Der Pate (Teil IV): Hoeness, Rummenigge und Wulff


hoeneß 02Wir sind sehr überrascht, daß wir angeklagt werden“, vermeldete Hoeness, nicht aus Corleone, aber aus München. Wahrscheinlich- meint man es mit dem Uli gut – meint er damit, daß er und seine Anwälte „überrascht“ seien.  Wo doch Rummenigge (vorbestraft wegen Zollbetrug), der Bayern-Vorstand und alle Bayernfans („Uli darf das“) mitsamt der Patin ( Angie shaked his hand soon after Hoeness was charged…) hinter ihm stehen.

Der Plural Majestatis steht ihm doch irgendwie zu. Hat er doch für absolute Langeweile zuerst in der deutschen Bundesliga, jetzt auch im europäischen Fußball gesorgt. Motto: Aufkaufen, was gut ist, ruinieren, was Konkurrenz ist. Mönchengladbach, Hamburg, Bremen, demnächst Dortmund.

Dasselbe passiert gerade in der Basketballszene: Auch dort kauft Hoeness, was zu kaufen ist, von Bamberg, Berlin und Ulm. Ergebnis: Langeweile droht, ist aber noch nicht gänzlich gegessen, das Ding, zumindest Berlin bietet noch Paroili und versetzte dem Uli eine Watsch’n. Hoeness tritt nicht zurück, er wird wieder gewählt. Begründung: Alle (Rummenigge, Vorstand, Fans) stünden hinter ihm. Das ist doch eine prima Legitimation für Steuerbetrug.  Kauft Euch einen (sehr grossen) Sportverein, dann könnt ihr alle Steuern hinterziehen! Wohl bekomms!

Dem Expräsident Wulff hingegen wird der Prozess gemacht: Wegen einer 75 €-Einladung zum Essen und ähnlichen Peanuts. Im Fall Wulff geht es aber um das Eingemachte: Die Bildzeitung zeigt  Politikern, daß ohne sie und die anderen Gazetten gar nichts geht.

Und so kuscht der Pate aus München auch genau vor dieser, so wie Gabriel, Seehofer und Merkel. Stellt sich die einfache Frage: Hat die Springer-Presse die Macht im Staat übernommen? Wenn ja, was kann man dagegen tun?

 

Auf Antwort wartend

Hermanitou

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Prostitution verbieten?


HUReSie spielt nicht mit den Schmuddelkindern und singt nicht ihre Lieder – die BILD-Schreiberin Schwarzer will Prostitution verbieten und Freier kriminalisieren. Ob sie sich  im Kampf gegen das älteste Gewerbe der Welt nicht übernimmt?

Prostitution ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Hier wird gekauft und verkauft, die Nachfrage regelt das Angebot und das Angebot die Nachfrage. Sex sells und das tut es vermutlich von Anbeginn des Tauschhandels, sicher aber seit der Erfindung des Geldes. Sex in all seiner Vielfalt befriedigt Bedürfnisse und Sehnsüchte. Warum Männer zu Sexarbeiterinnen gehen ist ebenso deren Sache wie es Sache der Sexarbeiterinnen ist, statt an der Kasse von Lidl und Aldi zu arbeiten das Bordell als Arbeitsplatz zu wählen. Ebenso alt wie das Gewerbe ist dessen Diskriminierung durch Moralisten, Heilige, Pfaffen und Politiker.

Und doch wird – und da kann auch weder die Bildzeitung noch ihre Protagonistin Schwarzer etwas daran ändern, das Gewerbe auch diesen Angriff überleben. Schwarzer erklärt die Prostituierten zu Opfern, die nicht für sich selber einstehen können. Sie übersieht dabei, daß es sich zum großen Teil um Frauen handelt, die sehr wohl wissen, was sie tun und dies auch wollen. – Würde Frau Schwarzer allerdings differenzieren und eine gezielte Diskussion über Zwangsprostitution und Sexsklav(inn)en  führen, dann könnte eine wirkungsvolle Debatte über das Ausschalten der Sklavenhändler aus den benachbarten Oststaaten und der Drtitten Welt erfolgen. Das wäre sinnvoll.

So aber unterschreiben die üblichen Heiligen Schwarzers Initiative. Natürlich die unvermeidliche Margot Käßmann und der oberste Schnulzensinger der Nation, Wolfgang Niedecken.

