Die Hoffnung stirbt zuletzt: Der Mut der kongolesischen Flüchtlinge


Hope Against All Hope: The Spirit of Congolese Refugees

Ein Beitrag von Samira Sawlani  (Original hier)/ Übersetzung ins Deutsche: Hermanitou

Ugandan_children

Viele von uns ziehen niemals die Möglichkeit in Betracht, daß ein Ereignis in unser Leben tritt, aufgrunddessen wir unsere Häuser und unser Leben verlassen und fliehen müssen, nicht wissend, was die Zukunft für uns bringt. Das Einzige, was wir sicher in dieser Situation wissen ist, daß wenn wir hierbleiben, es unser Ende bedeuten könnte. Darum gehen wir. So beginnt das Leben eines Flüchtlings.

Wir können eine Menge von Flüchtlingen lernen, und weil heute der Weltflüchtlingstag ist, dachte ich, es ist Zeit für mich, über meine Erfahrungen bei der Arbeit mit Flüchtlingen aus Uganda etwas zu schreiben und darüber, was ich von ihnen gelernt habe.

Ich nahm einen Bus von Kampala  nach Kisoro, eine kleine Stadt an der Grenze von Uganda-Ruanda-und der Demokratischen Republik Congo(DRC),  um in einem Flüchtlingslager ehrenamtlich zu arbeiten. Im Lager traf ich Leute, die aus dem Kongo geflohen waren. Hier wurde ich Zeuge sowohl der schlimmsten als auch der besten menschlichen Natur:  Es gab dort Schmerz, Wut, Trauer und Leiden, aber noch größer war die Stärke, der Mut und die Hoffnung der Menschen.

Es gab Erfahrungen, die nicht beschrieben werden können, einige davon so schmerzhaft beim Wiedererleben:

-Das Kind, das mir erzählte, daß es Arzt werden wollte, wenn es erwachsen sei und dann innehielt und mich fragte „…aber werde ich jemals wieder zurück zur Schule können?“

–  Die Frau mit fünf kleinen Kindern, die von Soldaten vergewaltigt wurde, nachdem sie ihren Mann vor ihren Augen getötet hatten.

– Die große Zahl Kinder, die nicht wußten, wo ihre Eltern waren.

– Die Familie, die floh, als die rRebellen kamen und aus dem Nachbarhaus das Weinen eines Babys hörten und dann ihr Leben riskierten, um das Baby zu retten, das dann an Mangelernährung starb.

– Der Mann der mit nichts ankam, aber die Bibel dabei hatte.

– Der Mann, der im Kongo ein angesehener Uni-Professor war und nachdem er die Grenze überquert hatte fühlte, daß er nun Nichts war. Und die Geschichten häufen sich….

Es waren alles gestohlene Leben von Menschen und Gemeinschaften, die sich in den Konflikten über Bodenschätze, Stammesfehden und ethnischen Spannungen ereigneten.  Diese Menschen waren keine Bürger irgendeines Landes mehr.

Sie waren nun Flüchtlinge an einem Platz, der nicht ihr Zuhause war, nicht wissend, was in dem Land geschah, daß sie hinter sich gelassen hatten und was auf ihrer Reise, die sie nun vor sich hatten, geschehen würde.

Aber heute ist nicht der Tag für die Geschichten von Trauer und Leid. Heute ist der Tag, um den Mut der Flüchtlinge weltweit zu feiern.  Die einzige Sache, die ich in jedem Flüchtling bemerkte, den ich kennenlernte, war ihr Mut, sehr selten gab es Tränen oder Klagen über Nahrungsmangel, Freiheitsbeschränkungen und die Abhängigkeit von uns.

Jeden Morgen wenn ich im Lager ankam, war es voll von Lachen: Die Kinder, viele von ihnen ohne Familie, lachten, spielten und riefen „mzungu mzungu.“ Die Frauen und Männer waren ständig gesprächig und versuchten, mit mir in Englisch zu sprechen oder brachten einen Übersetzer, um mir ihre Geschichten zu erzählen, warum sie es nicht erwarten könnten, zurückzukehren und ihr Glaube und ihr Optimismus war stark.

