Mitt Romney, der Kinderschreck


Mitt Romney hat nicht nur für die Hälfte der US-Bürger nichts übrig, er betätigte sich im Fernsehduell mit Barak Obama auch noch als Kinderschreck. – Er kündigte an, im Fall seiner Wahl die Zuschüsse für das PBS (Public Broadcasting Service), also die wichtigste nicht-kommerzielle Senderkette der USA, komplett streichen zu wollen.

  • Dies rief die achtjährige Cecelia Crawford auf den Plan, die ihm prompt einen Brief schrieb, um die Sesam-Straße und ihre Lieblingsdarsteller zu retten:

Bravo, Kleine. So mag ichs. Wenn schon die Großen die Welt nicht retten können, so ist Sesam Street allemal einen guten Kampf wert.   Wir warten auf eine handgeschriebene Antwort des Kandidaten….

Was umfasst eigentlich PBS?

Also. Kämpfen!

Sonst wird USA zu so einer Art Berlusconi-Land und die Steinmerkels  und Merkelbrücks schließen die ARD.  – Machen doch eh alles nach, was aus Übersee rumschwappt.

 

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Wo die wilden Kerle wohnen


Die wilden Kerle, die wohnen in Dörrensolz, Rhön, Thüringen.  Und sie sind nicht allein, sondern auch ihre Ladies sitzen dort fest im Sattel.

Apropos: Was ist ein Cowboy ohne Sattel?  – Ein Sattelschlepper! 

Und wieder bewegten wir unsere Ärsche in Richtung Thüringen und schleppten unsere Sättel samt Cowboyhüte zum Ferien-und Reiterhof Dörrensolz, genauer gesagt zu Gitti und Reinhold Tanz, die dort sämtliche wilden Kerle und ihre Ladies gerne aufnehmen und ihnen eine Auszeit vom Leben in der City und dem Berufsstress auf dem Rücken ihrer Pferde ermöglichen.

Die Pferde werden morgens von der Koppel geholt – Reitlehrer Tobias begleitet uns auf unserem Fußweg zur Koppel, wo die Tiere natürlich immer am weitesten entfernt vom Eingang stehen, so daß wir schon gut aufgewärmt sind, wenn die Tiere zum Aufsatteln endlich am Hof stehen. Geduldig werden wir wilden Kerle und Ladies dann eingewiesen, wie richtig gesattelt wird, so daß wir dann, wenn wir „on tour“ gehen, nicht irgendwann mitsamt einem schlecht befestigten Sattel vom Pferd herunterrutschen…

Und dann gehts schon los: Hinaus in die wunderschöne Rhön, die hier im Dreiländereck Bayern/Hessen und Thüringen liegt und die wir  dann eine Woche lang vom Rücken unserer Pferde im Schritt, im Trab oder im Gallopp erforschen.  Dörrensolz liegt am Fuße der Hohen Geba, zwischen Oberkatz und Stepfershausen, der nächste zivilisierte Ort (also einer, in dem es Rewe, Lidl und Aldi gibt) ist die Stadt Meiningen.

Aber das ist uns so was von Wurscht. Die Rhön wartet mit jeder Menge wunderschöner Wander-und Reitwege auf und wir begegnen eine Woche lang nur sehr wenigen anderen Menschen, denn in dem weiten Mittelgebirge verlaufen sich die Touris dann doch in den diversen Seitentälern und auf dem Weg zu den Gipfeln der Rhön.

Es gibt einfach nichts Schöneres als in der sicheren Begleitung von Tobias oder dem Chef himself, Holdi Tanz, immer noch lieblichere Orte anzupeilen.

Da gibt es wunderschöne Wege bergauf zur „Hohen Geba“, die mit mit ihren 751m  der höchste Berg der nordöstlichen Vorderrhön ist.  Aber auch der Grimmelbach-Badesee oder eine Kneipe, die mit Glockenuhren möbliert ist, sind in wenigen Stunden zu errreichen. Wenn die Pferde angebunden sind, dann ists Zeit zum Baden oder vespern (- besonders zu empfehlen ist das dortige Bauernhof-Eis-), oder für die kleinen Dinge, die es am Wegrand gibt. Die ganze Gegend dort ist gespickt mit Wildblumen und Kräutern, man kann sich direkt in den wild wachsenden Oregano pflanzen und relaxen.

