Erbärmliche Kriegstreiber


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Steinmeier schließt Waffenlieferungen nicht aus, Obama prüft alle Optionen und Merkel säuselt von „letzten Chancen“. Wenn die Großen von Frieden reden, meinen sie Krieg, das wußte schon Bertolt Brecht.

Zwischen zwei kapitalistischen Blöcken (West und Ost)  läuft ein knochenharter Kampf um Absatzmärkte und Schlüsselregionen. Die Ukraine war schon immer ein Appetithappen für Warlords aller Art – ob sie nun Napoleon oder Hitler oder Stalin hießen, die Lage, die Bodenschätze und das fruchtbare Land weckten von je her Begehrlichkeiten.

Die NATO möchte ihr Herrschaftsgebiet herfür möglichst bis an die Grenzen Russlands ausweiten, um dieses Wirtschaftsreservoir für den westlichen Kapitalistenblock zu sichern, während Russland sich – im Übrigen völlig zu Recht – auf die Vereinbarungen beruft, die Vorrausetzung für seine Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands waren: Keine Truppen östlich von Deutschland und keine Osterweiterung.  Diese Vereinabrung ist schon lange Makulatur und reichte die Destabilisierung weiter Teile des Nahen und Mittleren Ostens durch die USA und ihre Verbündeten nicht schon aus, musste auch noch – beginnend mit dem größten Stümper, der jemals deutscher Außenminister war, dem in sich selbst verliebten Gockel Frank-Walter Steinmeier, auch noch die Ukraine gespalten werden, hatte sie es doch gewagt, mit Russland über ein Wirtschaftsabkommen verhandeln zu wollen.

Und so installierte man in Kiew eine Bande sogenannter Demokraten, die sich bei näherem Hinschauen vor allem als Sammelsurium nationalistischer, reaktionärer und faschistischer Gestalten entpuppen. Hier findet sich eine Aufstellung von Regierungsmitgliedern, die dazu gehören: http://www.voltairenet.org/article182518.html.

Im August 2014 verbot die ukrainische Regierung die Kommunistische Partei, die immerhin 13% der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte. Mitglieder der Partei, auch Mitglieder im Parlament, wurden verprügelt und misshandelt.  Der Rabbi von Kiew hat Israel um Unterstützung gebeten und allen Juden empfohlen, Kiew und die Ukraine zu verlassen:

Ukrainian Rabbi Moshe Reuven Azman, called on Kiev’s Jews to leave the city and even the country if possible, fearing that the city’s Jews will be victimized in the chaos, Israeli daily Maariv reported Friday.

„I told my congregation to leave the city center or the city all together and if possible the country too,“ Rabbi Azman told Maariv. „I don’t want to tempt fate,“ he added, „but there are constant warnings concerning intentions to attack Jewish institutions.“

Offensichtlich gibt es für die NATO kein Halten mehr – und auch die Bundeswehr soll „mehr Verantwortung“ übernehmen, was nichts Anderes heißt als daß die Freiheit des westlichen Großkapitals im Donezbecken, im Himalaya und in Mossul verteidigt werden soll. Die Medien senden Kriegspropaganda, die Rüstungskonzerne reiben sich die blutigen Hände, die Aktienmärkte jubeln sich nach oben –  für die einfachen Menschen bedeutet dies: Krieg ist im Anmarsch, mancherorts schon im Gange.

Es sind wirklich erbärmliche Zeiten und erbärmliche Gestalten, die heute hier regieren, ob sie nun von der Leyen, Gauck oder Steinmeier heißen.  Aus der deutschen Geschichte haben sie nichts gelernt, die Losung „Nie wieder Faschismus- nie wieder Krieg“ ist ihnen fremd und bedeutet ihnen nichts, gar nichts. Sie sind die Speerspitze eines häßlichen Großdeutschlands, das in Europa keinen Widerspruch duldet:

– Beschließen die Schweizer ein nicht genehmes Ausländerrecht, dann droht ihnen Steinmeier umgehend mit Konsequenzen.

