Prügel, Popen, Pädagogik


Die einstigen Prügel-Praktiken bei den Regensburger Domspatzen scheinen größere Ausmaße gehabt zu haben als bisher bekannt. Gar von „sexueller Perversion“ spricht ein ehemaliger Schüler. Auch der frühere Domkapellmeister Georg Ratzinger gerät in die Kritik.

Wir schreiben das Jahr 1973.
A.S. Neill,
der Gründer der Demokratischen Schule in Summerhill, stirbt. Neill, dem fälschlicherweise aus interessierten konservativ-reaktionären Kreisen nachgesagt wird, er stehe für eine laissez-faire-Pädagogik, bei der Kinder den Erwachsenen auf der Nase herumtanzen dürften und keine Grenzen kennen würden, hat seit 1921 vorgelebt, wie Groß und Klein gemeinsam unter Wahrung einer respektvollen gegensyeitigen Haltung miteinander und voneinander lernen können, ohne Gewalt, im Dialog, demokratisch.

Bereits lange vorher haben Maria Montessori, Celestin Freinet, Leo Tolstoi u.a.m. mit gewaltfreier, von Liebe zu den ihnen anvertrauten Kindern geprägter Pädagogik gezeigt, daß ein demokratisches Erziehungsmodell allemal die beste Voraussetzung ist, daß Kinder nicht auf faschistische Strömungen hereinfallen und als starke Persönlichkeiten weit weniger anfällig für Gewalt und Süchte aller Art sind.

Auch im Jahr 1973 wird (nicht nur) in Regensburg, vor allem  in der Grundschule Etterzhausen (später Pielenhofen), kräftig geprügelt. So berichtet der Redakteur der Passauer Neuen Presse, Karl Birkenseer, der seinerzeit dort war:

„Was aber … zu meiner Zeit noch an der Tagesordnung war, das waren Schläge als Mittel der Erziehung. Leichte und schwere Watschn, Prügelstrafen mit dem „Ochsenfiesel“ oder schmerzhafte Schläge mit dem Tatzenstock kamen häufig vor. Daran beteiligt waren der Internatsdirektor – ein Geistlicher -, einzelne Präfekten und auch ein Lehrer, der nicht Priester war.“

Heute distanziert sich der Papstbruder Georg Ratzinger von den Repressalien, von denen er seinerzeit nicht nur gewußt, sondern die er auch selbst angewandt hat:
„Die Ohrfeige vor allem war damals die nächstgelegene Reaktion auf eine negative Leistung oder ein Versagen“, so Ratzinger in der PNP.  – Er habe aber immer ein schlechtes Gewissen dabei gehabt.

Wes Geistes Kind er ist und wie halbherzig diese sogenannte Entschuldigung und die allzu späte Reue kommt, deckt dann folgender Satz auf:
„Ich war dann froh, als 1980 körperliche Züchtigungen vom Gesetzgeber ganz verboten wurde. Daran habe ich mich striktissime gehalten, und ich war innerlich erleichtert.“

Was damals Recht war kann heute nicht Unrecht sein, sagte schon der furchtbare Jurist Hans Filbinger, der noch nach der Kapitulation Nazideutschlands den Matrosen Walter Kröger hinrichten ließ.

Auch Herr Ratzinger läßt en passant einfließen, daß körperliche Züchtigungen erlaubt waren und deshalb rechtens.  Gestoppt hat ihn erst der Gesetzgeber im Jahre 1980.

Es kann spekuliert werden, ob und wann  Ratzinger&Co die Gewalttätigkeiten gegenüber ihren Schutzbefohlenen, denen sie sicher täglich Gottes Liebe, die Nächstenliebe und andere Moralinchen gepredigt haben, von sich aus eingestellt hätten.

Gottseidank hat den gesetzestreuen Kapellmeister das Züchtigungsverbot von 1980 ereilt.  Von alleine, aus Liebe zu den Kindern und zu seinem Gott hätte er wohl bis ins hohe Alter weiterhin Watschen verteilt.

Die katholischen Internate sind nicht gefährdet. Sie werden weiterhin hohe Mauern um sich herum bauen und den sexuellen und sonstwie männlichen Frust direkt oder indirekt an die ihnen anvertrauten Kinder weitergeben.

Summerhill ist seit Jahren eine immer wieder gefährdete Modellschule. Ohne einen engagierten Unterstützerkreis könnte die wertvolle menschliche Arbeit ihres Gründers schon lange nicht mehr fortgeführt werden.

„Stell Dir eine Schule vor…
wo Kinder die Freiheit haben, sich selbst zu sein…
wo Erfolg nicht durch akademische Grade definiert wird, sondern durch die Kinder selbst…
wo die ganze Schule mit demokratischen Regeln arbeitet, und jedes menschliche Wesen das recht hat, gehört zu werden…
wo Du den ganzen Tag spielen kannst, wenn Du das willst….
und wo Zeit und Platz zum Träumen ist….“
(aus der Homepage von Summerhill)

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Kraftvoll in den SPD-Konkurs


Nordrhein-Westfalens SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft fordert einen gemeinwohlorientierten Arbeitsmarkt. Damit verabschiedet sich die SPD von einem ihrer wichtigsten Grundsätze.