Prostitution als Spiegelbild der Gesellschaft verbieten hieße, die Gesellschaft von Prostitution allgemein zu befreien. Und da sollte man ganz oben anfangen. In der Regierung, im Bundestag. Da sitzen die Zuhälter, legalisiert und geehrt, sie nennen sich Lobbyisten. Da sitzen die Prostituierten, sie nennen sich Abgeordnete. Und da stehen die Freier vor der Tür, sie nennen sich Wirtschaft, Industrie und Banken. 

Sie sagern, das kann man nicht vergleichen? –  Dann verweise ich gerne auf die soeben verabschiedete Abgasverordnung der EU, zu der das Magazin „Neue Energie“ titelt: „Autoindustrie diktierte Bundesregierung Abgasverordnung“. Oder nehmen sie die Causa Klaeden, das ist der Spezialist, der für Daimler in der Bundesregierung bis heute die Fäden gezogen hat.

Bis vor kurzem saß eine ganze Partei in Regierung und Bundestag, die nur ihre Freier bedient hatte: Kaum war das Bundeskabinett vereidigt, machte es im Januar 2010 auf Druck der FDP und der CSU auch schon den Weg frei für eine milliardenschwere Steuerentlastung des Hotelgewerbes.  Oder nehmen sie die Pharmaindustrie: Die kauft nicht nur Politiker, sondern auch Forschung und ganze Länder.

Alice Schwarzer ist zu kurz gesprungen. Und sollte sich mal überlegen, welche der Rollen (Freier, Hure, Zuhälterin) sie denn selbst spielt, wenn sie sich von der Bildzeitung aushalten lässt…

Nützlich: Alice Schwarzer hat noch nie im Bordell gearbeitet

 

 

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Die bleierne Zeit


Es war zu lesen, daß sich ein „Sonne-Mond-und-Sterne-Umzug“ eines Kindergartens nur unter Polizeischutz durch Bad Homburg bewegen konnte, weil massenweise Drohungen eingingen. Der Kindergarten hatte sich, ganz im Geist der Merkel-Ära, umbenannt, um mit seinem Martinsumzug niemanden zu „verletzen“.

Gutmenschen sind unterwegs, passt auf, Freunde!

Sie legen jedes Wort auf die Goldwaage, sie beschützen ihre Kinder vor allerlei Unbill und ich befürchte, sie erhalten eine moralische Deutungshoheit.  Jim Knopf wird arisiert und ist künftig kein Neger mehr, sondern ein „weißer Junge mit dunklen Pigmenten“. – Die kleine Hexe wird bei der kleinen Hexenjagd zur (na was wohl?) „kleinen frechen Göre“ (Zicke!) und der Hexensabbath wird zum Umzug alter weiser Frauen. Zum Teufel mit ihnen! Pippi Langstrumpf hat auch keinen „Negerkönig“mehr, sondern trifft auf einen „Südseekönig“.

Ich mag keine Eiferer, vor allem keine, die es „ja nur gut meinen“. Was in diesem Land derzeit stattfindet, ist eine Zensur, die Werke renommierter Antifaschisten (Michael Ende war z.B. im Widerstand) unter dem Deckmantel des „Modernisierens“ trifft.

Am Gutmenschen-Stammtisch wird diskutiert, ob man heutzutage noch ein „Zigeunerschnitzel“ essen darf – die Antwort ist bekannt: Natürlich nicht. Ebenso wie Mohrenköpfe und Negerküsse zu verschwinden haben, um nur weitere Beispiele moderner Eiferer zu nennen.

Ich esse gerne Zigeunerschnitzel und werfe mit Mohrenköpfen. Ich bin ein ganz Schlimmer. Und ich mache keinen Veggy-Day und lasse mir von keinem Eiferer vorschreiben, was ich zu sagen und zu essen habe. – Mir wurde dann in einer Facebook-Diskusssion unterstellt, dann könne ich ja auch weiterhin „bis zur Vergasung“ sagen und in mir einen „inneren Reichsparteitag“ abhalten.  Da wurden die Gutmenschen sehr sehr böse mit mir.

