Israels „Iron Dome“


Während der letzten Tage waren viele Rauchwolken am Himmel über Israel zu sehen, als das Luftabwehrsystem „Iron Dome“ Raketen, die von Gaza abgefuert wurden, abfing.

Hier sieht man Rauchspuren, als Iron Dome eine Rakete abfängt, die in Gaza, nahe der Stadt Sderot am 15. November 2012 abgefeuert wurde.

Über 500 Raketen wurden während der letzten Tage auf Israel abgefeuert, davon wurden 184 von Iron Dome abgefangen, wie eine Militärsprecherin mitteilte.

„Es ist unglaublich, wie  zuverlässig Iron Dome funktioniert“, sagte ein israelischer Militärsprecher  der Zeitung „The Telegraph“, „Obwohl die Situation für die Bürger im südlichen Israel sehr schwierig ist, können wir uns nur ausmalen, wie schwierig sie ohne dieses Verteidigungssystem wäre“.

 
Was ist denn nun eigentlich „Iron Dome“?

 
Während des Krieges zwischen Israel und Libanon 2006 wurden tausende von Rakten auf Israel abgefeuert, 44 Zivilisten wurden getötet und Tausende mussten ihre Wohnungen räumen. Sogar nach diesem Konflikt musste die Bevölkerung zum Beispiel in Ashkelon, einer Stadt am Mittelmeer mit 120.000 Einwohnern, Dutzende von Raketenangriffen pro Jahr erdulden, berichtete die „Washington Post“ im Jahr 2009.

 
„Wir haben keine Verteidigung, keine Schutzräume, keinen Schutz für öffentliche Gebäude“, sagte damals  Alan Marcus, der für den Schutz Ashkelons zuständig war.

Um einen Rettungsschirm für israelische Städte nahe dem Gazastreifen zu spannen, wurde das „Iron Dome Raketenabwehrsystem“ von „Rafael Advanced Defense Systems“, einer Rüstungsfabrik in Haifa, mit Unterstützung aus den USA entwickelt. Es benutzt kleine radargeleitete Flugkörper, mit denen Raketen von einer Reichweite zwischen 3 und 45 Meilen  abgefangen werden können.


Die erste Iron-Dome-Batterie wurde im März 2011 nahe des südlichen Stadtteils von Beesheva installiert, 40 km vom Gaza-Streifen entfernt, um die raketenabschüsse aus dem Palästinensergebiet abzufangen.  Anfang dieses Monats kündigte Israel die Installierung einer fünften Abfangbatterie an, um einer „Unzahl von unvorhersehbaren Bedrohungen“ zuvorzukommen.

Iron Dome ist intelligent genug, um Flugkörper zu ignorieren, die im offenen Gelände landen, meldete „The Telegraph“.   Während der bisherigen Bombardements erklärte Israel, daß „Iron Dome“ 85 % der Raketen, die es anvisiert hatte, abgeschossen habe.

Trotzdem ist das Abwehrsystem nicht perfekt. Im August 2011 wurden sieben Raketen von Gaza aus abgefeuert, nur sechs davon wurden von Iron Dome abgefangen.  Die Siebte landete in einem bewohnten Gebiet und tötete einen Bewohner.  Im März fing Iron Dome nur 56 von 71 Raketen ab, die auf israelische Städte nach demTod von Zohir al-Quaisi in Gaza abgefeuert wurden.

Jeder Schuß von Iron Dome kostet im Übrigen ca. 50.000 Dollar.

Die anderen Verteidigungssysteme Israels sind das in Kürze verfügbare System „David’s Sling“ (= Schleuder Davids), entwickelt zur Abwehr von Mittelstreckenraketen und „The Arrow“, das entwickelt wurde, um Langstreckenraketen abzufangen, die vom Iran aus abgefeuert werden können.

  • Hier sieht man „Iron Dome“ in Aktion, wie es eine Reihe von Raketen abwehrt, die von Gaza aus abgefeuert werden:

Über hermanitou

I believe in evolution of all creatures. All creatures are equal. Man is rational. Love is essential. War is evil. Religion can be a value for some men or women, but without political or moral power. Everyone is free but responsible. Slavery is a crime!
Dieser Beitrag wurde unter Iran, Islam, Israel, Politik, Reportage, Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Israels „Iron Dome“

  1. rainer kühn schreibt:

    „Jeder Schuß von Iron Dome kostet im Übrigen ca. 50.000 Dollar.“ – Ich weiß nicht, ob das viel oder wenig ist. Ich habe 1981 als Bundeswehrsoldat verweigert. Ich schoß bis dahin G3, MG, Panzerfaust, P1 und mit dem Marder, einem Schützenpanzer, sinnlos auf Übungen herum. Billig war das bestimmt auch nicht. Nützlich sowieso nicht. – Aber ich war nie prinzipiell gegen Gewalt als letztes Mittel zum guten Zweck, auch bei meiner Verweigerung nicht. Weshalb ich auch nicht ins zivile Leben entlassen wurde … „Meine Lieblingswaffe ist, wenn ich es recht bedenke, ein Zwanzigdollarschein“, sagt Raymond Chandler ganz pfiffig.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s