Ich will zum Schluß noch die Geschichte einer Frau erzählen, die im siebten Monat schwanger war, zwei junge Töchter hatte und zusehen mußte, wie ihr Mann vor ihren Augen getötet wurde. Sie erlaubte mir, meine Hand auf ihren Bauch zu legen und zu spüren, wie ihr Baby sich bewegte. Ich fragte sie, ob alles in Ordnung sei und wie sich fühlte. Ich fragte, ob sie sich Sorgen mache, was als Nächstes passiere, das Baby zu bekommen ohne ihren Mann und wie sie nun ihr Leben in einem ständigen Flüchtlingslager leben würde.

Sie überlegte einen Augenblick und sagte: “ Ich bin eine Woche gelaufen, um hierher zu kommen, bei Nacht und am Tag. Alles, um was ich bitte ist Milch, aber als ich lief, hatte ich keine Angst. Meine erste Arbeit hier wird es sein sicherzustellen, daß die Kinder in die Schule können.“

Die Frau fügte hinzu: “ Ich werde gebären und dieses Kind wird so tapfer sein wie sein Vater. Jedesmal, wenn es sich bewegt, werde ich stärker, weil ich weiß, ich muß für mich und meine Kinder sorgen. Ich habe keine Furcht. Vielleicht werden wir eines Tages zu einem friedlichen Zuhause zurückkkehren, vielleicht auch nicht. Aber wie es auch immer enden wird, wir werden versuchen, ein besseres Leben zu bekommen.“

Und schließlich sagte sie: „Wir sind Flüchtlinge, ja. Wir mögen von diesem Land und seiner Gastlichkeit abhängig sein, aber das macht uns nicht weniger menschlich oder nimmt uns unsere Würde. Wir mögen unter den Sünden derjenigen, die zu Hause sind, leiden, aber das bedeutet nicht, daß irgendeiner von uns in diesem Lager besiegt ist. Es liegt Würde darin, sich und seine Familie in Sicherheit zu bringen.“

Das ist im Kern die Stimmung aller Flüchtlinge in Afrika und weltweit, auch die Länder einschließend, die ihnen ein Zuhause geben und das Versprechen, daß sie weiterkämpfen um sicherzustellen, daß sie nicht nur Opfer von Kriegen bleiben werden.

Und dort, mitten in den Bergen und im Grünen, während ich der Frau zuhörte, den Kinder zusah, wie sie sorglos Fußball spielten, die Frauen beobachtete, wie sie Körbe webten, um ihre Langeweile zu bekämpfen, die Männer sah, wie sie diskutierten, wer denn nun mehr Knochen habe und mit einer Gruppe von lachenden und kichernden Mädchen sprach, die zu mir gerannt kamen und fragten, ob sie mein Haar flechten durften, da hörte mein Schmerz auf, den ich gespürt hatte, seit ich angekommen war.

Und auch der ständige Kampf, nicht zu weinen hörte auf, weil ich dachte, wenn sie trotz allem lächeln können, dann kann ich es auch.

Samira Sawlani

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Hoffnung für Afrika: Die Macht des positiven Denkens


Hope for Africa: The power of positive thinking

Published on Friday, 08 October 2010
von Charlotte Sutherland , übersetzt von Hermanitou (Original hier)


Stellen Sie sich Afrika vor – von seiner besten Seite. Stellen Sie sich ein überwältigendes Potential vor, daß sich in einer gewaltigen Explosion entladen könnte.  Stellen Sie sich vor, was möglich wäre, wenn mehr Menschen, Afrikaner und Nichtafrikaner, an Afrika glauben würden.  Unzählige Menschen haben schon bezeugt, was die Macht des positiven Denkens und seines Erfolgs in ihrem Leben bewirkt hat. Auf dem Prinzip beruhend, daß positive Energie noch mehr positive Energie anzieht  – auch als „Gesetz der Anziehung“ bekannt -ruft dieses Blog jeden (also auch Sie!) dazu auf, von ganzem Herzen an Afrika zu glauben.

Eine Person macht schon einen Unterschied, aber falls Millionen es sich kurz-und langfristig zu eigen machen, Hoffnung und Glauben für Afrika zu hegen, könnte diese kombinierte Masse an positiver Energie helfen, dauerhaftes Wachstum und Fortschritt für den afrikanischen Kontinent herzustellen.

