SPD: Macht endlich eine linke Politik!


Der Absturz bei der NRW-Wahl war vorhersehbar – eine inhaltsleere SPD, die auf Hannelore Kraft als einzigem Plus setzte, verlor die Wahl gegen eine thematisch aufgestellte Opposition, die sich die von ihr selbst geschürte Angst der Bevölkerung vor Fremden und vor Kriminalität ebenso zum Thema machte wie die überall fehlschlagende Inklusion behinderter Kinder und die G8-Turbo-Gymnsasien.

Und so wurde in den diversen Talk-Runden anschliessend genüsslich darauf verwiesen, dass die SPD statt sozialer Gerechtigkeit doch lieber in das Scharfmacherlager der Bürgerrechts-Abbauer, Überwachungsfanatiker und Vorurteilsschürer wechseln sollte – mal davon abgesehen, dass ein Großteil der SPD-Funktionäre (besonders der Justizminister Maaß) dort schon lange mitmacht, ist das genau der falsche Weg, der als das von den Medien vorgegebene Thema nun aufzugreifen wäre.

Ein Großteil der Parteispitze hat sich bis dato schon lange mit einer Weiterführung der großen Koalition anrrangiert, sie haben dort alle ihre Pöstchen, Ämter und Bundesverdienstkreuze und sind sich nicht grün:

Im Dschungel des Parteivorstandes kämpft dort jeder gegen jeden: Steinmaier (der bis dato schlechteste Außenminister dieser Republik, mitverantwortlich für die Eskalation in der Ukraine) wurde nach oben weggelobt. Gabriel (der nunmehr noch schlechtere Außenminister, der mit einem einzigen Besuch in Israel eine zwischenstaatliche Krise zustandebrachte) wird auch weiterhin irgenwo im Kabinett sein Auskommen haben, vielleicht wird er wieder Beauftragter für Pop-und Schmalzmusik. Die Nahles und der Maaß sowie all die anderen Spitzensozis finden sich weiterhin im Kabinett der neuen im September zu wählenden Kroko.

Anständigerweise musste man dann nur noch einen Kanzlerkandidaten finden, und dabei stiess man auf den gerade in Europa abgehalfterten Martin Schulz, seines Zeichens bekannter Strippenzieher und mit einem kleinen Skandal, die Bezahlung seiner Mitarbeiter in der EU betreffend, vorbelastet.  Einer, der dringend einen neuen Posten brauchte und den man deshalb gefahrlos, weil blass bis zur Unkenntlichkeit, als Gallionsfigur gegen Merkel aufstellen konnte.

Dann passierte Unerhörtes: Der Genosse Schulz offenbarte (zufällig) eine eigene Meinung und blinkte links, brachte eine moderate Kritik an dem Verarmungsprogramm Hartz4 vor und bewirkte innerhalb kurzer Zeit einen Hype, der zu 17.000 Neueintritten in die Partei führte. Was ihn am selbst am Meisten überraschte.

Nach kurzem Zögern galt es, den Schulz-Hype wieder einzufangen. In den diversen TV-Schwatzrunden konnte man die Genossin Kraft samt all den Anderen Kroko-Amtsinhabern sehen, wie sie ohne Ende beteuerten, dass man weiterhin an Hartz4 festhalten wolle.

Das wars dann schon – in den drei Landtagswahlen durfte Schulz dann zwar irgendwie immer sein Durchhaltemantra von „der langen Strecke, die noch zu bewältigen sei“ und vom „abgerechnet-wird-erst-nach-der-Wahl-im-September“ vortragen, inhaltlich aber war leider weiterhin nicht viel los.

Und wie verzweifelt sich Medien und Parteibasis auch immer bemühten, irgendeinen inhaltlich sinnvollen Satz aus dem Martin Schulz herauszubekommen, konnte und kann er nichts Sinnvolles liefern.