Natur pur verspricht der Reiterhof, und er hält sein Wort.  Die Ausritte sind nie langweilig, und die Cowboys auf der Dörrensolz-Ranch geben, besonders wenn die Ladies bitten, auch abends noch eine Zugabe ihrer Reitkunst beim Rinderschubsen. Da gehts dann darum, die durchaus intelligenten und schlauen Kühe von der Weide nebenan in einer vorgegebenen Zeit in die richtige Ecke zu treiben bzw. zu schubsen und gut miteinander zu arbeiten.

Überhaupt ist alles auf  Dörrensolz Teamarbeit. Dazu gehört auch Henry, der die Basics macht und für die sonstigen Tiere, die den Hof bevölkern, auch noch zuständig ist, so für die Tauben, Hasen, das Streichelschwein „Rudi“, das Lama „Sir Henry“ sowie für Ziegen, Hühner, Enten und Truthähne und die zwei fitten Hunde, die den Hof des Nachts bewachen. Und Kerstin, die mit Gitti zusammen die Küche managt.

Ist das Wetter schön, so wird auch der Grill angeworfen und ein Riesenfeuer erhellt die Nacht. – Dann wird die eine oder andere Runde spendiert, die Gitarren von Atze und Hermann erklingen und Annette spielt auf dem Akkordeon auf.  – Alles Country oder was?

– Ja, denn Countrymusic, das bedeutet:

Three chords and the truth.  

Drei Akkorde und die Wahrheit. Schnörkellos und geradlinig.

Auch Kinder sind wilde Kerle – wir haben den Mut bewundert, mit dem der kleine Ole die ganze Woche auf seinem Pony mitgeritten ist und eine schier unglaubliche Kondition bewiesen hat. Ja, auch für Kinder und  Teens wie Eva  ist der Reiterhof ein richtig tolles Erlebnis, nicht umsonst kommen sehr viele Kiddis aus der Nachbarschaft am Nachmittag, um dort reiten zu lernen. 

  • Von dieser Stelle aus auch noch herzliche Besserungswünsche an Robert, der uns schon bei unserem Besuch im letzten Oktober so toll ans Reiten heranführte!

 

 

Die Küche – ein Gedicht. Reichlich und äußerst schmackhaft erhalten wir Freizeitcowgirls und Cowboys jeden Abend ein wunderbares Essen aufgetischt, Gitti und Holdi verhindern absolut überzeugend, daß wir in Gefahr kommen, dort zu verhungern.

Es ist schwer, sich dort dann zu verabschieden – aber eines ist uns allen gemeinsam: Es wird nicht unser letzter Besuch bei den wilden Kerlen von Dörrensolz sein. Wir kommen wieder. Immer wieder.

P.S. Special greetings to: Susanne, Ole und Olaf, Atze und Eva sowie Sabine und Marciella.

 

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Going to the candidate’s debate…


Politik ist ein schmutziges Geschäft. Es gibt – nach der ersten Debatte der Kandidaten fürs Präsidentenamt, nichts Besseres als sich volllaufen zu lassen.  

  • Wen dieses Trinkspiel nicht anmacht, der kann auch folgende ausprobieren:  Dieses, dieses, oder dieses.

Or you sing the Mrs-Robinson-song, especially these lines:

Sitting on a sofa on a Sunday afternoon.
Going to the candidate’s debate.
Laugh about it, shout about it
When you’ve got to choose
Every way you look at this you lose… 

The times, they are not changing! (Bob Dylan, 1964)

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Schweinchen Schlau


Fett schwimmt bekanntlich immer oben – und ist bestrebt, oberflächlich zu bleiben. Daher ist es auch kein Wunder, daß der Kanzlerkandidat der SPD, Per Steinbrück, keinen Yota von seinem Vorbild, dem Verarmungskanzler Schröder, abweicht und die Agenda 2010 nun auch zur Agenda 2013 etcetera pepe wird.