Fürwahr, negative Gefühle, Gedanken und Artikel über den Zustand von Afrika beschreiben den derzeitigen Zustand  einiger Dingen in ihrem derzeitigen Ausmaß. Und es ist auch wahr, daß dieser anhaltend negative Focus auf Dinge, die wir in Afrika nicht wollen, ganz einfach immer mehr davon produziert – Hungersnot, Gewalt, Korruption und so weiter…

Einige Leute nennen ihre negative Haltung „Realismus“ und sagen, daß wir nichts verbessern können, bevor wir die Probleme und Mängel kennen, die diese Probelematik verursachen. Sie ignorieren dabei ständig, daß ihr „Realismus“ tatsächlich Realität verursacht und so gefährlich ist wie eine „self-fulfilling-prophecy“ (Eine sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung).

Tatsache ist, daß „Realismus“ für Afrika oft mit negativen Untertönen von Schuld durchdrungen ist: Laßt uns die Schuld den Kolonialisten, dem Imperialismus, der Apartheid, der Bestechung, dem Patriarchat, dem Kapitalismus, den Regierungen und den Landesverrätern an Afrikas Problemen geben. Das ist viel leichter als sich auf Lösungen zu konzentrieren, nicht wahr?

Da gibt es einen feinen Unterschied zwischen Realismus und Optimismus. Ich schlage nicht vor, daß wir die Herausforderungen des Kontinents vergessen – natürlich müssen wir diese anerkennen, analysieren und daran arbeiten. Die geistige Haltung jedoch, mit der wir handeln, ist die Macht unseres positiven Denkens.

Wie viele positive Artikel lesen Sie in Nachrichten über Afrika? Wie viele positive Gedanken haben Sie selbst über den afrikanischen Kontinent? Ist es einfacher zu akzeptieren, daß Afrika immer hinten liegt? Ist es eigentlich schwerer zu glauben, daß Afrika ein starker, lebendiger Kontinent ist mit einem großen Potential für Frieden und all den anderen Zutaten für ein generelles Glück? Wenn man positive Dinge  über Afrika liest und hört, ist man ermutigt, auch positiv über Afrika zu denken. Je mehr Optimismus wir kultivieren und unterstützen, desto mehr große Dinge werden in Afrikas Entwicklung geschehen.

Wir können die Probleme erkennen, aber diese als überwindbare Herausforderung auffassen, nicht als unbewegbare Berge! Manchmal ist dies schwer zu glauben – Bilder von Armut und Hungernot brechen mein Herz. Wie will Afrika jemals diese Dinge überwinden?

Wir müssen erkennen daß die Macht, etwas Besseres, etwas Wundervolles zu erschaffen,  jenseits aller Zweifel in uns selbst lebt.  Ermunterung ist positiv. Hoffnung ist positiv. Lösungen sind produktiv.

Anstatt Kampagnen gegen sexuelle Gewalt zu betreiben, sollte man Kampagnen starten, die sich auf Gleichberechtigung von Mann und Frau und auf glückliche Familien konzentrieren. Anstelle einer Forschung und eines Journalismus, der sich einzig und allein an Problemen orientiert, sollte man eine Regel einbauen, die positiven Lösungen bei den auf der Hand liegenden Fragen Rechnung trägt.

Zugegebenermaßen braucht Veränderung Zeit. Wenn Sie sich Afrika verpflichtet fühlen, brauchen Sie einen langen Atem und bringen Sie so viele Mitstreiter mit, wie Sie können. Jeder Schritt vorwärts zählt.

Und wenn Sie auch keine direkte Hilfe leisten oder eine Spende tätigen können, werden ihre positiven Gedanken helfen, mehr gute Dinge nach Afrika zu bringen. „Vorstellungskraft ist alles. Sie ist die Vorschau auf das, was das Leben für uns bereit hält“, sagte Albert Einstein. Wer glaubt an eine helle Zukunft für Afrika? Ich auf jeden Fall!

Charlotte Sutherland

Hope for Africa: The power of positive thinking
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Tiefe Gräben, Alkohol und Schuldenberge…


Um einen Überblick über die Welt zu erhalten, wie Standard&Poors sie sieht, ist hier die entsprechende Karte.  Diese sagt uns, daß es noch nicht mal die superreichen Ölstaaten geschafft haben, ordentlich Kohle anzuhäufen. Das bleibt nur einem Teil von Europa, Kanada und Australien vorbehalten. Da die Griechen mittlerweile ihr nicht vorhandenes Geld in den Bau eines riesigen Grabens verpulvern, der die Türken und Migranten davon abhalten soll, die Akropolis zu klauen, hält sich mein Mitleid mit diesen in Grenzen.