– Wollen die Schotten aus Großbritannien aussteigen und NATO-Stützpunkte kündigen, so richtet sich sofort ein ganzes Droharsenal an Propaganda gegen dieses unbotmäßige Völkchen.

– Und die Griechen – die sollen weiterkriechen, ob mit Hilfe der EZB oder mit Hilfe der wirtschaftlichen Totalblockade.

Bleibt zu hoffen, daß dieses häßliche Großdeutschland nicht noch sehr lange den Deckel auf all den Bewegungen halten kann, die – getrieben von zunehmender Arbeitslosigkeit, Verarmung und Verelendung, sich organisieren und hoffentlich auch checken, daß diese erbärmlichen Kriegstreiber abgewählt und entmachtet werden müssen, wenn wir denn noch eine Zukunft haben wollen.

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Lügenpresse oder: Warum man den Medien nicht vertrauen kann


Ums gleich vorweg zu sagen:  Natürlich gibt es hierzulande mindestens eine  (die auflagenstärkste) Zeitung, von der man ungestraft, sozusagen juristisch erlaubt, sagen darf, daß sie lügt und ein Drecksblatt ist. Alle anderen Medien hierzulande lügen zwar nicht, aber sollten sich Gedanken über das fehlende Vertrauen in ihre Publikationen machen.

Der ARD-Programmbeirat hat im Juni 2014  folgendes Resumee gezogen:

„Im Juni 2014 hat der Programmbeirat im Rückblick eine ganze Reihe von Beiträgen über die Krise in der Ukraine beobachtet, die seit Ende 2013 im Ersten ausgestrahlt worden waren. Zu diesem methodisch ungewöhnlichen Vorgehen sah er sich veranlasst, nachdem einige Rundfunkräte sowie zahlreiche Zuschauer/innen Kritik an der Ukraine-Berichterstattung im Ersten geübt und dabei vor allem Einseitigkeit zulasten Russlands, mangelnde Differenziertheit sowie Lückenhaftigkeit beklagt hatten.

Die Beobachtungen des Programmbeirats umfassten die zehn „Brennpunkt“-Sendungen zur Ukraine-Krise sowie einige Talkshows und rund drei Viertel der insgesamtmehr als 40 Beiträge zum Thema in den politischen Magazinen, dem „Europamagazin“, dem „Weltspiegel“ und in „ttt“.

Der Programmbeirat kam aufgrund seiner Beobachtungen zu dem Schluss, dass die Berichterstattung im Ersten über die Krise in der Ukraine teilweise den Eindruck der Voreingenommenheit erweckt hat und tendenziell gegen Russland und die russischen Positionen gerichtet war.“

Der Deutschlandfunk musste schon im Sommer letzten Jahres zugeben, daß sich viele  Hörer bei ihn meldeten, die sich über seine tendenziösen Berichte hinsichtlich des Ukraine-Konflikts  empörten. Daraufhin unterstellte Dirk Oliver Heckmann allen diesen Hörern, sie seien von Moskau bezahlt und gelenkt. Ich habe daraufhin einen Brief an den DR geschrieben , auf den ich nie eine Antwort erhielt, darin schrieb ich:

„Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Heckmann,

mit großer Empörung habe ich in den heutigen “Informationen am Mittag” (22.07.14)  Ihren Umgang mit kritischen Feedbacks Ihrer Hörerschaft zur Kenntnis genommen.

In einem Interview mit dem “freien” Journalisten Alexander Sambuck fragen sie ihn, ob die “westlichen Medien , die derzeit mit emails und Anrufen überschwemmt werden, die eine angebliche einseitige Berichterstattung monieren, möglicherweise vom Kreml aus gesteuert werden”.

Nehmen Sie bitte zur Kenntnis: Weder ich selbst noch viele meiner Bekannten und Freunde, die sich sicher nicht bei Ihnen melden werden, sind es leid, ihre einseitige Berichterstattung tagtäglich zu hören.  – Sie sollten sich mit sehr viel Sorgfalt darum kümmern, daß z.B. im Falle des abgestürzten Flugzeugs in der Ukraine Beweise egal von welcher Seite vorgelegt werden und überprüfbar sind. Unerträglich ist es allerdings, wenn dies zugunsten einer immer offener gepflegten Politik eines neuen kalten Krieges völlig vernachlässigt wird.