Politik „as usual“ wurde weiterhin gemacht. Zeit für Gerechtigkeit? – Niente! Stattdessen Klassenjustiz: Für Einbruch und Diebstahl (also dem klassischen Übergriff meist besitzloser Menschen auf wohlhabendere Eigentümer) gibt es künftig mindestens ein Jahr Knast.  Für „potenzielle Gefährder“ (also Menschen, die keine Straftat begangen haben) gibt es die Fußfessel.  Statt besser ausgestattetem Polizeipersonal gibt es Videokameras und die grauen Herren und Damen führen Deutschland in den Schnüffelstaat.

Wer sich die angesagten Themen von den „Medien“ (interesanterweise werden die immer nur noch als Einheit bezeichnet, was charakterisiert, wie gleichgeschaltet sie mittlerweile ticken) vorgeben lässt, hat seine Handlungshoheit verloren. Das halbherzige kurzfristige Flirten mit linken Themen überzeugt keinen Wähler.

Unterstützung allerdings bekäme die SPD, wenn sie konsequent ihre eigenen Themen umsetzen würde und endlich Hartz4 im Misthaufen der Geschichte vergraben würde. Schneller und verstärkter Bau von Mietwohnungen, die erschwinglich sind, Rente mit 63, ein vernünftiges Arbeitslosengeld, Investionen in eine ökologische Zukunft, eine Abkehr vom neuen Kalten Krieg und eine konsequente Entspannungspolitik, eine gastfreundliche Republik, die sich notleidender Menschen annimmt, eine Gesundheitspolitik, die jedem Menschen die gleiche gute Behandlung zukommen lässt, eine Bildungspolitik, die auch Kindern aus armen Familien wieder den Zugang zu den Unis öffnet, all das sind Themen, die gerade nicht besetzt sind, mit denen die SPD allerdings Wahlen gewinnen könnte.

Macht endlich linke Politik. Jetzt!

 

 

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Alter Wein in neuem Schlauch: Die Schulz-PD.


Dass die SPD genauso schnell wieder auf der Verliererstraße fährt, wie sie durch Martin Schulz hochgepuscht wurde, ist ein uraltes und ausschließlich hausgemachtes Problem dieser Partei: Sie hat keine Inhalte, die die Wähler anspricht.

Hat jemand allen Ernstes geglaubt, es reiche aus, kurz mal mit randständigen Verbesserungen für Arbeitnehmer und Arbeitslose zu locken und einen klitzekleinen Augenblick mit  der Linken zu flirten? –  Martin Schulz reist jetzt seit Wochen durchs Land und findet keine Worte, geschweige denn verbindliche Inhalte zu den wirklich großen Themen, die die Menschen bewegen.  – Keine Worte zu den weltweit geführten Kriegen, keine Worte zum Klimaschutz, keine Worte zur Abschaffung von Hartz4, dem gigantischen Verarmungsprogramm, dass die SPD zu verantworten hat.

Keine Worte zu immer noch unbezahlbarerem Wohnraum, keine Worte zur Reichensteuer, keine Worte zu Beendigung der Russland-Blockade und zur Erlassung der angeblichen  Schulden Griechenlands, keine Worte zu der rechten Gewaltwelle, die nach wie vor durch dieses Land rollt (allein im ersten Quartal wurden wieder über 900(!!!)  Überfälle auf Assylunterkünfte gezählt).

Nun habe ich ja auch von Anfang an gesagt, dass der Mann nichts kann außer Sprechblasen zu blubbern und Allgemeinplätzchen zu backen. Und selbst das Wenige, was er anfangs unter seinem Motto „Zeit für Gerechtigkeit“  ankündigte (längere Bezugsdauer von Arbeitslosengeld und bessere Löhne), wurde in den diversen TV-Schwatzrunden von seinen MitgenossenInnen sofort revidiert – die Hannelore, der Siegmar und der Frank teilten dort umgehend mit, dass die SPD weiterhin zu Hartz 4 stehe.

Die SPD-Linke (peripher ist sie ja durchas noch vorhanden) muss beim Wahlparteitag einen kompletten Black-Out gehabt haben, wie sonst ist es zu erklären, dass der Strippenzieher und EU-Bürokrat Schulz ohne jede Gegenstimme inthronisiert wurde?

