Kinderland?


Es ist schon unglaublich, mit welcher Nonchalance die Parteien aller Farben sich darin gefallen, im „Kinderland Baden-Württemberg“ die Qualität der Kinderbetreuung je nach Kassenlage zu definieren. Um Qualität und zuverlässige Standards geht es gegenüber Familien mit Kindern schon lange nicht mehr, der Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kinderkrippe ist ja auch nicht neu.- Nur hat man jahrelang landauf, landab den Bedarf schöngeredet anstatt rechtzeitig zu planen und zu bauen.Child Eating Watermelon

Jeder, der von Kleinkindpädagogik eine Ahnung hat, und die habe ich durch meinen Beruf ebenso wie durch die Verfassung einer der ersten wissenschaftlichen Diplomarbeiten in den 80’er Jahren zum Thema, weiß, daß gerade die Kleinsten, wenn sie nun schon mal fremdbetreut werden müssen, eine beschützte Umgebung und einen sehr intensiven Kontakt zu ihren pädagogischen Fachkräften benötigen.

Das Land BaWü und seine rot-grüne Regierung allerdings nagen an allen Standards solange herum, bis nur noch bessere Hasenställe für die Kleinsten übrig sind. Nicht nur, daß jetzt – angeblich nur die nächsten beiden Jahre – die Gruppengröße von 10 auf 12 Kinder erhöht werden kann, auch das sogenannte Platz-Sharing, das von nahezu allen Experten als pädagogischer Unsinn erkannt wird, soll nun Einzug in die Krippen im Ländle halten. Das bedeutet, daß eine kontinuierliche pädagogische und die Kinder gezielt fördernde Arbeit (also Sprachförderung, Fein-und Grobmotorik, Sozialverhalten etc.) nur noch – je nach Art des Sharings- sehr eingeschränkt möglich sein wird, weil für die einzelnen Kinder sehr wenig Zeit übrig bleiben wird.

Außerdem darf nun Hinz und Kunz nach Absolvierung einer 30-tägigen Schnellbleiche auf die Kinder losgelassen werden. Die „Erweiterung des Fachkräftekatalogs“ bedeutet nichts anderes als die Entwertung und Geringschätzung der pädagogischen fachkräfte, die sich zu Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen oder zu Elementarpädagoginnen ausbilden ließen oder das Ganze studiert haben.

Kleine Räume mit der gerade-noch-so-mal Einhaltung der Mindeststandards, größere Gruppen und fachfremdes Personal: Das ist die Politik der rot-grünen Landesregierung. Wobei die schwarz-gelbe Regierung davor auch alle Schritte zu einer qualifizierten Kleinkindbetreuung versäumt hat, das soll hier nicht verschwiegen werden.

Das Ganze trifft dann noch auf eine neue Ideologie, die sich hierzulande breit gemacht hat und kurz gesagt auf den Nenner zu bringen ist, daß Fremndbetreuung gut sei und Familien, die ihre Kleinkinder zu Hause selbst betreuen, ihre Kinder nicht richtig fördern (können). Das ist der gleiche Unsinn wie der davor, der die Frauen, die ihre Kinder in die Krippe gegeben haben, als Rabenmütter brandmarkte.

Wer die Sache aus Sicht der Kinder sieht weiß, daß jeder Weg, für den sich heutzutage Familien entscheiden, erst mal unterstützenswert ist. Denn noch – Gottseidank möchte man sagen – ist die Erziehung der Kinder Elternsache. Und das sollte sie auch bleiben.

Über hermanitou

I believe in evolution of all creatures. All creatures are equal. Man is rational. Love is essential. War is evil. Religion can be a value for some men or women, but without political or moral power. Everyone is free but responsible. Slavery is a crime!
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