Standard

Wer die amerikanische Wirtschaft ruiniert hat, zeigt folgende Grafik:

Und noch ein Drittes: Gesoffen wird vor allem in der Nordhälfte unserer Welt. Was wiederum beweist, daß Schluckspechte nicht nur in armen Ländern vorkommen. Im Gegenteil.

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Reiterurlaub in Bayern / Riggerding – Vorsicht dabei: „Mir san mir…


…und alle anderen sind blöd.“ – Sollten Sie einmal vorhaben, einen Reiturlaub im bayrischen Wald zu verbringen, dann hüten Sie sich am Besten vor der kleinen Ortschaft Riggerding.

Der dortige Reiterhof macht Werbung  – durchaus gekonnt – für sein preisgünstiges vielfältiges Angebot. Der Haken dabei: Fast nichts davon findet wie angekündigt statt.

Die sonst allgemein verbreitete Ausländerfeindlichkeit wird in Riggerding verfeinert auf jeden, der dort im Ort nicht geboren ist. Also zählen besonders Urlauber dazu, die wohlgelaunt am Morgen zum angekündigten Reitunterricht und zum Ausritt in Wald und Flur erscheinen.

Nach einem Frühstück, das sich vor allem dadurch auszeichnet, daß man sein Gedeck zwischen schon gebrauchten Tellern und Tassen selbst zusammensammeln muß und man, wenn man Glück hat, den einen oder anderen Aufstrich noch erwischt, während der Orangensaft schon leer und der Kaffee maximal lauwarm ist, beginnt der Tag pünktlich um neun Uhr mit einer anderthalbstündigen Wartezeit, bis man ein Pferd zugeteteilt bekommt.

Mitsamt einer Reitlehrerin, nennen wir sie mal Susi, die dem überraschten Reiter erst mal klarmacht, daß er nichts, aber auch gar nichts richtig machen kann, weder beim Pferd striegeln noch beim Satteln oder Zaumzeug anlegen. Der Ton ist rauh, aber unfreundlich, denn darauf hat man sich ja gefreut und eine Menge Geld bezahlt, oder?

Aufsteigen kann der Reitergast, der schon etliche Stunden in Irland und Schwaben im Sattel saß, natürlich auch nicht selbst und – sitzt er dann mal im Sattel, wird ihm im bewährten bayrischen „Mir-san-mir“-Stil mitgeteilt, daß auf diesem Hof nicht getrabt wird, er auf jeden Fall die Füße vom Pferd zu lassen habe sowie die Zügel bestenfalls mal zur Dekoration in die Hand nehmen dürfe.

Und dann gehts los. Ohne Reitunterricht. Denn der findet nicht statt. Stattfindet stattdessen ein sogenannter Ausritt, der sich dadurch auszeichnet, daß zehn konsternierte Reiter hinter der weiblichen Bayern-Domina her(sch)reiten, die den Tag damit verbringt, alle paar Minuten irgendwelche Anweisungen, die teilweise an Schwachsinn grenzen, nach hinten zu bellen. Nebenbei rutschen zwei Sättel von den Pferden, eines geht durch und das Wort Sorry kennt die Susi natürlich nicht. Offensichtlich ist sie mit den auf dem Hof befindlichen Hunden verwandt, die im Gegensatz zu den Pensionsgästen von der Bäuerin höchstselbst mit Wurstbrot verwöhnt werden…

Nach mehreren Stunden, bei denen es verboten ist, mit Partnerin oder Kindern zu kommunizieren, indem man nebeneinander reitet, kehrt die Gesellschaft dann wieder auf den Hof zurück. Hinter ihr liegt ein stundenlanges Gekeife von Horse-Commander Susi, die den Teilnehmern damit einen Tag lang klar gemacht hat, daß bestenfalls ihr Geld, sie selbst aber nicht willkommen sind.

Erleichtert begibt sich der Gast dann in den direkt nebenliegenden Gasthof, der damit wirbt, drei Sterne zu besitzen.

Und auch hier wird unmißverständlich klargestellt, daß auch Auswärtigen das Recht auf eine Grundnahrung zusteht. Diese kostet dann wie anderswo ordentlich Euro, aber es wird natürlich nur das Notwendigste serviert.  Der ofenfrische Schweinebraten mit Knödel und Salat ist dabei ein echtes bayrisches Touri-Schmankerl:  Der Salat besteht aus einem grünen Ensemble mit Runke und Stiel sowie Karotten aus der Dose und wird serviert mit leckeren Fertig-Pfanni-Knödeln und Fertigsoße. Das Schwein schien allerdings echt zu sein. Noch mal Schwein gehabt und: Wohl bekomms!