Wir alle wissen nicht, was in der Ukraine wirklich vor sich geht. Sowohl mit Bildern wie mit Worten wird von allen Seiten die Wahrheit proklamiert. Um so wichtiger wäre ein kritischer Journalismus.

Nehmen Sie daher auch zur Kenntnis, daß ich ein realer Bürger der BRD bin, der weder russisch spricht noch von Russland bezahlt wird. Und ehrlich gesagt ist mir der Herr Putin völlig egal, er ist nur einer der derzeitigen Kriegstreiber, zu denen leider auch viele westliche Politiker gehören.

Mit welchem Recht also diffamieren Sie mich als “von Moskau gesteuert?”

Die vielen Mails und Anrufe dürften schlichtweg darauf zurückzuführen sein, daß Sie es mit Ihrer Art der einseitigen Berichterstattung völlig offensichtlich übertrieben haben…“

 

Die Südwestpresse Ulm weigerte sich, einen Leserbrief von mir abzudrucken, in dem ich mich krititsch mit ihrem Reporter im Osten auseinandersetzte:

„Ich danke Ihnen sehr für Ihre ausgewogene Berichterstattung über die Ukraine und deren Ursachen. Bitte teilen Sie mir rechtzeitig mit, wann ich Frau und Kinder vor dem Russen in Sicherheit bringen muss, denn von der Krim bis an die Donau ist es ja nicht allzu weit. Und der Russe hat, wie Sie uns ja täglich berichten, nichts Anderes im Sinn, als mir mein Häuschen wegzunehmen und meine Familie zu mißhandeln.

Schön, daß Sie jetzt auch die richtigen Worte für die vermummten, uniformierten, schwer bewaffneten und gewaltbereiten Kerls auf dem Maidan gefunden haben. Im Gegensatz zu den vermummten, uniformierten, schwer bewaffneten und gewaltbereiten Kerls im Osten der Ukraine und im Gegensatz zu den vermummten, uniformierten, bewaffneten und gewaltbereiten Demonstranten in Hamburg und Berlin sind das “Freiheitskämpfer”, die “das ukrainische Volk” repräsentieren.

Und nachdem sie den bösen, aber unerklärlicherweise vom ukrainischen Volk in freier Wahl gewählten Präsidenten Janukowitsch mitsamt seinen ebenfalls gewählten Parlamentariern per vorgehaltener Waffe im Namen des ukrainischen Volkes zur Flucht gezwungen haben, nennen Sie das nun eine “Übergangsregierung”.   Gut zu wissen, daß Sie für alles, was bei uns in Deutschland nicht erlaubt ist, doch, wenns gegen den Russen geht, schöne Worte finden.

Und Rathausbesetzung ist, so habe ich gelernt, nicht gleich Rathausbesetzung. – Im Kosovo waren es Freiheitskämpfer, die völlig berechtigt das Kosovo von Serbien abgespalten haben, mit westlicher, vor allem deutscher Unterstützung. Im Osten der Ukraine aber oder im Baskenland oder in Katalonien oder in Schottland – das sind Separatisten, Kriminelle und im Zweifelsfall vom Russen angestiftete Wirrköpfe.

Und danke, daß Sie mir mysteriöse Dinge verschweigen, denn die würden, da haben Sie ja so recht, meinen inneren Frieden sehr zerrütten. Gut, daß ich nicht weiß, daß die Schüsse auf dem Maidan mit mehreren Toten, aus einem besetzten Haus der Freiheitskämpfer gekommen sind. Und daß die Freiheitskämpfer mit der NPD in Sachsen und Mecklenburg verbrüdert sind und sich liebend gerne unter der Flagge der SS-Division “Nachtigall” fotografieren lassen.

