Bilder, die nicht hilfreich sind


Wenn man dieses Bild betrachtet, dann könnte man z.B. assoziieren:

1. Schon wieder das Verschleierungs-Thema

2. Jolie ist zum Islam übergetreten

3. Jolie leidet irgendwo in der Muslim-Welt

4. Mann, die ist schön!

  • Oder würden Sie dieses Bild mit den Flutopfern in Pakistan in Verbindung bringen?

Das Problem ist immer das Selbe:

Selbst wenn man (was ich im Übrigen tue) Angela Jolie unterstellt, sie tue nur Gutes und wolle das Beste, eignet sich das Bild als Appetizer und Aufmacher auf den ersten Seiten der Tagespresse. So geschehen (noch ein bißchen mehr zugeschnitten) bei der SWP.

Wie immer bleibt bei solchen Bildern die eigentlich gewollte Message auf der Strecke, in diesem Fall die Tatsache, daß es den Flutopfern in Pakistan immer noch schlecht geht und der Spendentopf zu versiegen droht. Statt der nötigen 460 Millionen  Dollar sind bisher nur 321 Millionen eingegangen.

Angela Jolie hat im Übrigen 100.000 Dollar privat gespendet. Chapeau!

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Großer Bahnhof: Fragwürdiger Widerstand gegen Stuttgart 21


Während man sich natürlich darüber freuen kann, daß die CDU/FDP in Baden-Württemberg in Kalamitäten kommt, ist andererseits zu fragen, welchen Sinn es inhaltlich gibt, gegen Stuttgart 21 eine sogenannte Bürgerbewegung zu betreiben.

Getragen von linken und grünen Gruppierungen, von Öko-Freaks und Denkmalromantikern, von den „Anstiftern“ und dem „BUND“ ist die größte Bürgerbewegung in Deutschlands Süden seit dem Kampf gegen das geplante Kernkraftwerk in Whyl gegen Stuttgart 21 entstanden.

Diese richtet sich einerseits gegen die Neubaustrecke Ulm-Stuttgart und andererseits gegen die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofes und den Abriß des derzeitigen Kopfbahnhofes.  – Alles zusammen würde zuviel kosten, unwirtschaftlich sein und die Stadtqualität Stuttgarts mindern.

Da stellt sich schon die Frage, warum ausgerechnet Ökos und Müslis sowie linke Menschen sich an diesem Projekt so dermaßen echauffieren (jenseits des angenehmen Nebeneffekts, daß die Regierung Mappus in Schwierigkeiten kommt).

Neubau und Modernisierung der Strecke Ulm-Stuttgart sind  ein absolut wichtiges Essential, um die Bahn konkurrenzfähig zu machen und zu halten. Die neue Streckenführung wird von weiten Teilen der Bevölkerung Oberschwabens gewünscht und getragen und ist der entscheidende Faktor, um die Wirtschaft entlang der Achse München-Augsburg-Ulm-Stuttgart zu stärken und als Standortregion attraktiv zu bleiben.

Die alte Barracke Hauptbahnhof nun zu einem Kulturgut und „Meisterwerk ersten Ranges“ hoch zu stilisieren ist ja ganz nett, aber wohl vor allem eine Geschmackssache. An dem alten Backsteinhaufen ist vor allem richtig, daß er alt ist. Und sein Abriß kein essentieller Verlust für Stuttgart und den Rest der bahnfahrenden Menschheit.

Mappus und die CDU/FDP stehen – während man sich an Stuttgart 21 verausgabt, für den strammen Ausbau der Autoindustrie und der Autobahnen. Im schwäbischen Autoländle gilt das Auto als „Heiliges Blechle“ und diese Politik ruft kaum Widerstand hervor. Wen wunderts: Es ist auch das Land, in dem die grüne Schickeria das Fahrrad huckepack auf dem Volvo hat, mit diesem in die Innenstädte fährt und sich dann die letzten Meter vom Parkhaus mit Fahrrad und Korb auf den Wochenmärkten zeigt.

Und Mappus und Co. stehen für eine ebenso stramme Beibehaltung, ja, den Ausbau der Kernkraft. Sie sind seit Jahr und Tag mit der Energiewirtschaft ebenso verbandelt wie mit der Autoindustrie.

Schwachsinnig, ausgerechnet gegen die Bahn und die Möglichkeit, zukünftig Güter und Personen wieder verstärkt dort zu bewegen, Sturm zu laufen.

Und den alten Backsteinhaufen konservieren zu wollen.

Politik von unten sieht anders aus. Sie hat das Gesamte im Auge und sollte sich besser um die Machenschaften der Auto-und Energieindustrie kümmern.

Und nebenbei zur Kenntnis nehmen, daß der Widerstand gegen Stuttgart 21 nicht von der Bevölkerungsmehrheit im Ländle getragen wird.

Denn es ist – jenseits aller Kosten – tatsächlich ein Zukunftsprojekt, zu dem man stehen kann.

