Papst Benedikts Rede im Bundestag – fiktiv, aber realitätsnah


Joseph Ratzinger alias Benedikt der Papst wird im Bundestag eine Rede halten. Alle Parteien sind dafür, mittlerweile auch die Grünen. Einen Unterschied gibt es allerdings: Die Grünen sind auch dafür, daß alle anderen Religionsführer ihren Sermon im Bundestag verbreiten können. Während wir uns also auch auf iranische Steinigungspropaganda und hinduistische Kasten-Ideologie freuen dürfen, genießen wir erst mal die toten Augen von Benedikt und sein Vergebungs-Geleier.-  Etwa so:

Papst vergibt mißbrauchten Kindern

„Obwohl schwere und schreckliche Sünden begangen wurden, lehrt uns der Herr, die andere Backe hinzuhalten und denen zu vergeben, die sich an uns versündigen“, las der Papst von einem vorbereiteten Statement ab. „Darum muß die Kirche trotz der schrecklichen Fehler, die begangen wurden, nach vorne schauen und diesen Kindern ihre Missetaten vergeben.“

„Wie schon Jesus sagte: Wer unschuldig ist, der werfe den ersten Stein“, fuhr der Papst fort,“wir müssen eine klare Botschaft an die hunderte- vielleicht sogar tausende von Kindern senden, deren sündiges Tun so viele unserer Geistlichen dazu brachte, voller Lust gegen das heilige Gesetz des Zölibats und der Keuschheit zu verstoßen. – Die Kirche vergibt ihnen diese Verstöße und sieht nicht mit Unduldsamkeit, sondern mit Mitleid auf diese Kinder herab.“

Die päpstliche Erklärung erfolgte als Antwort auf den öffentlichen Aufschrei, der die katolische Kirche weltweit erschütterte.  Obwohl die offizielle Kirchendoktrin solche Übergriffe verurteilt, meinen viele Beobachter, daß die päpstliche Rede den Willen der Kirche deutlich macht, den Skandal hinter sich zu lassen und das Vertrauen der Öffentlichkeit wieder zu gewinnen.

Dadurch, daß diesen Kindern vergeben wird, besonders Jungs zwischen 5 und 15 Jahren, hat der Papst wahre christliche Liebe gezeigt,“ sagte Vater Engelbert Gottfried Müller, ein Mitglied der Augsburger Erzdiozese und einer der vielen Priester, die in sexuelle Aktivitäten mit Minderjährigen verwickelt sind: „Der Papst sagt das, weil diese sündigen Jugendlichen auch Opfer sind. Durch ihre Absolution sendet er eine wichtige Botschaft aus, daß Einfühlungsvermögen, entgegen dem, was Schwarzseher und Kritiker in der säkularen Medienwelt uns glauben machen wollen, einen Platz im modernen Katholizismus hat.“

„Der Papst hat große Liebe und Mitleid gezeigt, sogar mehr als Jesus, als dieser sich der Steuereintreiber und Huren annahm“, sagte Leihbischof Engelbrecht Maier aus Bamberg. „Trotz allem, was sie getan haben, um die Karriere von so vielen Priestern aufs Spiel zu setzen – dabei reden wir noch gar nicht davon, daß sie auch deren unsterbliche Seelen gefährdet haben – empfängt die Kirche diese unmündigen Verführer mit offenen Armen. Die Worte des Papstes und seine Taten zeigen, daß die Kirche bereit ist, ein Ende zu machen und das Heilen zu beginnen.“

Diese Massenabsolution wird  von kirchlichen Wissenschaftlern als eine der fortschrittlichsten Taten seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1962 gefeiert.

„Man kann nicht genug betonen, was dieser Traditionsbruch wirklich bedeutet, sagte ein Mitglied der Würzburger Erzdiozese, Egbert B.Sext, „trotz alledem ist die Verführung eines Priesters nach herrschender kirchlicher Doktrin eine schwere Sünde gegen Gottes Gesetze, strafbar mit Verdammnis in die Hölle auf Ewigkeit. Aber der Papst hat all das beiseite gelassen. Vergangenheit ist Vergangenheit. Dafür sollten alle diese sich so schlecht benehmenden  sexy kleinen Jungs dankbar sein. Durch  diesen Willen, zu vergeben und zu vergessen, hat der Papst eine deutliche Botschaft gesandt: Obwohl diese Jungs so viel getan haben, um das priesterliche Keuschheitsgebot zu unterminieren und zu untergraben, verdienen sie doch Gottes Liebe.“

Margarethe Klopf-Busch (Isny im Allgäu), Hausfrau und Mutter eines der mutmaßlichen Verführer, drückte ihre Erleichterung über die Erklärung des Papstes im deutschen Bundestag aus:

„Monatelang hatte ich Angst daß mein Junge – und dutzende Andere, die sündige Taten mit Vater Edmund Fromm begingen, bevor er in die Sicherheit einer anderen Gemeinde gebracht wurde, um ihn dort vor weiteren Versuchungen durch ihre vorpubertären Hände zu schützen, in die Hölle kommen würde, für das, was er getan hat“, sagte Frau Klopf-Busch, „es ist das schlimmste Gefühl für eine Mutter das es geben kann. Er war nur ein kleiner Junge, erst acht Jahre alt. Er wußte es halt nicht besser. Danke, Eure Heiligkeit, daß sie meinem armen kleinen Jungen eine zweite Chance zur Erlösung von seinen Sünden geben.“

Trotzdem stimmt nicht jeder in der katholischen Kirche dem päpstliche Handeln zu:

„Was vermittelt denn der Papst heutigen Kindern? Daß es richtig ist, Priester zu verführen?“ sagte ein besorgter Priester aus Hinterzarten, der anonym bleiben will, weil er in ein schwebendes Gerichtsverfahren verwickelt ist.  „Macht ruhig so weiter und laßt jeden x-beliebigen Pater in eure Badehose bei der Pool-Party der örtlichen kirchlichen Jugendgruppe greifen? Es ist schon okay, der Papst vergibt euch am Ende? Ohne die Furcht vor ewiger Verdammnis, was lernen denn dann diese provokanten jungen Schürzenjäger?“

„Der Vatikan hat einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen“, fuhr der Priester fort.  „Wir brauchen die kirchliche Autorität für Gerechtigkeit, nicht politisch genehme Lösungen, die den Status Quo festschreiben. Diese männlichen Sünder sollten weiterhin verantwortlich sein für den Schaden, den sie angerichtet haben.“

Aktualisiert und aus dem Englischen übertragen, der Originaltext ist bei: The Onion erschienen.

Siehe auch: Das Schweigen der Hirten

Über hermanitou

I believe in evolution of all creatures. All creatures are equal. Man is rational. Love is essential. War is evil. Religion can be a value for some men or women, but without political or moral power. Everyone is free but responsible. Slavery is a crime!
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2 Antworten zu Papst Benedikts Rede im Bundestag – fiktiv, aber realitätsnah

  1. rainer kühn schreibt:

    Eine schöne gute wahre Wut transportiert das! Möge sie nie verlorengehen und besser weiter wachsen! – Auf die Grünen/Bündnis Himmelsmächte 90 kann dabei niemand setzen, der seinem eigenen Verstand ganz diesseitig vertraut.
    kurz: mir war der artikel ein königsberg! dank.
    rainer

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