Was Schulz kann, ist dasselbe, was seit den Tagen von Willy Brandt dessen diverse Enkel auch können und praktizieren – die Schröders und die Steinmaiers, die Gabriels und Steinbrücks  haben keine Deut zu einer beseren Welt beigetragen, wohl aber zu einer effektiveren Kriegsführung weltweit, zu einer immer noch größeren Kluft zwischen Arm und Reich, zu einer Welt, die den Klimabach heruntergehen wird.

Das kann die SPD. Leider.

Und deshalb verliert sie. Denn nahezu alle Menschen hierzulande und weltweit wollen gut leben, einen respektvollen und friedlichen Umgang untereinander, ein Dach über dem Kopf und eine saubere Umwelt.

Solange sich die Partei weiter den Strippenziehern hingibt, die seit Jahrzehnten bei ihr das Sagen haben, wird sie weiter verlieren Ein radikal linke, dem demokratischen Sozialismus verpflichtete Kehrtwendung tut Not.

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Zeit für Selbstgerechtigkeit


Während Martin Schulz die „Zeit-für-Gerechtigkeit-Ära“ ausgerufen hat wird immer deutlicher, dass der neue Hoffnungsträger der Sozis alles Andere als ein Kämpfer für (Mit)menschlichkeit, Humanismus und Frieden in der Welt ist. 

Vielmehr kann er sich rühmen, mit noch schlimmeren Formulierungen als der Bürgerrechteabbauminister de Maiziere aufwarten zu können. – So ging er gestern  in der Frage von Abschiebungen afghanischer Flüchtlinge auf Distanz zum schleswig-holsteinischen SPD-Ministerpräsidenten Torsten Albig.

Dessen Haltung, dass das Küstenland vorerst keine Menschen mehr zurückschicke, weil die Lage in Afghanistan als zu unsicher eingeschätzt werde, sei sehr nobel: „Sie zeigt, dass er ein Mann ist, der geprägt ist von tiefer Humanität. Das ehrt ihn“, sagte Kanzlerkandidat Schulz am Dienstag bei einem Wahlkampfauftritt in Eckernförde. Die Bundes-SPD müsse jedoch beachten, welche innerstaatlichen Fluchtalternativen es am Hindukusch gebe.

„Innerstaatliche Fluchtalternativen“ – Das ist so ziemlich das Schlimmste, was ich bisher an Wortschöpfungen aus Kreisen der großen Koalition gehört habe.  Wenn also der Genosse Albig „nobel“ und „von tiefer Humanität“ geprägt ist und ihn  dies „ehrt“, was sagt uns das über den Kanzlerkandidat und Obergenossen Schulz, der diese Haltung in den Dreck zieht, wohlwissend, dass  in Afghanistan allein im Jahr 2015 3.545 Tote, und 7.457 Verletzte – insgesamt über 11.000 Zivilisten  Opfer der Konflikte in Afghanistan wurden?

  • Wie eine UNAMA-Grafik zeigt, gibt es auch keine „sichere Regionen“:

In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der Opfer auch in vormals vergleichsweise sicheren Gebieten deutlich gestiegen. Selbst der Nordosten des Landes – mit den Städten Mazar-i-Sharif und Kunduz, in denen Stützpunkte der Bundeswehr waren – verzeichnet einen sprunghaften Anstieg.:

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Seit die UN im Jahr 2009 mit der Zählung ziviler Opfer in Afghanistan begonnen hat, verzeichnet sie 21.323  Tote und 37.413 Verletzte. Die tatsächliche Zahl könnte sogar noch höher sein, denn die UNAMA zählt sehr konservativ. Hierzu auch die Stellungnahme des SH-Flüchtlingsrates und ProAssyl vom 24.April 20017.

