Münchhausen spricht: Wulffs Weihnachtsansprache


„Von Weihnachten geht die Botschaft des Friedens und der Zuversicht aus. Was vor 2000 Jahren auf den Feldern von Bethlehem als Gruß der Engel an die Hirten erklang, das ersehnen wir uns auch heute: Friede auf Erden.“

So der Bundespräsident in seiner Weihnachtsansprache.

Der Mann ist – nach eigenem Bekunden – bei Sinnen und denkfähig. Er ist der oberste Vertreter Deutschlands gegenüber dem Rest der Welt und derjenige, weil er ja sonst nichts zu sagen hat, der die Moral, die den Merkels und Brüderles im Alltagsgeschäft abhanden gekommen ist, „anmahnt“. Jeder seiner Vorgänger hat schon Krämpfe im rechten Zeigefinger bekommen, weil er ständig nur im „Anmahnen“ war.

Also der Neue, Christian Wulff, der mahnt weder an noch ab, sondern glaubt an Engel und an die historische Realität der in der Bibel erzählten Geburtsgeschichte Jesu.  –   Hat der noch alle beisammen, frage ich mich seit Tagen.

Vielleicht hat er die ja. Vielleicht haben die da oben mit Bedacht einen Märchenonkel gewählt, der schon deshalb so kompatibel mit der Machtelite ist, weil er an die Drei Könige, an die künstlich-göttliche Befruchtung Marias und an den Heiligen Geist glaubt. Mitsamt dem ganzen Engelbrimborium darum. Von dem haben sie weder versehentliche Wahrheitsausrutscher wie bei seinem Vorgänger, noch den übergroßen Moralfinger von Weizäcker zu befürchten. Der wird den Kindern Märchen erzählen und das untere Drittel der Gesellschaft mit Schlaftabletten einlullen.

„Friede auf Erden“ – zu diesem frommen Gewünschel kommt dann noch die mit leichtem Tremolo in der Stimme vorgetragene Kriegsweihnacht:

„Viele unserer Landsleute sind als Soldatinnen und Soldaten, Polizistinnen und Polizisten oder als zivile Aufbauhelfer im Ausland, um Entwicklung zu fördern, Frieden in der Welt zu sichern und Terrorismus zu bekämpfen.“

Na, was fällt mir da noch dazu ein?

Märchenonkel, Münchhausen, Matschbirne.

Das ist die neue Dreieinigkeit, die Christian Wulff verkörpert.

All inclusiv – ach Du armes Deutschland!

Quelle: Rede des Bundespräsidenten, website Bundespräsident

Über hermanitou

I believe in evolution of all creatures. All creatures are equal. Man is rational. Love is essential. War is evil. Religion can be a value for some men or women, but without political or moral power. Everyone is free but responsible. Slavery is a crime!
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5 Antworten zu Münchhausen spricht: Wulffs Weihnachtsansprache

  1. fidelche schreibt:

    „Was vor 2000 Jahren auf den Feldern von Bethlehem als Gruß der Engel an die Hirten erklang, das ersehnen wir uns auch heute: Friede auf Erden.“
    Wahnsinn, an was „unser“ Präsident so glaubt. Mit seinen Ansichten würde der Herr Wulf sehr schön, die „Freitags-Community“ bereichern. Die Diskussionen über die „Osterhasenexistenz“ würden auf ein noch höheres Level gebracht werden. Liest du eigentlich noch mit, was im „Freitag“ geschrieben wird, Hermanitou?

    Jedenfalls wünsche ich dir einen sicheren Rutsch und ein gutes neues Jahr 2011
    fidelche

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    • Hermanitou schreibt:

      Den guten Rutsch wünsche ich Dir selbstverständlich auch!!!

      Ich habe so die Haltung, was für mich so abgeschlossen ist, nicht mehr weiter zu betreiben. Die Illusion, der Freitag sei ein geeignetes Forum, mindestens über linke Optionen zu diskutieren, ist mir ja gründlich abhanden gekommen. Irgendwie bitzelt es mich nach wie vor, vielleicht unter einem anderen Nickname meinen Senf dazuzugeben, aber im Ernst, hätte das irgendeinen Sinn, würde das irgendwas verändern?

      Nein, wirst Du antworten. – Na, dann let-it-be.

      Vielleicht sollten wir (RK, TS, Boedele, TTB, Breitenberger, RG etc) über einen gemeinsamen Blog nachdenken, in dem wir uns mit unseren recht ähnlichen politischen Grundhaltungen, aber sicher ganz verschiedenem Schreibstilen und mit viel Spaß und Freude austauschen könnten, vielleicht auch eine Gegenöffentlichkeit schaffen könnten zu den hier bei wordpress so populären rechten Arschies, die hunderttausendfach gelesen werden. Wäre das was für 2011? Was meinst Du?

      Beste Grüße

      Hermann

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