Natürlich benutze ich so Worte wie „Innerer Reichsparteitag“ nicht – die Reflektion der eigenen Sprache ist schon in Ordnung. Nur: Wenn man statt „Zigeuner“ nun „Rotationseuropäer“ sagt, dann bleibt die Lage der Zigeuner absolut unverändert. Worte ändern nix, man muss -ganz aktuell z.B. jetzt in Ungarn – den Widerstand gegen Rassisten organisieren, die „Zigeuner“, „Sinti und Roma“ oder „Rotationseuropäer“ kriminalisieren. Worte kaschieren nur. Und wirklich schlimm wirds, wenn man in Büchern wie Pippi Langstrumpf oder Jim Knopf auf Worte-Hexenjagd geht. 

Das ist die neue Zeit – sie ist die Wiederauferstehung der Adenauer-Ära. Bleiern, politisch korrekt bis zum Kotzen und mit einer Bevölkerung gesegnet, der es nichts, aber auch gar nichts ausmacht, wenn sie von vorne bis hinten, vom Arsch bis zu den Ohren, ausgespäht und überwacht wird: „Wir haben ja nichts zu verbergen“.

Die Politiker koalieren und sind sich über alle Grenzen hinweg einig, staatstragend zu sein. – Der ehemalige Bundespräsident stolperte über ein geschenktes Bobbycar und eine Hotelrechnung und über die Bildzeitung, die in diesen dunklen Zeiten als seriöses Blatt gilt. Der Hoeness hingegen wird staatlich getragen und stolpert niemals. Ganze Stadien entblöden sich nicht “ es gibt nur einen Uli Hoeness“ zu skandieren. 

Das andere Deutschland war – so trommeln sie seit Jahren auf die Fern-Seher ein, ein Unrechtsstaat, der seine Bürger ausspionierte und über seine „Widerstandskämpfer“ scheiterte – Die globale Komplettüberwachung, wie sie spätestens durch Edgar Snowden jedem bewusst sein sollte, also eine Monsterstasi mit niemals kontrollierbarem und überblickbarem Ausmaß gehört hingegen in dieser bleiernen Zeit einfach „dazu“. Hauptsache, Merkels Handy wird gesichert. 

Die Atomwirtschaft feiert weltweit fröhliche Urstände. Die Rüstungsindustrie jubiliert über Panzer- und U-Bootlieferungen in die arabische Welt,  deren Verständnis von Menschenrechten so weit enfernt ist wie der Obama von der Abschaffung der Folter in seinem Land.

Religiöse Eiferer beherrschen die Welt – mir ist es egal, ob diese zu Gott, Allah, oder Buddha beten. Angst macht mir, was sie im Namen ihres jeweiligen Gottes machen. Und das ist nichts Gutes.

Europa blutet aus, es herrscht Massenarbeitslosigkeit und der Abbau der sozialen Netze, die Entmachtung der Gewerkschaften sowie die Monopolisierung der Banken schreitet unter Merkels Federführung munter voran.

Was hat das alles mit dem Martinsumzug eines Homburger Kindergartens zu tun? Das ist das verinnerlichte Merkelsche Prinzip: Zensiert Euch selber, ihr habt ja nichts zu verbergen.

Aber alles zu verlieren. Nur das juckt hier keinen mehr.

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Von Kriegstreibern und Kriegsgewinnlern


Es schaudert mich beim Anblick der Fotos, die vom Giftgasangriff in Syrien gemacht wurden. Es überkommt mich Wut, Verzweiflung, ich empfinde größtes Mitleid mit den Familien, die dort Kinder, Mütter, Väter, Angehörige verloren haben und täglich weiter verlieren.

Meine Empörung richtet sich gegen alle beteiligten Täter, denn sowohl der Schurke Assat und seine Mörderbande ist darin verwickelt wie auch die angebliche freie Armee, die ebenfalls für unzählige Greueltaten gerade stehen muß. In ihr versammeln sich diese unappettitlichen Schurken von Al Quaida und ihren Ablegern, die ganz gewiss nicht für eine freie Gesellschaft eintreten wollen und werden.

Syrien soll über das größte Chemiewaffenarsenal im Nahen Osten verfügen, über mindestens vier Chemiewaffenfabriken und schätzungsweise mehrere hundert Liter chemischer Kampfstoffe, darunter Senfgas, Saringas, Tabun und das tödliche Nervengas VX.