Martin Schulz und seine (regelrecht entsetzlich deutsche Wortschöpfung) von den „innerstaatlichen Fluchtalternativen“ kann man im Gegensatz zu Torsten Albigs ehrenwertem und eines Sozialdemokraten würdigen Handelns daher getrost als „handeln ohne Ehre“und von „tiefer Inhumanität geprägt“ bezeichnen, alles andere als „nobel“.

Sein Zeitalter der „Gerechtigkeit“  ist als das zu bezeichnen, was es wirklich ist: Ein weiteres Kapitel der Selbstgerechtigkeit des Martin Schulz, des Sigmar Gabriel und etlicher anderer Sozis, die offenbar mittlerweile völlig unfähig sind, für eine Politik der Mitmenschlichkeit und des Friedens einzutreten.

  • Martin Schulz ist nicht wählbar. Weder gestern, noch heute, noch morgen.
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Berlin: Wir sind Charlie Hebdo, aber niemals nicht Petersburger!


Am Montag, 03. April 2017 detonierte eine Bombe in St.Petersburg, das vormals Leningrad hieß. Viele Tote waren das Resultat dieses Terroranschlages. Entgegen seiner sonstigen Gepflogenheiten liess der Berliner Senat das Brandenburg Tor nicht in den russischen Farben leuchten, denn – so die windige Begründung – St. Petersburg „sei keine Partnerstadt Berlins“.

Nun, Nizza, Orlando und Jerusalem sind das auch nicht. Aber : „Man habe eine besondere Beziehung zu diesen Städten“.

Zu St.Petersburg hat der Berliner offensichtlich keine Beziehung, denn es soll doch nun endlich mal Schluss sein mit der Vergangenheit(!).  Was interessiert den heutigen Berliner es auch, dass Leningrad drei Jahre lang (von 1941-44) von den Müttern, Vätern, Grosseltern der heutigen Deutschen mit Berlin als Reichshauptstadt belagert wurde und komplett von fast jeglicher Versorgung abgeschnitten wurde:

1.042.000 Zivilisten (!) kamen dabei ums Leben.  – Im viel zu früh einsetzenden Winter 1941 mit Temperaturen von bis zu -40 Grad  und sinkenden Lebensmittelrationen, am Ende gab es 250 Gramm Brot für die Männer und 125 Gramm für Frauen und Kinder,  starben allein im Dezember über 53.000 Menschen. Viele brachen auf der Straße einfach vor Entkräftung zusammen.

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Dies ist Tanya Savicheva . Ihr Tagebuch, dass sie in der Not teilweise verbrennen musste, um sich warm zu halten, ist ein für mich unbeschreiblich bewegendes Dokument über das grausame Wüten unserer Väter und Mütter gegen die Bevölkerung Leningrads.

Tanyas letzter Tagebucheeintrag lautet:

„Zhenya starb am 28. Dezember, um 12:00 Uhr 1941
Oma starb am 25. Januar 1942 03.00
Leka starb am 17. März 1942 um 5:00 Uhr
Onkel Wasja starb am 13. April um 2:00 nach Mitternacht 1942
Onkel Lesha am 10. Mai um 4:00 Uhr 1942
Mutter im Mai 13. um 7:30 Uhr 1942
Savichevs gestorben.
Jeder gestorben.
Nur Tanja ist übrig.“

Tanya wurde schließlich im Jahre 1942 gerettet und in Krasny Bor zusammen mit 140 anderen Kindern aufgenommen. Alle Kinder überlebten bis auf Tanya, welche infolge einer Darmtuberkulose fünf Monate nach der Belagerung starb.

Die einzelnen Seiten von Tanyas Tagebuch dienten als Beweis bei den Nürnberger Prozessen. Heute ist es im Stadtmuseum in Sankt Petersburg und auf dem Piskarjowskoje-Gedenkfriedhof ausgestellt. Es ist ein Mahnmal gegen das Vergessen und ein Zeugnis für die Grausamkeit zu der Menschen fähig sein können.