Gut, daß ich nicht weiß, daß die wirbelsäulenheilige Frau Timoschenko wundersam genesen ist und demnächst alle Russen umbringen will.

Und gut, daß Sie die Russen auffordern, sich aus Russland zurückzuziehen und keine Manöver mehr auf russischem Boden abzuhalten.  Das ist ja so realistisch, daß ich Sie, liebe deutsche Presse, nur für Ihre Logik bewundern kann.

Und ach – der Putin. Mitsamt dem Verräter Schröder.  Der hat doch nach jahrzehntelangem Schweigen tatsächlich verraten, daß der Krieg der NATO gegen Serbien völkerrechtswidrig war.

Der Putin ist, und da müssen Sie sich doch bitte noch auf eine Formulierung einigen, auf jeden Fall entweder verrückt, psychotisch, chauvinistisch, entfesselt, lügt wie gedruckt, machtgeil oder von allen guten Geistern verlassen.

Wobei sich die Frage stellt, ob er von guten Geistern überhaupt verlassen werden konnte, denn er ist Russe und damit per se schon ein böser Geist, der die Welt bedroht….

…Ich bewundere Sie, liebe deutsche Reporte, lieber Claus Kleber, lieber Stephan Scholl, wirklich aufrichtig. Wie Sie das hinkriegen, jeden Tag alle diesselbe Meinung zu haben. Wären wir nicht in einer völlig toll funktionierenden Demokratie, könnte man fast meinen, Sie haben sich alle selbst gleichgeschaltet oder Sie wurden es. Aber das ist nun ein wirklich so unheimlicher Gedanke, daß ich hier doch lieber Schluß mache…“

Gabriele Krone-Schmalz urteilt über im Norddeutschen Rundfunk über die deutschen Reporter so:

Und dann müssen wir noch konstatieren, dass uns per Foto am Sonntag aktive mutige Politiker gezeigt werden und sich dann herausstellt,  dass diese Vorkämpfer für die Freiheit und Abbauer der Bürgerrechte zu feige waren, mit dem gemeinen Volk in Paris zu demonstrieren, sie hätten sich ja einer Gefahr aussetzen können. Diese Gefährdung überliessen sie denn doch dem gemeinen Volk auf dem Platz der Republik und ließ sich dann heldenhaft in einer Seitenstraße fotografieren:

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Original


Wenn sich die hiesige Presse nicht dem Vertrauensverlust stellt und alle ihre Kritiker in eine Schmuddelkinder-Ecke befördert, dann wird sich die „Lügenpresse“ noch sehr lange halten. Wünschenswert und dringend notwendig ist die Abkehr von gefälschten Fotos, einseitigen Propaganda-Artikeln und ein Dialog mit kritischen Hörern und Lesern.

Das – und nicht ein „Unwort“ – ist vonnöten. Das alledings setzt Kritikfähigkeit voraus, die den meisten Reportern leider bisher fehlt.

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Ich bin nicht Charlie!


Sehr viele Menschen haben mittlerweile ein feines Gespür für die Heuchelei entwickelt, mit der Politiker und die angeblich unabhängige Presse lügen.  Jetzt sind sie gerade alle irgendwie Charlie – mit manipulierten Bildern ebenso wie mit ihren Aussagen, die – vergleicht man sie mit der Politik, die sie machen, nur als zynisch zu werten sind.

„Gut, dass sich so viele Führer neben all der Folterung und Inhaftierung von Journalisten und Dissidenten Zeit nehmen konnten, in Frankreich für die Meinungsfreiheit zu marschieren.“ (Marc Lynch, Professor für internationale Politik an der George-Washington Universität)

17 Menschen starben – so die traurige Bilanz – in Paris durch Terroristen.  Die deutsche Politik verteidigt die Bürgerrechte anschließend dadurch, dass sie diese einschränkt und ihren Überwachungsstaat ausbaut, solange, bis es keine Bürgerrechte mehr gibt.

21 Menschen starben bei einem Amoklauf in Winnenden – kein Politiker verschärfte daraufhin das Waffengesetz und schränkte Bürgerrechte ein.