Bereits am 06.Mai dieses Jahres berichtete Carla del Ponte, die derzeit Mitglied einer vierköpfigen UN-Untersuchungskomission zur Untersuchung von Kriegsverbrechen in Syrien ist, im Schweizer Fernsehen SRI, ihre Expertenkommission habe „starke, konkrete Verdachtsmomente, aber noch keinen unwiderlegbaren Beweis, dass Sarin-Gas von den Rebellen eingesetzt wurde“. Dies lasse sich unter anderem daraus schließen, wie die Opfer medizinisch versorgt wurden. Befragt wurden Opfer, Ärzte und das Personal in Krankenhäusern.

Und dann kommt mir das große Kotzen über die moralischen Stinkefinger, die die Führungscliquen der westlichen Welt erheben:

Nach Geheimdiensterkenntnissen vor allem von Israel und den USA begann das syrische C-Waffenprogramm in den 70er Jahren mit der Lieferung von Grundstoffen und Technologie aus der damaligen Sowjetunion. Später lieferten auch westdeutsche Firmen dem syrischen C-Waffenprogramm zu. Heute soll Syrien über rund 1 000 Tonnen chemischer Kampfstoffe verfügen – darunter 700 Tonnen Sarin sowie je 100 Tonnen Senfgas sowie das hochgiftige Nervengas VX. Die Geheimdienste haben Indizien für fünf oder sechs Lager-und Produktionsstätten, unter anderem in der Nähe von Damaskus, Aleppo und Homs. Für ihre Bewachung, den eventuellen Einsatz von C-Waffen sowie für Schutzmaßnahmen gegen fremde Angriffe mit chemischen Kampfstoffen sollen rund 70 000 der insgesamt über 600 000 syrischen Regierungssoldaten ausgebildet sein.

Zunächst verfügte Syrien nur über die Fähigkeit, chemische Kampfstoffe mit Artilleriegeschossen oder mit Flugzeugbomben abzuschießen. Dank Unterstützung aus dem Iran soll Syrien inzwischen in der Lage sein, chemische Sprengköpfe auf seine ursprünglich von der Sowjetunion gelieferten Boden-Boden-Raketen vom Typ Scud mit Reichweiten von 300 Kilometern zu montieren.

Also: Erst liefern die Russen, der Iran und die Deutschen das Rüstzeug. Davon berichtet die hiesige Presse fast gar nicht. Und dann stellen sich Merkel und Obama und der Rest der freien Welt hin und beklagen, daß Chemiewaffen zum Einsatz kommen.

Die Russen machen dann noch den Vorschlag, das Arsenal unter internatinale Aufsicht zu stellen.

Nie wieder Krieg – das allerdings bedeutet, die westlichen Staaten samt Russland und ihre Rüstungsbetriebe unter internationale Aufsciht zu stellen und letztendlich, die Produktion von ABC-Waffen komplett zu verbieten und von der menschlichen Gesellschaft ächten zu lassen.

Alles Andere ist scheinheilig und abgrundtief verlogen. Und ein gewisser Präsident sollte dringend seinen Friedensnobelpreis zurückgeben.

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A woman mourns over a body wrapped in shrouds laid out in a line on the ground with other victims which Syrian rebels claim were killed in a toxic gas attack by pro-government forces in eastern Ghouta, on the outskirts of Damascus on August 21. (Daya Al-Deen/AFP/ Getty Images)


Fotoquelle: The big picture

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Wer soll gewählt werden?


Wie vor nahezu jeder Wahl stehe ich vor der Frage, wen ich im September wählen soll.  Eigentlich ist es völlig egal, denn wie immer wähle ich eine Partei, die dem zügellosen Kapitalismus das Wort redet, mich bevormunden will oder auf dem strikten Weg dazu ist, genauso zu werden wie die anderen Statthalter des globalen Großkapitals.

Die CDU/CSU garantiert geradezu, daß sich die deutschen Kapitalisten auch die nächsten Jahre auf Kosten der anderen europäischen Staaten bereichern, daß Elend und die Arbeitslosigkeit rings um Deutschland sich weiter verschärfen und Europa zunehmend nichts anderes ist als der verlängerte Arm, der die Interessen der deutschen herrschenden Klasse ausführt und vertritt.   – Innenpolitisch wird sich der Anteil der Menschen, die von ihrer Arbeit nicht mehr leben können, deutlich erhöhen, andere werden gleich mittels Hartz 4 bis aufs letzte Hemd ausgezogen und in eine aussichtslose Zukunft geschickt werden. Überwachung und Bespitzelung werden als „Kampf gegen den Terror“ weiter ausgebaut und die hiesige Stasi schafft den gläsernen Bürger, die Privatheit geht verloren und der Anteil derer, die sich dem Mainstream entgegenstellen, wird immer geringer.