Quellen:

www.kopfbahnhof-21.de

prostuttgart21.com

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Unter der Gürtellinie


Der Hype um den Spezialdemokraten Sarrazin wird derzeit von der vorherrschenden Meinung geprägt, er habe, so der Vizepräsident des Zentralrats der jüdischen Gemeinde, Graumann, „eine rote Linie überschritten“.  Dabei wirft gerade diese so definierte Grenzüberschreitung ein grelles Licht auf den Zustand der Gesellschaft, ihrer Eliten und der SPD.

Wer eine rote Linie überschreitet, wird bestraft.

Wer unterhalb dieser Linie bleibt,  man könnte auch sagen, unter der Gürtellinie, darf seine Vorurteile und Arroganz, seine antisemitischen und islamophoben Verschwurbelungen dauerhaft zum Besten geben. Er wird durch die interessierte Öffentlichkeit belohnt, deren Interessiertheit durchaus darin besteht, jene Vorurteile zu pflegen, die sich hervorragend dafür eignen, die zu Regierenden zu spalten und damit unfähig zu machen, die herrschenden Eliten auch nur im Ansatz in Frage zu stellen.

Unterhalb dieser roten Linie darf man auch Sozialdemokrat sein. Es ist ja nun nichts Neues, daß sich seit Jahrzehnten immer mal wieder Gestalten in dieser Partei fanden, die eine SS-SA-oder NSDAP Vergangenheit aufweisen konnten. Oder deren Gedankenwelt nahestanden.  Hinter vorgehaltener Hand war das salonfähig, flüsterte man sich doch unter den Genossen zu, daß man auch in der rechten Wählerschaft mit derlei Gestalten Stimmen gewinnen könne.

Soll aber bloß keiner sagen, irgendwas an dieser SPD sei rundum erneuert.

Völlig unverdient gewinnt sie in der Wählergunst, ohne sich von ihren Sünden ( Hartz4, Rentenalter etc) glaubhaft verabschiedet zu haben. Vielleicht sinkt sie jetzt wieder, wenn Sarrazin von der Bettkante gestoßen wurde, um 1-2 Prozent, denn dann fehlt erst mal der derzeit populärste Rechtsausleger der Genossen. Aber keine Sorge, sie hat solche Geister noch in großer Menge im mVorrtasschrank stehen.

Alles in allem offenbart diese rote Linie eine aktive tolerante deutsche Gesellschaft: Tolerant gegenüber einem braunen Bodensatz, der nach wie vor fruchtbar ist und sich hier ausbreiten darf. Aktiv deshalb, weil mit großem Genuß und wohligem Schauer die Meinung der Sarrazenen dieser Welt öffentlich verbreitet und vermehrt werden.

‚Schland:  Es wird keinen Deut‘ besser.

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10 Regeln fürs Internett-Sein


Der deutsche Knigge-Rat hat dieser Tage 10 Empfehlungen ausgesprochen, die zur „stilvollen Kontaktpflege“ im Inter-nett beitragen sollen. Ich finde sie gut.

  1. Wählen Sie Ihre favorisierten Netzwerke sorgsam aus
    Überlegen Sie kritisch, welche Netzwerke für Sie geeignet sind. Kriterien sind Kosten, Datenschutzbestimmungen, Popularität und Image des Netzwerks, Funktionen und Angebote sowie Ihr persönlicher Nutzen durch den Beitritt. Entscheidend ist, ob Sie die Plattform beruflich oder privat nutzen möchten. Vermeiden Sie eine Mischung aus beiden Bereichen und die Freigabe allzu vertraulicher Informationen.
  2. Bleiben Sie authentisch
    Bauen Sie keine fiktive Identität auf. Nicht nur Freunde, auch potentielle Geschäftspartner und Arbeitgeber recherchieren im Internet. Ihre Glaubwürdigkeit und Reputation leiden, wenn das Gesamtbild nicht stimmig ist. Hilfreich ist es zum Beispiel, wenn Sie in allen Netzwerken das gleiche Foto verwenden.

    Vermeiden Sie es außerdem, innerhalb eines Netzwerkes mit zwei Profilen zu agieren. Das stiftet Verwirrung.