In Berlin allerdings geht kein Licht an, es geht den Berlinern auch kein Licht auf.  Man könnte auch sagen, es brennt in ihren Köpfen zwar ein Licht, aber niemand ist da. Da blöken sie alle im Chor, sie seien alle Charlie Hebdo, sie seien alle Nizzaner, Orlandaner oder Londoner…. einen Bezug zu Leningrad/St.Petersburg wollen sie allerdings nicht herstellen. 

Die Russen sind ja wie immer selbst schuld:

Zitat heutejournal :
„Das ist ganz klar (Anm.: Dass Russland im Fokus des Terrorismus steht), das merkt man auch, wenn man in dem Land lebt, da gibt es doch eine permanente hohe Warnung vor möglichen Terroranschlägen. Und das hat natürlich etwas damit zu tun, dass sich ja auch die Politik, die Weltpolitik, Russlands verändert hat in den letzten Jahren.
Da gab es in der Vergangenheit die grossen Reibereien und Probleme mit Tschetschenien, da gab es dann auch Widerstandskämpfer, so nennen sie sich selbst, Terroristen sagt natürlich Russland – und das natürlich auch zu Recht bei den Anschlägen, die es da gab….

(Sendung vom 03.04.2017, Wienand Wernicke ab Minute 4.40).

„Widerstandskämpfer“ sind das also.  „Reibereien und Probleme“ gibt es also, etwa von dieser Art:

Moskau, Dubrowka-Theater 2002:
850 Menschen werden als Geiseln genommen, 129 Geiseln sterben bei der Befreiung.

Beslan, Mittelschule 1, 2004
1127 Menschen werden als Geiseln genommen, 704 Verletzte, darunter mehr als 200 Kinder, 331 Tote davon knapp die Hälfte Kinder.

In Russland, Moskau, St.Petersburg, Beslan und anderen Städten werden Terroristen von der deutschen Journaille ( Von Christoph Wanner, N24 bis hin zu Wienand Wernicke, ZDF) verharmlost („Separatisten“) oder gar zu „Widerstandskäpfern“ befördert.  Und in Berlin zündet keiner auch nur eine Kerze an. Nicht für Tanya Savicheva und nicht für die Opfer des Bombenanschlags in der Petersburger Metro.

  • Ich weiss schon lange nicht mehr, zu welchem abgrundtiefem Niveau diese Journaille und ihre Politiker herabsinken werden- Sie kennen kein Halten mehr und treiben sich und dieses Land eiskalt in Unbarmherzigkeit, Ehrlosigkeit und den nächsten und vermutlich letzten Krieg dieser Menschheit. Der Letzte wird dann nicht einmal mehr ein Licht ausmachen können.

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Seiten aus Tanyas Tagebuch

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Die Belagerung Leningrads

 

 

 

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Stadt ist (Ein)Stein?


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Die Stadt Ulm als Geburtsstadt Albert Einsteins hat wieder mal einen guten Anlass, ihren wohl berühmtesten Sohn zu würdigen. Und wieder mal scheint es so, als ginge es ihr um nur um die Pflicht, einige Grundmauern seines Geburtshauses zu konservieren. Diese eindimensionale Denkweise vergibt aber die Chance, sich mit dem Menschen Einstein und seinem gedanklichen Erbe auseinander zu setzen. Steine gibt es in Ulm schon genug, und auch die Dauerausstellung im Einstein-Haus kann da nicht wirklich befriedigen. Gedenken und Denkmäler sollten allerdings nicht versteinern, sondern zum Denken anregen.

Albert Einstein, der wie kein anderer im Bereich der Physik mit überkommenen Vorurteilen und Denkgewohnheiten aufgeräumt hat, schwamm auch in politischen Fragen gegen den Strom und ließ sich nicht wie viele seiner Kollegen vom Strudel militaristischer und chauvinistischer Gefühle mitreißen. Und es ist kein Wunder, daß Krieg und Militär Gegenstand seiner politsichen Haltung sind; sie verachtet er mit mindestens ebenso großer Emotionalität, wie sie von anderen verherrlicht werden. Angesichts einer heute wieder zunehmend militarisierten Welt, die nur noch vermeintliche Lösungen in Aufrüstung und dem Pflegen alter und neuer Feindbilder zu finden glaubt, lassen wir doch Einstein selbst zu Wort kommen:

„Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann verachte ich ihn schon, er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde… Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalt und die leidige Vaterländerei – wie glühend hasse ich sie, wie gemein und verächtlich erscheint mir der Krieg; ich möchte mich lieber in Stücke schlagen lassen, als mich an einem so elenden Tun beteiligen! Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser als gewöhnlicher Mord.“ (Aus: „Wie ich die Welt sehe“, 1930)

Den Friedesfreund Einstein dadurch zu würdigen und seiner gedenken, indem sich die Stadt Ulm für Abrüstung und Frieden engagiert, sich für das Verbot von nuklearen Waffen und Waffenexporten in aller Herren Länder ausspricht, das wäre meiner Meinung nach ein würdiges Gedenken jenseits von Steinen und versteinerten Windeln des großen Sohnes dieser Stadt!

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DLF-Morgenandacht: Stramm gestanden! Nachladen!


In der Morgenandacht des Deutschlandfunks vom 06.03.2017 zeigte die evangelische Kirche, vertreten durch die Pfarrerin Annette Bassler, wie sie mal wieder strammsteht und die geistliche Munition für die weltweit im Krieg befindliche Bundeswehr liefert.

Dienen in der Bundeswehr – eine junge Muslima habe ihr das stolz erzählt, dass sie das für „Deutschland“ täte – wobei sie eine „gebogene Nase und dunkle Augen“ und – Frau Bassler „ahnt“ es – eine „orientalische Herkunft“ habe. Toll. Sogar dunkeläugige und mit gebogenen Nasen geschlagene nicht arische Menschen, ja sogar Frauen dienen diesem wunderbaren Land, „mit strahlendem Lächeln und ohne weibliche Unterwürfigkeit“.

Von den Alpen bis zum Ural, von Mali, dem Sudan und dem Kongo, von Somalia bis Uganda, vom Kosovo, über Herzegowina bis nach  Afghanistan und Usbekistan, vom Horn von Afrika über Äthiopien bis zum Flotteneinsatz im Mittelmeer, überall mischt die angebliche Verteidigungsarmee mit, immer im „Einsatz gegen Terror“ und gegen fremde Mächte wie Russland und China…

Verzeihung – die fitte Frau Bassler hat natürlich schon den Regierungssprech der Bundesregierung, im Besonderen das unerträglich verharmlosende Propagandavokabular der Frau Kriegsministerin übernommen- die Bundeswehr „dient“ nicht, sie „engagiert“ sich.

Und da Frau Bassler einen Nazi-Opa hatte, der im Übrigen ein „guter Nazi“ gewesen sein soll (der Gutnazi war Dorfbürgermeister und hat den Dorfsozi nicht verpfiffen) zuckt sie bei dem Wort „dienen“ zusammen, gegen ein „Engagement“ in der Bundeswehr hat sie allerdings kein bißchen – so sind sie, diese modern-militaristischen Christen. Nebenbei: Es gibt und gab und wird niemals gute Nazis geben.

Dass der unvermeidliche Jesus, auf den sich die Christen immer so gerne berufen, ein überaus friedfertiger Mensch gewesen sein muss, vielleicht sogar so eine Art erster „Streitschlichter“ war (ein engagierter Nicht-Zurückschläger auf jeden Fall, der wusste, dass Gewalt nur befriedigt, wenn das Opfer leidet, sich wehrt und in die Gewalt-Abwärtsschraube einsteigt), und sie eigentlich statt dümmlicher Oberflächlichkeit über Begrifflichkeiten wie „dienen“ und „engagieren“  alle Hände und all ihr frommes Gepredige voll zu tun hätten, für ein weltweites Verbot der Rüstungsindustrie einzutreten, liegt der Frau Pfarrerin und ihrer Kirche fern.