Es ist ja schon seit längerem in der Diskussion, statt realer Vollzeitstellen in Schulen keine Lehrer, sondern „erfahrene Hilfskräfte“ einzustellen. In Kindergärten statt Erzieher(innen) Mütter und Omas einzusetzen. Oder im Sport  jeden auf die Kinder und Jugendlichen loszulassen, der nicht gerade eine Bierwampe mit sich rumschleppt.

Dazu ergänzend dann noch die Schneeschipper, Unkrautjäter und Straßenkehrer aus dem Hartz4-Pool zu stellen.

Dazu hats eigentlich keinen Westerwelle gebraucht, derlei Vorschläge und teilweise auch schon umgesetzte Praktiken sind schon viel länger auf dem Markt.

Mit dem gemeinwohlorientierten Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose, die „sowieso keine Arbeit mehr finden“, verabschiedet sich nun die SPD endgültig vom linken Grundsatz, daß jeder ein Recht auf Arbeit hat.

Westerwelle will Zwangsarbeit, Hannelore Kraft schreibt einige hunderttausend Menschen als Kollateralschaden (verursacht von der Politik der CDU-CSU-FDP-SPD-Grüne in den jeweiligen Regierungen der letzten Jahrzehnte) ab.

Die sollen nun Alten vorlesen (können die nicht selber lesen?) oder auf Kinder und Jugendliche losgelassen werden. Soviel Fachlichkeit und Professionalität haben die Herrschaften (Sonntagsredenmotto: Kinder sind unsere Zukunft) zu bieten.

Eilfertig hat auch der Obergenosse Binder in BaWü gleich nachgelegt und unterstützt die Politik,  Langzeitarbeitslose auf den Kehricht der absoluten Aussichtslosigkeit zu stapeln.

Gibt es bei Urteilen im Gerichtssal so was wie „Urteilsüberprüfung“ ( nach einiger Zeit kann der Gefangene wieder schrittweise eingegliedert werden) so gibt es analog dazu die Option, daß „nach drei Jahren überprüft werden kann, ob der Langzeitarbeitslose wieder fähig ist, dem normalen Arbeitsmarkt zu Verfügung zu stehen“.

Was – so ist zu fragen – bleibt eigentlich übrig von einer Partei, die ganze Menschenmassen ausgliedert und abschreibt.

Wer hat denen eigentlich ins Hirn geschissen?

Und warum soll irgendwer diese Genoss(inn)en wählen?

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Schnee, „La Tief“ und der Salto rückwärts


In Bremerhaven treffen sich derzeit Klimaforscher zum Extremwetter-Kongress. Ihre Begründungen für den anhaltenden Winter werden immer abenteuerlicher. Es wird kräftig zurückgerudert.

Einen der dort Referierenden lohnt es, näher vorzustellen:

Professor Dr. Mojib Latif, Spezialist für Ozeanzirkulation und Klimadynamik vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschafte und Co-Autor des umstrittenen IPCC-Berichts 2007, ist einer der Klimaretter, der mittlerweile einen  Salto rückwärts nach dem Anderen macht.

So erklärte er auf der Weltklimakonferenz in Genf, daß die Erwärmung der letzten Jahrzehnte auch natürliche Ursachen habe. 10-20 Jahre Abkühlung würden nun kommen, sagte er voraus.

Und wörtlich:

“ „Ich bin kein Klimaskeptiker, aber wir müssen die unangenehmen Fragen selbst stellen oder andere werden es tun.“

2002 noch bereiste er jede Menge Talkshows, und erwärmte  sich und die Politik in immer neuen Horrorszenarien:  Die Umwälzpumpe des Pazifik sei steckengeblieben, katastrophierte er damals.

2010 nun verkündet er in der Frankfurter Rundschau:

„Die Erwärmung macht eine Art Atempause.  Wir müssen weiterhin mit kalten Wintern rechnen, denn der Einfluss der globalen Erwärmung auf das Wettergeschehen ist zum Glück noch relativ gering. Sie werden allerdings immer seltener werden. Zudem dürfen wir das, was wir erleben, nicht zum alleinigen Maßstab machen. Während wir frieren, ist es zum Beispiel in den Tropen zur Zeit außergewöhnlich warm….“

Aber Herr Professor!

Kalte Winter und warme Tropen?   Welch Unglück!