Die Spezialdemokraten werden das Gleiche machen, sie wollen das Ganze nur noch ein bißchen kosmetisch aufpolstern. Deshalb wird es zusätzlich zur Ausbeutung auch Bildungsprogramme und Programme gegen Jugendarbeitslosigkeit geben, sie wird weniger schnell als die Christdemokraten das Rentenalter auf 75 Jahre anheben.  Der Raffzahn, den sie als Kanzlerkandidat gerade verheizen, wird der Merkel eh nicht die Butter vom Brot nehmen können und wird froh sein, wenn er wieder als Finanzminister in einer großen Koalition seine bescheidene Rolle spielen darf.

Fremdenhass und  Antisemitismus werden bei beiden Volksparteien weiterhin fröhliche Urständ feiern, denn das gedemütigte Prekariat braucht die Bildzeitung und immer jemanden, auf den es herunterblicken kann und der am Elend schuld ist.

Die Medienlandschaft wird weiterhin Ideen entwickeln, wie man das bodenlose Niveau noch weiter senken kann. Neulich sahen am Samstag abend – ich glaube es kaum – zur besten Sendezeit einige Millionen zusammen mit einigen tausend Saalbesuchern in der ARD (oder wars das ZDF?) zwei Stunden lang zu, wie irgendwelche Halbpromis „Deutschlands größte Grillparty“ veranstalteten. Gehts noch?

Die Grünen zu wählen, bedeutet, Claudia Roth und die anderen FrauInnen in die Welt zu schicken, wo sie für die Akzeptanz der Frauenverschleierung selbstverschleiert werben und uns vorschreiben werden, wie wir zu leben, zu wohnen und was wir zu essen haben.

Veganisches essen wird uns per „Veggy day“ (deutsch können die Müslis auch nicht mehr) vorgeschrieben werden, die Glühbirne ist ebenso wie die Plastiktüte unmoralisch und Omas klein Häuschen nur bewohnbar, wenn es den grünen Ökonormen entspricht.  Hetero zu sein ist zunehmend uncool, Homo eigentlich auch, cool wird es sein, sich assexuell, asketisch, enthaltsam zu verhalten. Zügelloses Temperament und lebendige Partnerschaften sind den Müslis suspekt, weil sie die größten Spießer von allen in ihren Reihen haben. Das glauben Sie mir nicht? – Tun Sie sich mal einen Besuch in einer Öko-Siedlung in Tübingen oder Freiburg an – da könnten Sie jede Folge der „Desperate housewives“ oder der „Frauen von Stepford“ drehen…

Die „Linke“ zu wählen bedeutet, ihren Wandel zu staatstragenden Partei zu unterstützen. Mittlerweile posiert die Wagenknecht ja auch schon als Model in allen möglichen Boulevardblättern und unterhält sich prima mit denen, die sie vor kurzem noch enteignen wollte.

Was fehlt, ist eine Partei, die für das Recht auf menschenwürdiges Leben (Wohnraum, Arbeit, anstäändige Entlohnung, freie Entfaltung der Persönlichkeit etc…) steht und dem globalen Großkapital den Kampf ansagt. Für eine strikte und konsequente Umverteilung des Reichtums, den wir alle schaffen, eintritt. Deren Mitglieder weltweit denken und für eine gerechte Wirtschaftsordnung, also eine sozialistische Wirtschaftsordnung, in der die Produktionsmittel den Völkern gehören, eintritt.

Karl Marx ist mein Kandidat – er findet sich auf keiner Liste. Er ist zwar allgegenwärtig und hochaktuell, aber er steht bei allen Parteien im Giftschrank.

Wer soll gewählt werden? Ich werde zur Wahl gehen und da ich keine Wahl habe, werde ich den Wahlzettel mit der Bemerkung „Keine echte Wahl möglich“ versehen und ungekreuzt abgeben. Das ist die einzige Wahl, die mir derzeit bleibt.

 

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