Steinbrücks Ergüsse lesen sich erst mal wohlgefällig: Die Banken sollen für sich selber haften und einen eigenen Rettungsschirm finanzieren. Das klingt besser als bei Schäuble, Junker und Konsorten, die ja bekanntlich ihre Rettungsringe direkt von den Bewohnern der EU aufblasen lassen.  Doch das was das SOWOHL der Steinbrückspezialdemokratie. Das ALS AUCH entlarvt den Vorschlag als undurchführbar, denn „nur bei europaweiter Einführung“ funktioniert das Ganze. Das ist dann irgendwann in ferner Zukunft, denn die europaweite Regelung bedeutet immer das Verschieben zum Sankt-Nimmerleinstag.  Allenfalls Glühbirnenverbote und die Abschaffung von Plastiktüten lassen sich in einem Fünf-Jahres-Plan „europaweit“ umsetzen.

Und noch was:  Der steinbrück’sche Rettungsschirm wid dann von den bisher solide arbeitenden Sparkassen und Volksbanken finanziert und damit ist der Griff in die Taschen der Sparer elegant vollzogen.

Rentieren tut sich die Rente weiterhin nicht mehr:

Kandidat Steinbrück weiß zwar (denn so ignorant kann nicht mal er mit seiner stets nach oben gereckten Stupsnase wegschauen), daß bereits heute jede Menge alte Leute aufgrund der Rentenkürzungen verarmt sind und/oder demnächst verelenden, aber dem Schröder und seinem Sozialabbau bleibt er treuherzig bei der  Stange. Erst wenn die Rente „unter 43%“ falle, würden die Sozis zu kämpfen beginnen.

Kämpfende Sozis, das ist ja für weite Teile der Sozialdemokratie sowieso unvorstellbar. Da war doch mal etwas, da war doch mal etwas…?

Ach ja:

„Skatbrüder sind wir, die den Marx gelesen“

(spottete annodazumal Tucholsky) oder um ums mit Väterchen Franz zu sagen:

„Und wie ist das Gefühl,

wenn man so langsam, langsam, langsam

driftet nach rechts?“

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Gottlos in die Zukunft


Seit meiner Geburt werden Anschläge auf meinen Verstand ausgeübt, wird versucht, mein Gehirn zu manipulieren und mir wird eingeflößt, ich habe einem vor Jahrtausenden hingerichteten Guru zu folgen. Täte ich das nicht, so drohe mir die Hölle.

Begonnen hat das Ganze bereits, als ich, wenige Wochen alt und nichts Böses ahnend, in ein riesiges kaltes Gebäude getragen wurde, dort von einem schwarz gekleideten Mann, der eintönig vor sich hinleierte, erst eingelullt und dann mit kaltem Wasser abgeschreckt wurde, so wie Nudeln, die kurz vor dem Servieren kaltgemacht werden, um dann al dente verspeist werden zu können. Anschließend läutete man mir auf dem Heimweg die Ohren voll, so daß schon dort mein heutiger Tinitus früh gefördert wurde.

Die Männer im schwarzen Dress begleiteten dann meine Kindheit und Jugend. Wenn ich nicht in ihre heiligen Hallen mit dem in den Himmel zeigenden Stinkefinger ging, setzte es Drohungen, daß ich an irgendeinem letzten Tag, den niemand so genau datieren konnte, von irgendeinem finalen Gericht in ein Fegefeuer abkommandiert werden würde und dort auf ewig zu schmoren hätte.

Verschärfend bekam ich noch auf dem Gymnasium Schläge mit dem Lineal oder Kopfnüsse, wurde an den Ohren gezogen oder nachmittags in den Arrest gesperrt, besonders dann, wenn mein Verstand mich zum Widerspruch im sogenannten Religionsunterricht trieb.

Religions-und Konfirmationsunterricht waren Märchenstunden. Zwar nicht die aus tausendundeiner Nacht, sondern Märchen, die mich und meine Freunde dazu trieben, die meist schlecht vorgetragenen Stories dadurch erträglich zu machen, indem wir Papierbolzen formten und  die scheinheiligen Streber in den ersten Reihen beschossen, den Mädchen in ihre jungen Ärsche zwickten und sie so zum entsetzt-entzückten Kreischen brachten oder auch mal das ganze scheinheilige Brimborium mit Stinkbomben und Silvesterkrachern aufmischten. Was meist zu erneuten Strafmaßnahmen der Pfaffen führte, die die Nächstenliebe damit in ihrem ganz eigenen Stil praktizierten.