In Paris wurden Bilder manipuliert – was auch immer gezeigt wurde, waren gestellte Portraitaufnahmen von Politikern, die angeblich durch Paris gelaufen sind, so wie dieses Bild hier:

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In Wahrheit entsand es in einer Seitenstrasse und sieht so aus:

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Wollen Sie immer noch Charlie sein?

Hier können Sie sich eine Liste ansehen, wer alles an der Demo für Freiheit und Brüderlichkeit teilgenommen hat:

https://storify.com/nick_luethi/heuchlerparade-in-paris

Beispiele gefällig?

  • König Abdullah von Jordanien, der letztes Jahr einen Journalisten zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt hat.
  • Der türkische Premierminister Davatoglu, in dessen Land (neben dem Iran und China)  so viele Journalisten im Gefängnis sitzen wie sonst weltweit nirgendwo.
  • Der Aussenminister von Bahrein, dessen Land an zweiter Stelle steht, was inhaftierte und gefolterte Journalisten angeht.
  • Sheikh Mohamed Ben Hamad Ben Khalifa Al Thani von Qatar, der einen Dichter zu 15 Jahren Haft verurteilte,weil er sich in einem Gedicht („Jasmin“)  für den arabischen Frühling einsetzte.
  • MahmoudAbbas von Palästina, der mehrere Journalisten in Haft hält, weil sie ihn angeblich mit ihren Beiträgen und Fotos beleidigt haben
  • Premierminister Jomaa von Tunesien, der einen Blogger wegen „Diffamierung der Armee“ zu drei Jahren Haft verurteilte.
  • Jane Hartley, die Botschafterin  der USA in Frankreich. Dem Wikileaks-Gründer Julian Assange droht in den USA eine hohe Haftstrafe, ebenso wie Edward Snowden, dem zur Zeit Russland Assyl gewährt. Beide haben über die weltweite Schnüffelei der USA berichtet, vor der niemand auf dieser Welt mehr sicher ist.

Raif Badawi sitzt seit zweieinhalb Jahren in Saudi-Arabien im Gefängnis. Am vergangenen Freitag begann die Vollstreckung seiner Strafe: 1000 Peitschenhiebe. Die deutsche Regierung unterhält „freundschaftliche“ Beziehungen zu Saudi-Arabien, das den Blogger  Raif Badawi derzeit mit tausend Peitschenhieben qualvoll zu Tode prügeln lässt – Saudi-Arabien hat die Anschläge von Paris als „unvereinbar mit dem Islam“ bezeichnet. Zynischer geht es nicht mehr.

( http://www.n-tv.de/politik/Saudi-Arabien-laesst-Blogger-auspeitschen-article14304791.html )

Bin ich Charlie?  Diesen propagandistischen Einheitsbrei, diese Gefühlsduselei, die dazu dient, Bürgerrechte abzubauen, Waffengeschäfte einzufädeln und Kriege zu beginnen, den kenne ich schon aus den Tagen des 11. September 2001 –  Damals waren wir alle Amerikaner:

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Schauen Sie genau hin, was gerade passiert. Frau Merkel bestimmt, dass der Islam zu Deutschland gehört.  In Niedersachsen sollen islamische Feiertage eingeführt werden. Wer derlei Unsinn widerspricht, wird als islamophob abgeurteilt. Und die Repräsentanten der größten Organisationen des Aberglaubens hierzulande, die katholischen Bischöfe und die evangelischen Pfaffen,  verbrüdern sich mit einer Religion, mit der sie eines auf jeden Fall gemeinsam haben: Einen Gott, der dazu dient, in seinem Namen alle Andersdenkende zu verfolgen und eine Botschaft ohne Liebe zu verbreiten.

Juden hingegen werden wieder europaweit stigmatisiert – der israelische Ministerpräsident nahm an der Charlie-Demo uneingeladen teil, Hollande ließ ihn wissen, er sei nicht willkommen.  Anschläge auf Synagogen und Rabbis häufen sich. Die jüdische Religion ist im Gegensatz zur christlich-islamistischen Religion nicht missionarisch tätig. Weder durch Kriege und Kreuzzüge, noch durch Attentate, noch durch millionenfachen Kindesmissbrauch ihrer Geistlichen.

