DLF-Morgenandacht: Stramm gestanden! Nachladen!


In der Morgenandacht des Deutschlandfunks vom 06.03.2017 zeigte die evangelische Kirche, vertreten durch die Pfarrerin Annette Bassler, wie sie mal wieder strammsteht und die geistliche Munition für die weltweit im Krieg befindliche Bundeswehr liefert.

Dienen in der Bundeswehr – eine junge Muslima habe ihr das stolz erzählt, dass sie das für „Deutschland“ täte – wobei sie eine „gebogene Nase und dunkle Augen“ und – Frau Bassler „ahnt“ es – eine „orientalische Herkunft“ habe. Toll. Sogar dunkeläugige und mit gebogenen Nasen geschlagene nicht arische Menschen, ja sogar Frauen dienen diesem wunderbaren Land, „mit strahlendem Lächeln und ohne weibliche Unterwürfigkeit“.

Von den Alpen bis zum Ural, von Mali, dem Sudan und dem Kongo, von Somalia bis Uganda, vom Kosovo, über Herzegowina bis nach  Afghanistan und Usbekistan, vom Horn von Afrika über Äthiopien bis zum Flotteneinsatz im Mittelmeer, überall mischt die angebliche Verteidigungsarmee mit, immer im „Einsatz gegen Terror“ und gegen fremde Mächte wie Russland und China…

Verzeihung – die fitte Frau Bassler hat natürlich schon den Regierungssprech der Bundesregierung, im Besonderen das unerträglich verharmlosende Propagandavokabular der Frau Kriegsministerin übernommen- die Bundeswehr „dient“ nicht, sie „engagiert“ sich.

Und da Frau Bassler einen Nazi-Opa hatte, der im Übrigen ein „guter Nazi“ gewesen sein soll (der Gutnazi war Dorfbürgermeister und hat den Dorfsozi nicht verpfiffen) zuckt sie bei dem Wort „dienen“ zusammen, gegen ein „Engagement“ in der Bundeswehr hat sie allerdings kein bißchen – so sind sie, diese modern-militaristischen Christen. Nebenbei: Es gibt und gab und wird niemals gute Nazis geben.

Dass der unvermeidliche Jesus, auf den sich die Christen immer so gerne berufen, ein überaus friedfertiger Mensch gewesen sein muss, vielleicht sogar so eine Art erster „Streitschlichter“ war (ein engagierter Nicht-Zurückschläger auf jeden Fall, der wusste, dass Gewalt nur befriedigt, wenn das Opfer leidet, sich wehrt und in die Gewalt-Abwärtsschraube einsteigt), und sie eigentlich statt dümmlicher Oberflächlichkeit über Begrifflichkeiten wie „dienen“ und „engagieren“  alle Hände und all ihr frommes Gepredige voll zu tun hätten, für ein weltweites Verbot der Rüstungsindustrie einzutreten, liegt der Frau Pfarrerin und ihrer Kirche fern.

Statt Pflugscharen hat sie doch lieber ein Schwert in der Hand und schreibt als lupenreine süddeutsche  („mit badischem Migrationshintergrund“, wie witzig..) Christin der krummnasigen dunkeläugigen Soldatin vor, welche Begrifflichkeiten sie in der Vorbereitung des Tötens und dem Töten selbst zu verwenden hätte.

Die bittere Wahrheit ist: Soldaten sind universell zum Töten da, das ist ihr Job, nichts Anderes:

„He’s the Universal Soldier and he really is to blame,
His orders come from far away no more,
They come from here and there and you and me,
And brothers can’t you see,
This is not the way we put the end to war.“ (Lyrics: Donovan)

Und wenn die junge muslimische Frau, die das Töten zu ihrem Beruf gemacht hat, sagt, sie sei im Extremfall bereit, ihr Leben einzusetzen, dann wäre es die verdammte Pflicht der ach so besserwisserischen  Frau Bassler gewesen, ihr nicht mit Verständnispädagogik zu kommen, sondern ihr den Ostermarsch zu blasen, sprich, ihr klarzumachen, dass Töten und getötet werden kein Weg, niemals ein Weg ist, diese Welt, die von Glaubenskriegern aller Couleur samt Waffenproduzenten und Waffenschiebern sowie deren Lakaien in Wirtschaft und Politik zunehmend beHERRscht wird, besser zu machen.

Ganz besonders infam ist das Finale der Frau Bassler – sie meditiert darüber, dass sie als Mutter auch „diene“ und für ihre Kinder „ihr Leben hingeben“ würde. Ihre Elternrolle setzt sie gleich mit der Lust der Soldatin, für ein Land getötet zu werden und zu töten, in dem (angeblich) alle gleich seien, egal welchen Geschlechts, sexueller Orientierung etc.blabla… Einige Wenige sind allerdings noch viel gleicher.

Ich habe mein Leben lang mit den in dieser Gesellschaft abgehängten, zur Bildungsferne gezwungenen, durch Harz4 um ihre kleinen Ersparnisse gebrachten, in Flüchtlingsheimen bedrohten, langzeitig unverschuldet arbeitslosen Menschen gearbeitet:

Wer diesem Landdient“, der dient nicht den hehren Zielen des Grundgesetzes, sondern den Reichen und ihren Lakaien in Wirtschaft, Medien und Politik. Er/sie dient dem global-internationalen Großkapital, das dafür sorgt, dass dieser Planet im Sterben begriffen ist. Und um hierfür möglichst wenig Widerstand zu bekommen dient eine solche „Morgenandacht“ wie diese Montagsmorgenpredigt der Frau Pfarrerin Bassler gerade recht dazu, um die Lämmerfromm und gut gelaunt zur Schlachtbank zu führen

Ich wende mich da schaudernd ab und halte es mit dem Versprechen, dass sich die überlebenden Menschen in den Konzentrationslagern 1945 gegeben haben:

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

 

Quelle Morgenandacht Bassler: Deutschlandradio , Morgenandacht vom 06.03.2017 um 06:35 Uhr

Antikriegslieder und Antimilitaristisches findet sich im Übrigen auch auf meiner website: hermann-sr.de

Über hermanitou

I believe in evolution of all creatures. All creatures are equal. Man is rational. Love is essential. War is evil. Religion can be a value for some men or women, but without political or moral power. Everyone is free but responsible. Slavery is a crime!
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Eine Antwort zu DLF-Morgenandacht: Stramm gestanden! Nachladen!

  1. hermanitou schreibt:

    Hat dies auf Der Rote Salon rebloggt.

    Gefällt mir

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