“ geraucht wird und erzeugen  damit einen unvermeidlichen Konflikt zwischen dem unmoralischen Krieg gegen Drogen  der Regierung und einer Wählerschaft, die dieses Krieges immer mehr überdrüssig ist.

Zwar stimmten die Kalifornier nicht für die Abschaffung der Todesstrafe, aber sie stimmten für Steuererhöhungen und schränkten das „Drei-Fälle“-Gesetz ein, das automatisch lebenslängliche Freiheitsstrafe verordnete für Personen, die wegen dreier Straftaten verurteilt wurden.

Die Unterstützer der gleichgeschlechtlichen Ehe gewannen gleich in vier Staaten, zum ersten Mahl an der Wahlurne anstatt wie bisher vor Gericht.

In Maryland wurde für das Recht illegaler Einwanderer auf Bildung gestimmt, die in die USA als Kinder gebracht wurden.

Die Kandidaten für den Senat, Todd Akin  („e s gibt legale Vergewaltigungen“) und Richard Mourdock, die als die am meisten rückständigen Symbole für die Agenda der Republikaner hinsichtlich der Rechte von Frauen gelten, wurden geschlagen.

Obama verdankt die zunehmende Mehrheit für die Politik der Demokraten vor allem auch der Entscheidung der Republikaner,  sich nahezu jede signifikante Minderheit im Land zu verprellen.

Die Republikaner nahmen die Sorgen der Schwulen und Lesben, der Frauen und Minderheiten nicht ernst und bezeichneten deren Anliegen als „Wunschlisten spezieller Interessen“. Die politische Rechte warf George W. Bushs Versuch einer Reform der Einwanderergesetze 2006 über Bord und lieferte sich damit vollständig den Aktivisten und Vertretern einer totalen Ausländerfeindlichkeit aus.

Amerikanische Muslime, die einst in großer Mehrheit für Bush stimmten, liefen zu Obama über, weil sie von Republikanern zunehmend als „fünfte Kolonne“ betrachtet werden.

Die Republikaner waren scharf darauf, jegliche Initaitive von Obama egal welcher Art abzuschmettern. Daher versuchte die GOP (Grand Old Party) auch, die Aufhebung der Richtlinien des Militärs zu verschleppen, die Schwule und Lesben den aktiven Militärdienst verbietet. Sie stürzten sich auf das Abtreibungsverbot und die Geburtenkontrolle.  Mitt Romney hat nicht allein die Wahl verloren, sondern die Republikaner waren mit dieser Politik nicht mehrheitsfähig.

„Das Zeitalten von Reagan ist offiziell vorbei, und die Mehrheit von Obama ist die einzige Mehrheit, die wir haben“, sagte Ross Douthat, ein konservativer Kolumnist der New York Times. Es ist Obamas  Bündnis aus Frauen, Minderheiten und Jungwählern.

Über hermanitou

I believe in evolution of all creatures. All creatures are equal. Man is rational. Love is essential. War is evil. Religion can be a value for some men or women, but without political or moral power. Everyone is free but responsible. Slavery is a crime!
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2 Antworten zu USA: Mit Obama siegt auch das liberale Amerika

  1. rainer kühn schreibt:

    Dein Blog in God´s own Country-Gehörgang. – But, i don´t believe. Obama ist auch nur ein Präsident der Chronologie des widersprüchlichsten und stärksten Staates, der die Welt widersprüchlich (noch) beherrscht. Ganz formal könnte ich sagen: Ich freue mich hier ja auch nicht, wenn Steinbrück die Merkel gewinnt. – Wahlen sind Qualen, auf keinen Fall Ausdruck von Demokratie.

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  2. hermanitou schreibt:

    Das Merkel und der Bochumer Stadtwerker unterscheiden sich ja nicht mal in Nuancen. – In den USA gab es – so sehe ich das jedenfalls – schon eine reale Richtungsentscheidung – und ein in vollem Saft stehender Obama, der sagt, er trete für Chancengleichheit von allen, egal welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe, welchen Glaubens etc. ein, ist mir allemal lieber wie diese blutlose Kanzlerin, die gerade ohne großen Widerstand Europas sozlale Errungenschaften zerstört und ganze Staaten auspresst. Schweinchen Schlau wird eh nicht Kanzler, aber er ist genauso blutleer wie die Kanzlerin. So was wie Ideale, Überzeugungen oder ein großes Ziel haben die nicht. – Obama und seine Unterstützer schon.

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