Und so erleben wir nach „Charlie“ den Abbau bürgerlicher Rechte und die Fortsetzung einer intoleranten Spassgesellschaft, die völlig losgelöst, selbstverliebt und schier bewußtlos in den Abgrund taumelt.

Ich bin nicht Charlie. Je suis Armand, ich bin ich selbst, bin Hermann.

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Von Prinzessinnen, wilden Kerlen und armen Kindern


Heute morgen geriet mir der Spielzeugkatalog der „Galeria Kaufhof“ in die Hände und er ist es wert, hier einmal genauer angesehen zu werden, ist er doch ein Spiegelbild dessen, was heute in den Familien, Kindergärten und Schulen als Erziehungsziel zumindest nicht hinterfragt, ja weitgehend unkritisch übernommen und propagiert wird.
Das Deckblatt ist der Technik gewidmet, wir sehen darauf Bagger und Kran sowie ein Allradfahrzeug als bunte Accessoirs in einer Mondlandschaft – die Preise sind stolz, aber es geht ja auf Weihnachten zu, da legt man schon mal 180.- oder 190.- Euro fürs Kind auf den Ladentisch.
Die nächsten Seiten werden von Robotern, Transformern, Eisenmammuths und Feuerlöwen bestimmt, die in „Ninjago-City“ oder im  „fliegenden Feuertempel“ wohnen. Geschlechtslose Phantasiemonster, entnaturiert, motorisiert, mit Leuchttastaturen und USB-Steckplätzen, das alles kostet dann bis zu 330.- Euro.
Waren die ersten Seiten noch von Menschen unbewohnt, so erscheinen nun – der Schöpfungsgeschichte folgend, nach der Gott die Erde ausgebaggert und mit Cities und Tempeln ausgestattet hat, die ersten Menschen auf Seite vier:
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Todesstern
Männlich sind sie, und zwar ausschließlich. Sie bewohnen nun die Erde  (einen Dschungel in“Ewok-Village“, 239,99 €) und umkreisen sie in „Todessternen“ (419,99 €) , sind fast alle  bewaffnet und skywalkern mit Laserschwerten ebenso wie mit Pistolen und Gewehren aller Art in schußbereiten unbekannntenFlugobjekten.
Seite fünf rüstet etwas ab und zeigt uns Autos und Rennbahnen, Hubschrauber und Drohnen. Für die weniger gut bestückten Familien gibts die Carrera-Bahn für 120.-€, die Mittelständler legen für die Edelausführung dann schon 330.-€ auf den Ladentisch.
Nun blättern wir zu Seite sechs und sieben:  Ein ersters „echtes“ Wesen  (ein Junge, es ist ein Junge!) bedient den „Mega-Kran“, den Schaufelbagger, das „Bosch-Parkhaus“ und diverse, meist ferngesteuerte Polizeiautos.  Die Welt braucht Ordnung, sprach der Gott (Gott ist ein Mann, mein Gott, er ist ein Mann!) und diese Ordnung ist natürlich männlich. Und im Übrigen auch Hartz4-tauglich, denn auf diesen Seiten will Galeria Kaufhof höchstens 15- 50 € pro Produkt haben.
Der Junge (von Seite sechs) wird groß und hat eine Familie, und logischerweise brauchts nun Familienspiele, Gesellschaftsspiele und Kartenspiele.  Ganz oben steht natürlich „Monopoly“ in mehreren Variationen, immer mit dem gleichen Spielergebnis: Der Reiche wird reicher und der Rest der Familie geht schlechtgelaunt ins Bett.
Alternativ kann auch gequizzt werden, in Zeiten, wo der Günther Jauch immer noch blutleerer seine saudummen Fragen im Millionärsquiz stellt, kann damit dann jeder auch mal ein Jauch sein und die anderen entsprechend bequatschen.
Seite sieben zeigt uns dann noch „UNO“. Kostet 25,99.-€ und ist so unnötig wie ein Kropf, denn früher hieß das „Mau-mau“ und konnte mit jedem normalen Kartenspiel gespielt werden.  Ach – und dann gibt es noch „Das Spiel des Lebens: Banking“.   Ja, der Kapitalismus stellt alles dazu bereit, damit unser Junge (der von Seite sechs) Kapitalist, Monopolist, Banker, Aktionär oder Austrickser werden kann.   Das ist erstrebenswert und wird allüberall gefördert. Schließlich könnte er ja auch, und das werden wohl die Meisten, auch Verlierer werden, ein Looser, ein „Opfer“, ein Nix, eine schwarze Null….
