Stadt ist (Ein)Stein?


albert-einstein-1144965_1920
Die Stadt Ulm als Geburtsstadt Albert Einsteins hat wieder mal einen guten Anlass, ihren wohl berühmtesten Sohn zu würdigen. Und wieder mal scheint es so, als ginge es ihr um nur um die Pflicht, einige Grundmauern seines Geburtshauses zu konservieren. Diese eindimensionale Denkweise vergibt aber die Chance, sich mit dem Menschen Einstein und seinem gedanklichen Erbe auseinander zu setzen. Steine gibt es in Ulm schon genug, und auch die Dauerausstellung im Einstein-Haus kann da nicht wirklich befriedigen. Gedenken und Denkmäler sollten allerdings nicht versteinern, sondern zum Denken anregen.

Albert Einstein, der wie kein anderer im Bereich der Physik mit überkommenen Vorurteilen und Denkgewohnheiten aufgeräumt hat, schwamm auch in politischen Fragen gegen den Strom und ließ sich nicht wie viele seiner Kollegen vom Strudel militaristischer und chauvinistischer Gefühle mitreißen. Und es ist kein Wunder, daß Krieg und Militär Gegenstand seiner politsichen Haltung sind; sie verachtet er mit mindestens ebenso großer Emotionalität, wie sie von anderen verherrlicht werden. Angesichts einer heute wieder zunehmend militarisierten Welt, die nur noch vermeintliche Lösungen in Aufrüstung und dem Pflegen alter und neuer Feindbilder zu finden glaubt, lassen wir doch Einstein selbst zu Wort kommen:

„Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann verachte ich ihn schon, er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde… Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalt und die leidige Vaterländerei – wie glühend hasse ich sie, wie gemein und verächtlich erscheint mir der Krieg; ich möchte mich lieber in Stücke schlagen lassen, als mich an einem so elenden Tun beteiligen! Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser als gewöhnlicher Mord.“ (Aus: „Wie ich die Welt sehe“, 1930)

Den Friedesfreund Einstein dadurch zu würdigen und seiner gedenken, indem sich die Stadt Ulm für Abrüstung und Frieden engagiert, sich für das Verbot von nuklearen Waffen und Waffenexporten in aller Herren Länder ausspricht, das wäre meiner Meinung nach ein würdiges Gedenken jenseits von Steinen und versteinerten Windeln des großen Sohnes dieser Stadt!

Über hermanitou

I believe in evolution of all creatures. All creatures are equal. Man is rational. Love is essential. War is evil. Religion can be a value for some men or women, but without political or moral power. Everyone is free but responsible. Slavery is a crime!
Dieser Beitrag wurde unter Kommentar, Politik, Politik und Gesellschaft, Uncategorized abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s