Statt Pflugscharen hat sie doch lieber ein Schwert in der Hand und schreibt als lupenreine süddeutsche  („mit badischem Migrationshintergrund“, wie witzig..) Christin der krummnasigen dunkeläugigen Soldatin vor, welche Begrifflichkeiten sie in der Vorbereitung des Tötens und dem Töten selbst zu verwenden hätte.

Die bittere Wahrheit ist: Soldaten sind universell zum Töten da, das ist ihr Job, nichts Anderes:

„He’s the Universal Soldier and he really is to blame,
His orders come from far away no more,
They come from here and there and you and me,
And brothers can’t you see,
This is not the way we put the end to war.“ (Lyrics: Donovan)

Und wenn die junge muslimische Frau, die das Töten zu ihrem Beruf gemacht hat, sagt, sie sei im Extremfall bereit, ihr Leben einzusetzen, dann wäre es die verdammte Pflicht der ach so besserwisserischen  Frau Bassler gewesen, ihr nicht mit Verständnispädagogik zu kommen, sondern ihr den Ostermarsch zu blasen, sprich, ihr klarzumachen, dass Töten und getötet werden kein Weg, niemals ein Weg ist, diese Welt, die von Glaubenskriegern aller Couleur samt Waffenproduzenten und Waffenschiebern sowie deren Lakaien in Wirtschaft und Politik zunehmend beHERRscht wird, besser zu machen.

Ganz besonders infam ist das Finale der Frau Bassler – sie meditiert darüber, dass sie als Mutter auch „diene“ und für ihre Kinder „ihr Leben hingeben“ würde. Ihre Elternrolle setzt sie gleich mit der Lust der Soldatin, für ein Land getötet zu werden und zu töten, in dem (angeblich) alle gleich seien, egal welchen Geschlechts, sexueller Orientierung etc.blabla… Einige Wenige sind allerdings noch viel gleicher.

Ich habe mein Leben lang mit den in dieser Gesellschaft abgehängten, zur Bildungsferne gezwungenen, durch Harz4 um ihre kleinen Ersparnisse gebrachten, in Flüchtlingsheimen bedrohten, langzeitig unverschuldet arbeitslosen Menschen gearbeitet:

Wer diesem Landdient“, der dient nicht den hehren Zielen des Grundgesetzes, sondern den Reichen und ihren Lakaien in Wirtschaft, Medien und Politik. Er/sie dient dem global-internationalen Großkapital, das dafür sorgt, dass dieser Planet im Sterben begriffen ist. Und um hierfür möglichst wenig Widerstand zu bekommen dient eine solche „Morgenandacht“ wie diese Montagsmorgenpredigt der Frau Pfarrerin Bassler gerade recht dazu, um die Lämmerfromm und gut gelaunt zur Schlachtbank zu führen

Ich wende mich da schaudernd ab und halte es mit dem Versprechen, dass sich die überlebenden Menschen in den Konzentrationslagern 1945 gegeben haben:

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

 

Quelle Morgenandacht Bassler: Deutschlandradio , Morgenandacht vom 06.03.2017 um 06:35 Uhr

Antikriegslieder und Antimilitaristisches findet sich im Übrigen auch auf meiner website: hermann-sr.de

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Skrupellos und unmenschlich


Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich einmal nur noch drastische Worte finden kann über diese Elite, die hier – selbstverständlich legal und gewählt –  Assyl-und Bürgerrechte zunehmend aushebelt und es schafft, dass Menschen in Länder wie Afghanistan zurückgeschickt werden, in denen Folter, Mord und Totschlag an der Tagesordnung sind. Diese Elite handelt skrupellos und unmenschlich.

Obwohl es erst am 10. Januar 2017  mehrere Anschläge in Kabul mit vielen Toten gegeben hat, versteigt sich der Abschiebeminister deMaiziere zu der Behauptung, in „Teilen Kabuls“ gäbe es sichere Gebiete.

Ich wünschte mir, der Herr Innenminister ginge ohne seine Bodyguards nach Kabul und halte sich dort ein paar Wochen auf – wie groß wären wohl seine Befürchtungen um Leib und Leben?