Jetzt allerdings blättern wir auf Seite zehn und unsere Schöpfungsgeschichte stellt den Robotern, Sky-Walkern, Kriegern und kleinen Jungs (von Seite 1-7) nun auch noch eine Eva zur Seite. Eine Eva? Nein, viele Evas!   Denn was ein Junge allein kann können Frauen nur im Schwarm, denn sie sind sozial, anpassungsfähig, hübsch, schön, zickig und geheimnisvoll. Prinzessinnen eben.
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Fütter-und Schmusespaß „Tawny“
Und so tauchen wir in die rosa Mädchenwelt ein, die uns der Werbegott nun geschaffen hat. Schminktische, sprechende Babies, Styleshops, Barbies und ein Traumhaus (99,99 €). Pferde, die aussehen wie Bambis und rosa Sättel tragen, die mit überlangen Mähnen Hochzeitskutschen ziehen. Sie sind hier ebenso selbstverständlich wie Feen und Elfen. Die Girlies dürfen auch Waffen tragen, allerdings nur einen „Geheimnisbogen“, der mit drei „Message-Pfeilen“ Geheimbotschaften an die anderen Girls (=“Finger weg, das ist mein Boy“) oder den Jungen von Seite sechs (= „Bitte heirate mich“) verschießen kann.
Jung, schön, weich und anschmiegsam für den EINEN Mann zu sein ist im Übrigen die Lebensaufgabe, und so sind die nächsten Seiten angefüllt mit „interaktiven Prinzessinnen-Betten“ (29,99 €) , „Deluxe-Puppenwagen“, „Baby-Borns“ und anderen „Weichkörperpuppen“.  –  Das alles beschert unseren Mädels dann eine „Luxusvilla“ (84,99 €) und führt sie ins  „Shopping-Center“ (104,99 €) und in die Modeboutique (33,99 €).
Genug von den Weibern. – Platz zugewiesen, erschwingliche Preise und alles in rosa, was will Mann da noch mehr.
Die letzten drei Seiten präsentiert uns Galeria Kaufhof das „Männerteam“:   Jungs (nur Jungs!) im Einsatz rund ums wahre Leben:  Als Lebensretter, Polizisten, Tankwarte,Pferdehofbesitzer, Seilbahnbetreiber, Schatzjäger, Piraten und Ritter. Zusammen retten sie die göttlich-kapitalistische Welt und weisen Monstern und Weibern ihren Platz zu.
Schöne neue Welt.
Und doch – ist Galeria Kaufhof nun ein Vorwurf zu machen? – Schließlich spiegelt das Angebot nur wieder, was wir tatsächlich gerade erleben. Die Frauenemanzipation ist schon lange stecken  geblieben und nur eine kleine Business-Women-Elite erkämpft sich einige Quoten-Aufsichtsratposten.  Die Kinder werden von Eltern und Erzieherinnen erzogen, die genau dieses Rollenbild produzieren und fördern. Von Aktionen wie „Kauft kein Kriegsspielzeug“ sind wir so weit weg wie der Wüstensand von den Eskimos. Die Welt wird weitgehend von Rassisten und religiösen Eiferern regiert und ist so militarisiert wie noch nie.  Kalte Kriege sind im Gang und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie auch hierzulande wieder zu heißen Kriegen werden.
Was kann getan werden im Kampf gegen den Kapitalismus, der unsere Welt zerstört? Ich gestehe, dass mir eine Antwort schwer fällt, aber sie liegt irgendwo zwischen  alternativer politischer Bildungsarbeit und einem unbestechlichen außerparlamentarischen Engagement, das heute weitgehend zum Erliegen gekommen ist.
Unsere Kinder werden von Geburt an manipuliert – das zeigt auch der hier besprochene Spielwarenprospekt der Galeria Kaufhof.  Wir brauchen Mut, dagegen anzugehen, denn Bertolt Brecht hat recht, wenn er die entscheidende Frage stellt:
Wessen Morgen ist der Morgen –  wessen Welt ist die Welt?