  3. Meiden Sie plumpe Vertraulichkeiten
    Überlegen Sie sich vorab, welche Kontakte Sie über welches Netzwerk pflegen möchten. Ihre Kunden sind nicht unbedingt Ihre „Freunde“ und empfinden diese Bezeichnung vielleicht als unpassend oder zu intim.
    Prüfen Sie außerdem Ihre individuellen Sicherheitseinstellungen sorgfältig. Manch ein Nutzer ist verwundert, dass seine Party- und Bikinifotos vom letzten Urlaub ungeschützt und für jeden zugänglich sind.
  4. Lehnen Sie unerwünschte Anfragen ab
    Haben Sie keine Scheu davor, unerwünschte Kontaktanfragen abzulehnen. Eine taktvolle Rückmeldung, dass Sie nur persönlich bekannte Personen als Freunde bestätigen, vermeidet Missverständnisse und gehört zum guten Ton. Vorsicht ist insbesondere vor jenen geboten, die virtuelle Kontakte wie Trophäen sammeln. Dies ist kein Zeichen von Qualität sondern eher für Oberflächlichkeit und Geltungssucht.
  5. Belästigen Sie Ihre Kontakte nicht
    Belästigen Sie Ihre „Freunde“ nicht mit nervenden Spielen und Anwendungen. Wenn Sie Ihre Kommunikation nur auf spielerische Anfragen beschränken, werden Sie schnell ignoriert.
  6. Bleiben Sie freundlich
    Wahren Sie die Formen der Höflichkeit. Auch wenn alle Netzwerk-Partner als „Freunde“ angezeigt werden, kommt ein unvermitteltes Duzen zwischen Geschäftspartnern nicht stilvoll an. Eine korrekte Anrede und ein höflicher Abschiedsgruß gehören bei Kontaktanfragen dazu und steigern Ihre Chancen, akzeptiert zu werden.
  7. Reagieren Sie humorvoll
    Löschen Sie keine unbequemen Einträge von Ihrer Pinwand, denn Zensuren sind den meisten Menschen suspekt. Reagieren Sie humorvoll statt verbissen. Entscheidend ist nicht der Eintrag, sondern Ihre Reaktion.
  8. Halten Sie den Dialog lebendig
    Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Nachrichten und kommunizieren Sie mindestens einmal pro Woche mit Ihren Netzwerk-Partnern. Nur wenn Sie direkt auf Einträge reagieren, bleibt der Dialog lebendig.
  9. Behalten Sie den Weitblick
    Überlegen Sie vor jedem Eintrag, ob er auch später noch gut für Ihre Reputation ist. Das Internet vergisst nie. Stellen Sie sich die Frage: Möchte ich, dass meine Meldung auch in zwei Jahren gefunden und gelesen werden kann? Achten Sie auf Ihre „innere Stimme“ und löschen Sie lieber direkt impulsive Einträge, die Ihnen selbst oder anderen schaden könnten. Bedenken Sie, dass etliche Firmen die Netzwerk-Einträge potentieller Bewerber prüfen.
  10. Schließen Sie Trolle aus
    Lassen Sie sich nicht von unangenehmen Zeitgenossen zu unüberlegten Reaktionen verleiten. Die sogenannten „Trolle“ sind nicht am eigentlichen Thema interessiert, sondern wollen nur Menschen in Misskredit bringen oder Diskussionen sabotieren. Blockieren Sie diese Personen in ihrer Kontaktliste.

Weiter geht der Knigge-Rat auf die heimlichen Kosten ein, die durch die Teilnahme an Communities und sozialen Netzwerken entstehen:

„Sie zahlen mit Ihren privaten Daten

Wichtig ist: In vielen Netzwerken werden Sie kostenlos Mitglied, zahlen aber mit einer anderen Währung: Ihren persönlichen Daten, die das Netzwerk laut AGB oft weiterverwenden darf. Insbesondere Facebook (www.Facebook.de), LinkedIn (www.linkedin.com) und Myspace (www.myspace.com) werden von Verbraucherschützern kritisiert, da sie die Rechte der Nutzer sehr stark einschränken.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Besonders Nummer 2 und 10 gefallen mir persönlich am Besten, sind sie doch auch zuweilen ein Thema in der Freitags-Community.

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Eilt: Widerspruch gegen Google Streetview


Nicht von ungefähr in den Sommerferien beginnt die vier-wöchige Widerspruchsfrist gegen die Veröffentlichung der Straßen und Häuser, in denen Menschen wohnen, die sich einen Rest an Privatsphäre erhalten wollen. Sie betrifft Einwohner aus den 20 Städten, die demnächst auf Streetview zu sehen sind. Die Frist endet bereits am 15. September 2010.

Die 20 Städte für den Streetview-Start  im November sind:

  • Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

Menschen aus dem übrigen Bundesgebiet können weiterhin über diese vier-Wochenfrist hinaus Einspruch einlegen, es empfiehlt sich, dies wenn irgend möglich online zu machen, denn, so ein Erfahrungsbericht:

„Schön und gut wenn google auf email innerhalb 12h antwortet. Die Leute, die keinen Internetzugang haben, müssen aber auch berücksichtigt werden bzw. gerade die. Mein postalischer Widerspruch vom April ist weiterhin unbeantwortet.“

Die besten Widerspruchsmöglichkeiten findet man auf der website des BMELV, also des Verbraucherministeriums (Ministerin ist Ilse Aigner). Hier finden sich Musterwidersprüche in Word-,RTF-, PDF- und ODT-Dateiformaten.

Außerdem kann man per email direkt an google Deutschland oder mit dem guten alten Brief Widerspruch einlegen:

Was google selbst schützt und in welchem Umfang, findet man auf googles Datenschutzseite.

In den USA haben sich mittlerweile 38 Bundesstaaten gegen google zusammengeschlossen, nachdem dort bekannt wurde, daß auch ungeschützte WLAN-Daten aufgezeichent wurden.

  • Weitere Tipps:

Sehr hilfreich und unbedingt zu empfehlen ist der Datenschutz-Blog des IITR- Instituts für IT-Recht.

Als Lektüre zu empfehlen ist der Artikel aus dem linux-Magazin.

Auch das Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein ist sehr informativ.

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