Oder er ginge in den Norden Afghanistans, dort gäbe es ebenfalls sichere Gebiete. Nunja. Der Oberst Klein, der verantwortlich für den Tod von über hundert unschuldigen Zivilisten ist, ist ja nicht mehr in Kundus – wenigstens der kann dort nichts mehr anrichten.

Im Bericht von Amnesty International vom 22.02.2017 heißt es:

„Antiterrorgesetze in zahlreichen Ländern der EU schränken Freiheitsrechte ohne die notwendige rechtsstaatliche Kontrolle der Maßnahmen ein.« Länder wie Großbritannien »unterscheiden sich immer weniger von Überwachungsstaaten«, warnte Beeko. Allein in London gibt es eine Million Überwachungskameras, von denen viele vernetzt sind. Aber auch Deutschland holt auf: Noch in diesem Jahr sollen auf dem Berliner Bahnhof Südkreuz Kameras mit Gesichtserkennungssoftware getestet werden.“

Und über das Deutschland mit seiner Abschiebe-statt Willkommenskultur:

„Neben den Abschiebungen nach Afghanistan beklagt Amnesty im Jahresbericht auch die Asylrechtsverschärfungen in Deutschland. So würden immer mehr Flüchtlinge nur einen subsidiären Schutzstatus erhalten, der es ihnen nicht erlaube, Familien nachzuholen. AI konstatiert zudem eine Besorgnis erregende Zunahme von Gewalt gegen Flüchtlingsunterkünfte und Geflüchtete. Die Menschenrechtsorganisation zählte 831 Angriffe auf Unterkünfte und 254 verletzte Geflüchtete. Außerdem wird beklagt, dass deutsche Behörden Berichten von Misshandlungen durch die Polizei nur ungenügend nachgingen. Auch wird das Fehlen einer unabhängigen Ermittlungsstelle für solche Fälle kritisiert.“

Kein Mensch interessiert sich mehr für friedliche Lösungen. Die Kriegsministerin van der Leyen möchte den Rüstungsetat verdoppeln und mehr Soldaten einstellen. Wofür? Für welchen Anlass?  Es gibt außer dem ständigen irrationalen Russen-Bashing nur eine für diese Regierung logische Erklärung: Die NATO soll noch mehr ost- erweitert werden und die Kriege, an denen die Bundeswehr bereits weltweit beteiligt ist, sollen mit mehr deutscher Power intesiviert werden.

Ich schreie lautlos, denn kaum einer hört mehr zu. Sagt mir, wo die Blumen sind… dieses Lied muss umgeschrieben werden:

Sag mir, wo die Blumen sind
Wo sind sie geblieben
Sag mir wo die Blumen sind
Was ist geschehn
Sag mir wo die Blumen sind
Mädchen pflückten sie geschwind
Wann wird man je verstehn, wann wird man je verstehn

Dieses ist ein altes Lied,
das einst Pete Seeger schrieb
Ein Lied für Frieden, gegen Krieg,
Ein Lied voll Poesie
Gegen Gewalt in dieser Welt
Für Menschlichkeit und Harmonie

Es fragt wo die Soldaten sind
Über Gräbern weht der Wind,
das alte Spiel erneut beginnt
Mädchen nehmen sich wieder einen Mann
Auch dieser zieht dann in den Krieg
Und viel Männer kehren nicht zurück.

Frag, wo gehen die Waffen hin
Wer den Deal denn unterschrieben?
Frag, wo gehen die Waffen hin
Wer hat daran verdient? -
- Sig Sauer,Thyssen, Rheinmetall
Bauen den Tod für überall
das muss Du wissen, aber nicht verstehn
Wissen, aber nie verstehn

Wer wirklich Blumenkinder will
Und Männer, die friedlich sind
Wer wirklich keine Kriege will
Und Freundschaft für jedes Kind
Der wählt nie mehr diese Parteien
Die die Welt so gern entzwein
Denn ohne Waffen gibt es keinen Krieg!


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