server4Für Interessierte hier der Link:

http://www.galeria-kaufhof.de/medias/sys_master/printmaterial/viewer/viewer.html?cfg=141127_Spielwaren&fallback=celumExport/Prospektdaten/M_ET141127_147033_255938_Spielwaren/page0001.tif

 

 

 

 

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SPD-Linke: Und rechts zwei drei…


spdDie SPD zieht weiter ihren rechten Weg. – Dem Großkapital wird der Weg durch die Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA geebnet, Rußland wird faktisch der (kalte) Krieg erklärt und die Rüstungsindustrie darf nahezu grenzenlos alle Kriegsparteien in Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten beliefern. Je rechter die Gesamtpartei, desto nötiger braucht es auch eine Linke, die in der Tendenz rechter ist als es die bisherige DL21 ist.

Der gesetzliche Mindestlohn, den die SPD durchgesetzt hat, ist so löchrig wie ein Schweizer Käse, die Mietpreisbegrenzung starrt vor Ausnahmen und der Justizminister initiiert ein schwachsinniges Gesetz, demzufolge Familienfotos nur noch ohne Kinder nicht strafbar sind. Die Salafisten und ihr deutsches Pendant, die NPD, sind immer noch nicht verboten und dürfen weiterhin ihr menschenfeindliches Treiben veranstalten.

In dieses Bild passen dann die Genoss(inn)en Stegner, Sieling und Uekermann, die das neue Feigenblatt links vom rechten Kurs des stümperhaften Außenministers Steinmaier und des zukünftigen Kanzlerkandidaten Gabriel werden wollen.

Es brauche mehr Debatten, sagen sie. Gut, sage ich. Aber warum debattiert man dann nicht in der DL21 mit ihrer Sprecherin Hilde Mattheis, so schwer kann das doch nicht sein. Allerdings – es braucht natürlich eine andere Art von Debatte, weniger grundsätzliche Debatten wie bisher möglich, sondern Debatten, bei denen sich Steinmaier und Gabriel anschließend bestätigt fühlen können.  Insofern ist die Neugründung der rechteren Linken ein durchaus logischer Schritt.

Ich hoffe sehr, daß diese Neugründung eine Luftbuchung wird, auch wenn sich dort die ach so staatstragenden Genoss(inn)en wie Andrea Nahles und Björn Böhning wiederfinden.

Die nächste Wahl ist – sofern der Kurs der SPD sich nicht ändert – schon verloren, denn ohne grundsätzliche Korrekturen bezüglich Außenpolitik (Schluß mit der Destabilisierung im Osten Europas, Schluß mit Waffenlieferungen an Islamisten jeder Art), Sozialpolitik ( Schluß mit derm Abbau der gesetzlichen Rentenversicherung, lückenloser Mindestlohn), Verkehrspolitik (keine Maut),  Rechtspolitik (Verbot jeder Art von Islamisten und Faschisten), Umweltpolitik (Schluß mit Kohlekraftwerken und Kampf dem Klimawandel) wird die SPD weiterhin eine 20% (plus-minus) Partei bleiben.

Eine einige Linke, das wäre schon was. Aber wie heißt es so schön:

  • Wo zwei Linke sind, spalten sie sich. Drei Linke gründen eine Massenorganisation.
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