Während ich sehr bald wußte, daß die kleinen Buben und Mädchen durch einen gemeinsamen (meist vergnüglichen) Akt von Frau und Mann produziert werden, beharrten die mit mir befassten Lehrer, Pfaffen und Pfadfinder darauf, daß es der Stab Gottes war, der in Maria hineinfuhr und sie somit völlig unschuldig an der Geburt von Jesu Christ sei, in dessen Namen in den nächsten zwei Jahrtausenden Millionen von Menschen verdummten, verarmten, verhungerten, vergewaltigt und verbrannt,  verurteilt und gefoltert, gekreuzigt und gemordet wurden.

Auch sollte ich glauben, daß dieser Guru, der annodazumal in Palästina unterwegs war, Tote wiedererwecken konnte, mit ein paar altbackenen Broten und ein paar faulen Fischen 5000 Menschen sättigte (wahrscheinlich hatten die angesichts des abgelaufenen Verfalldatums schlicht und einfach keinen Bock auf sein Angebot) und schließlich nach seiner Ermordung wiederbelebt wurde und dann erneut an seiner Legende stricken durfte.

Nun, tot ist tot, allenfalls Zombies ( einer meiner Lieblingsfilme ist immer noch die „Nacht der reitenden Leichen“) und Vampire (wenn sie so sexy sind wie Sharon Tate in „Tanz der Vampire“) vermögen mich zu begeistern, aber nicht der Lattengustl, der seit damals an nahezu jeder Wegkreuzung von Bayern bis Kärnten den arglosen Passanten auflauert. Ich hörte, er sei auch in der Mitte und im Norden der Republik zu finden, außerdem kruzifixe er in vielen Schulklassen und Gemeindezentren von der Wand herunter.

Bei den Pfadfindern lernte ich dann auch die militärisch auftretenden Idioten kennen, die sich gerne mal an den kleinen ihnen anvertrauten Wöflingen vergriffen. –  Da hielt es mich auch nicht lang und ich kehrte den Glocken, den Kruzifixen, den Bibelgreisen, den Märchenerzählern und den Herren mit den eingeklemmten Schwänzen und völlig verklemmten Moralvorstellungen den Rücken, ergötzte mich an Marx, Engels und Lenin und entwickelte meine ganz eigenen Vorstellungen vom demokratischen Sozialismus.

Mein Verstand hatte, ich weiß auch nicht (vor allem angesichts vieler Freunde, die heute gottesfürchtig das Ende der Welt erwarten) so recht warum, das ganze Brimborium überlebt.

Heute schaue ich ungläubig auf die Herren, die sich damit brüsten, Islamunterricht in den Schulen eingeführt zu haben, die Verständnis für  Judenhasser haben, die es so gut verstehen können, daß die moslemische Welt Kopfgelder auf Ungläubige aussetzt, Botschaften stürmt und Menschen mordet, Atombomben zur Vernichtung Israels entwickelt und die Scharia weltweit einführen will. Wie ähneln sich doch die Religionen. Kopf ab zum Gebet auf der einen Seite, Auge um Auge und Zahn und Zahn im alten Testament.

Demnächst darf das hier auch nicht mehr geschrieben und beschrieben werden, denn es könnte ja die religiösen Gefühle von Christen und Moslems beleidigen und dazu führen, daß diese ihre Bluthunde wieder loslassen und ihre Höllen auf Erden schon verwirklichen. Global. Unisono.

Ich bin halt so richtig abgehärtet, denn keine der mir angedrohten Höllen passt auf mich. Weder die muslimische noch die christliche. Ich falle durch alle Gitterroste ihrer Teufel, die mich Ungläubigen grillen wollen, durch.

Mein Verstand sagt mir, daß die Menschheit nur eine Chance auf Zukunft hat, wenn Religionen, die missionarisch auftreten, aus dem öffentlichen Leben verbannt werden und nur noch in den Oberstübchen der an sie Glaubenden stattfinden dürfen.

Wichtig für mich ist folgendes Bekenntnis, das ich niemand aufzwinge, sondern nur ab und zu mal bekannt gebe:

I am convinced of the evolution of all creatures.

All creatures are equal. Man is rational.

Love is essential. War is evil.

Religion can be a value for some men or women, but without political or moral power.
Everyone is free but responsable.

Slavery is a crime!

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