Völlig unbeeeindruckt von jeder Kritik bayert der Hofbesitzer in Riggerding vor sich hin und wundert sich vermutlich, daß die meisten Reiturlauber nur einmal und dann nie wieder kommen.

„Jo mei – mir sand halt mir und alle andern sand halt bled, net wohr?“





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Grüne Stresser


Wie zu erwarten war, erweist sich das Konglomerat aus Baum- und Parkschützern, Bahnhofsverstehern, Juchtenkäferflüsterern  sowie den Grünen als die eigentlichen Stresser im Ländle. Nachdem S21 mit Bravour bestanden hat, zeigen uns die Müslimänner und Huzelhexen ihre schlechten Manieren und tun Unschönes: Sie karten nach.

Spitzenmann im Nachkarten ist Boris Palmer. Die Schweizer Firma, die den Stresstest für S21 durchgeführt hat, wurde sellmal von ihm für diesen Job vorgeschlagen.  Und nun sollen wir Schwaben so lange gestress-testet werden, bis ihm und seinen Artenschützern das Ergebnis passt.

Im Gefolge von Boris Palmer kommen dann die Rechenkünstler der Grünen zu Wort. Wo die die Grundrechenarten gelernt haben, ist klar: In den Schulen der tiefschwarzen Bildungspolitik der letzten 50 Jahre, die vor allem Bildungslücken hinterließ. Beispiel gefällig?

Michael Joukov, Stadtrat in Ulm, verkündete unheilsschwanger, man werde beim Fahrplan „noch einige unangenehme Überraschungen erleben“.

„So könnten ICE-Züge auf der Neubaustrecke zwar in 25,5 Minuten nach Stuttgart fahren, dort aber müssten sie 5,5 Minuten vor dem Bahnhof warten, bis ein Gleis frei sei. Entgegen der Versprechungen werde die halbe Stunde Fahrzeit damit nicht unterschritten, ein schnellerer integraler Takt sei nicht zu erreichen.“ (SWP, 26.07.2011)

Ja, das Rechnen ist halt nicht seine Sache. Die 31 Minuten, die der Bursche da zusammenzählt, hat er – und da haperts halt – nicht in Bezug zu den 60 Minuten gesetzt, die es heute von Ulm bis nach Stuttgart braucht.  Eine Halbierung der Fahrzeit eine „unangenehme Überraschung“ zu nennen, ist da schon ziemlich daneben.

Die Miss Stress ist die BUND-Vorsitzende Brigitte Dahlbender. Oder müsste es Mistress heißen? – Sie steht für den kleinen Teil der Sozialdemokraten, die sich der lautstarken Minderheit der Bahnhofsversteher anbiedern und immer noch mal eine seltene schützenswerte Art in Stuttgart suchen. Wie wäre es mit dem kleinen blauen Steinbeisser?   Gut, daß hier die SPD mit Ivo Gönner, Martin Rivoir und Nils Schmid Kurs hält und für Vernunft und Geradheit steht.

Die Stimmung in Baden-Württemberg hat sich zunehmend gedreht.  „Grün, weiblich, „links“ – das sind laut Umfragen diejenigen, die einem sinnvollen Fortschritt und der Stärkung des Bahnverkehrs immer noch im Wege stehen.  Hingegen stehen laut Umfrage der Stadt Stuttgart mittlerweile 43% der Hauptstädter hinter dem Bahnprojekt, nur noch 34% sind dagegen. (SZ, 25.07.11)

Wie der Teufel das Weihwasser, so fürchten die  Grünen und Bahnhofsflüsterern die Volksabstimmung. Denn dann wäre es endgültig klar, daß S21 nur noch von einer lautstarken fanatisierten und irrationalen Minderheit bekämpft wird. Die überwältigende Mehrheit der Schwaben aber wird dem nötigen Fortschritt sein Placet geben.

Die Grünen müssen natürlich nun für ihre Wähler ein lautstarkes Theater abziehen – das wird von ihrem Klientel gewünscht und daher aufgeführt. Und so erweisen sie sich als die eigentlichen Stresser, die hoffentlich demnächst ihr Burn-Out bekommen.

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