Einige der Extremwetterkongreßler haben im Übrigen anhand der Stadt Frankfurt festgestellt, daß es den Bürgern dort klimaerwärmungsmäßig bald an den Kragen geht, so z.B.  Paul Becker von Deutschen Wetterdienst:

„Auf der Basis der Emissionsszenarien des Weltklimarates (IPCC) könnte die Zahl der Sommertage mit mehr als 25 Grad Celsius daher deutlich ansteigen. Nachts würden die Städte zudem gerade im Sommer immer weniger auskühlen… Ohne wirksame Anpassungsmaßnahmen würde sich die Lebensqualität der städtischen Bevölkerung verschlechtern und die Gefahren für die Gesundheit vor allem älterer und kranker Menschen wüchsen.“

Becker droht im Übrigen gleich noch damit, weitere deutsche Städte mit derlei platten Szenarien zu versorgen.

Achtung  Hamburg, Potsdam, Essen, Mainz, München und Freiburg! – Der Deutsche Wetterdienst droht auch Euch!

Wir bibbern daher den weiteren Vorhersagen von Mojib La Tief und den Höhenflügen von Becker & Co. entgegen.

Kalte Winter, heiße Sommer…. was blüht uns wohl noch?

Eisblumen und Sonnenbrände?

Erdbeben und Tsunamis sind derzeit  im Angebot.  Unser blankes Ein-und Ausgeatme ist vermutlich an diesen schuld….

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Die Geschichte der O.


Der Deutschlandfunk berichtete in seinen halbstündigen Nachrichten über das Urteil zur Datenspeicherung. Darin Folgendes:

„Während Sprecher von der Union das Urteil kritisierten, begrüßten SPD und Opposition den Spruch.“

In solch „Versprechern“ steckt viel Wahrheit, oder?

Die SPD ist wohl keine Opposition. Regierungspartei auch nicht.

Was also ist die SPD?

…..

Wir können ja mal den Kurt Tucholsky um Rat bitten. Der schrieb 1931:

„Eines aber möchten wir in absehbarer Zeit gewiß nicht hören: Das jammervolle Geächz der aus der Regierung geworfenen Sozialdemokraten, weil man sie dann so behandeln wird, wie sie heute den reaktionären helfen, die Arbeiter zu behandeln…

…Dann wird sich die Führung besinnen:

Jetzt sind wir in der Opposition. Mit großem O.

Wie macht man das doch gleich…?

Da werden sie dann die Mottenkisten aufmachen, in denen -ach is das lange her!

Die guten alten Revolutionsjacken modern, so lange nicht getragen, so lange nicht gebraucht!

Werden ihnen zu eng geworden sein…

Und sie werden keinen schönen Anblick bieten.

Denn nichts ist schrecklicher als eine zu jedem Kompromiß bereite partei, die plötzlich Unnachgiebigkeit markieren soll.

Millionen ihrer Anhänger sind das nicht mehr gewöhnt, die Gewerkschaftsbürokratie auch nicht, für die uns allerdings nicht bange ist: Es findet sich da immer noch ein Unterkommen….

Also gut und schön. Aber erzählt uns nichts von:

Recht auf die straße, Polizeiwillkür, Verfassung, Freiheit… erzählt sonst alles, was ihr lustig seid.

Aber dieses Eine jemals wieder zu sagen, das habt ihr verscherzt.“

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Die Bischöfin, meine Schwiegermutter und ich


Meine Schwiegermutter ist 91 Jahre und eine überaus fromme evangelische alte Dame.  Solange sie konnte, war sie aktive Kirchengemeinderätin, ihr Leben dreht sich um Gott und die Kirche. Sie lebt allein in ihrer Wohnung und ist für ihr Alter noch ganz rüstig.

Neulich wandte sie sich um Hilfe an uns:  Sie kam mit ihren Ausgaben nicht mehr zurecht.

Wir haben dann mal nachgerechnet:

Von ihren 900 € Rente gibt sie seit Jahren  jeden Monat ca. 500 € an kirchliche Organisationen, an ihre örtliche Lukas-Kirchengemeinde ebenso wie an Waisenkinder in Übersee oder an die ihr ins Haus flatternden Spendenbriefe mit Überweisungsformular.
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Hier sehen wir Bischöfin Käßmann in ihrer Dienstlimousine. Mit Chauffeur.

Ich werde meine Schwiegermutter demnächst wieder besuchen. Und ihr wohl erklären müssen, daß ihre gut gemeinten Spenden nicht in Haiti, nicht bei Waisenkindern oder mißhandelten Frauen, auch nicht in Afrikas Dschungel landen. Sie landen im Dschungel der evangelischen Kirche, die damit Chauffeure und dicke Limousinen finanziert.

Auch Bischöfe der katholischen Kirche lassen sich chauffieren. In Österreich haben sogar pensionierte Bischöfe Anspruch einen lebenslangen Anspruch darauf.

Vermutlich gibt es viele gutgläubige Christen, so wie meine Schwiegermutter.

Ich hoffe, sie geben ihr Geld künftig sinnvoller aus.

Und sparen sich auch noch die Kirchensteuer.

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