Freundschaft jedem Kind der Erde!


Als Mitglied der Sozialistischen Jugend- Die Falken und langjähriger Zeltlageraktivist, der auch viel in der sozialistischen Jugendinternationale mit unterwegs war, betrifft mich das Massaker in Norwegen auf eine sehr besondere Weise, haben wir doch hier in Baden-Württemberg mit dem Zeltlagerplatz Stöcklewald ein Pendant zu jenem Paradies, das dort zum Blutbad wurde.

Treffen, Lieder singen, diskutieren, Freundschaften schließen und die Liebe entdecken – all das trifft man an, wenn man in Zeltlager der Falken, der Naturfreunde oder der Jusos geht.  Es ist ein unbeschwertes Miteinander, bei dem man die Fragen der Welt miteinander bespricht, Rollen hinterfagt und die Zukunft gestaltet.

Ich wäre nicht der Mann, der ich heute bin, hätte es nicht die vielen Freizeiten und Zeltlager im Stöcklewald, das IUSY-Camp in Stuttgart mit Willi Brandt oder die vielen Freizeiten im sozialistischen Jugoslawien gegeben. Sie haben mich geprägt.

Und ich konnte durch meine innere Einstellung eine kinderreiche und sehr diskussionsfreudige Familie gründen, bei der jeder seinen eigenen Weg geht, aber die von Toleranz und Neugier auf Neues und andere Menschen und deren Lebensweise geprägt ist.

All dies wünsche ich von ganzem Herzen der Jugend der Welt. – Eine offene, vielfältige Diskussion, ein offenes und vielfältiges Leben im Wettstreit der Ideen und ohne die Scheuklappen von Religion und anderen Schubladen, die das Leben auf diesem Planeten so schwer machen können.

All dies können nun sehr viele Jugendliche nicht mehr. Sie wurden jäh aus ihrer Welt herausgerissen und starben eine völlig sinnlosen Tod.

Ich fühle mit den Familien, ich wünsche mir, daß trotz allem immer noch die richtige Antwort nicht der Ruf nach der Todesstrafe, der Ruf nach Grenzen und Intoleranz, sondern das Bestehen und Weiterentwickeln einer globalen demokratischen Gesellschaft ist und bleibt.

Daß in dieser endlich – und das ist unabdingbar – ein generelles Waffenverbot durchgesetzt werden muß, wissen nicht nur die Eltern der ermordeten Schüler von Winnenden. Es wissen alle, hier und in Norwegen.

Die dünnen und dummen Worte von Merkel und Westerwelle sind dabei nicht perspektivreich, sondern ein Fingerzeig, daß es auch weiterhin derlei Mordgesellen erlaubt sein wird, sich Waffen zu besorgen und Menschen ins Elend zu schießen.

Gefragt sind Taten – ein Waffengesetz, das ein Waffenverbotsgesetz ist und die Zerschlagung aller rechtsradikalen Parteien und Organisationen.  Gefragt sind Medien, die nicht dümmlichen und äußerlichen Jugendwahn verbreiten, sondern sich mit dem Zerfall unserer Gesellschaft auseinandersetzen, mit deren geistigen und materiellen Verarmung und Verelendung, die aus jungen Menschen schon sehr früh Verlierer macht. – Was gleichzeitig auch die Frage nach dem Eigentum und dem perversen Reichtum einiger Weniger beinhaltet.

In großer Trauer

und

Freundschaft jedem Kind der Erde!

Hermann Schleicher-Rövenstrunck

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Frau am Ball


Martha spielt Fußball wie ein Mann dies tut, die Frauen praktizieren Manndeckung. Mannomann, schon wieder ein Fehlpass und Kampflesben sind das ja eh alle…

Frauenfußball steht – und das ist auch ein Ergebnis der Weltmeisterschaft in diesem unseren deutschen Lande – in Konkurrenz zum Männerfußball und wird mit diesem verglichen. Selbst die Sprache („Manndeckung“ ) wird hier zu eindeutigem sexuellen Anspiel. Und daß die Frauen heute nicht so weit sind wie die Männer wird damit entschuldigt, daß sie ja auch noch nicht so lange als Fußballerinnen akzeptiert werden.  Theo Zwanziger weist die Männertrainer der Frauenbundesliga in die Schranken und fordert, daß bei den Frauen keine „Männerstreitkultur“ entstehen soll und Sepp Blatter möchte – so in einem Interview vor der WM – doch, daß die Frauen sich so ab 26/27 Jahren auf ihre eigenentliche Werte und ihren Nutzen für die Gesellschaft besinnen, denn sonst „haben wir bald keine neuen kleinen Fußballer mehr.“ Wenigstens Blatter hat kapiert, daß das nicht alles Lesben sind.

Genug davon.  Wie wärs mit folgenden Gedanken:

Frauen denken anders als Männer. – Während Männer das Ergebnis sehen und alles dafür tun, schnell und unorthodox zu diesem zu kommen, kommen Frauen langsam, aber sicher auch zum Ziel. Schritt für Schritt, alles bedenkend ist ihre Denkweise (Sowohl bei Frauen wie auch bei Männern bestätigen Ausnahmen die Regel).

Ein Beispiel:  In einem Gitarrenkurs, den ich gab, lernten die Teilnehmer(innen) zum Spielen eines einfachen Liedes drei Griffe und eine Schlagtechnik.  Während die Männer nach kurzer Zeit alle Griffe unfertig spielten, aber das Lied als Gesamtes „irgendwie“vortragen konnten, übten die Frauen Griff für Griff. Das Ergebnis war erst mal nachrangig, wichtig war es, Schritt für Schritt das Lied zu entwickeln.

Die Männer arbeiteten anschließend an der Vervollständigung ihrer Grifftechnik und brauchten letztendlich etwa gleich lang, um in gleicher Qualität wie die Frauen das Lied vortragen zu können.

  • Akzeptiert man also, daß Frauen und Männer anders denken, dann kann man auch akzeptieren, daß Frauenfußball eine absolut eigenständige Sportart werden wird.

Warum das „werden wird?“

Louisa Necib

Nun, der bisherige Stil, in dem Frauen spielen, ist ein männlicher. „Kick and rush“ ist das Pendant zum oben genannten Beispiel:  Der Ball wird „irgendwie“ nach vorne gespielt und ein schnelles Ergebnis gesucht. Typisch männlich eben. Und so spielen die Deutschen (Urvater des deutschen Frauenfußballs ist ja auch Gero Bysanz) ebenso wie die meisten Frauschaften. Deshalb haben sie jetzt ihre Dominanz verloren.

Homare Sawa

Homare Sawa

Denn zunehmend gibt es den anderen weiblichen Spieltyp auf dem Feld: Der hält nicht so viel von Kick-and-rush und von Standardsituationen wie Freistoß – Ecke -stupides Reinflanken in den Strafraum, wie das Melanie Behringer gemacht hat und dabei die Inka Grings nie fand..

Spieltypen, die ihr weibliches Denken auch auf dem Platz verwirklichen, gab es bei Brasilien und Frankreich im Ansatz. Und es ist auch kein Zufall, daß es gerade diese Frauschaften waren, die ab und an einfach auch vergaßen, genug Tore zu schießen, weil sie so gut harmonierten und ein gepflegtes Kurzpassspiel bevorzugten.

Marta

Herausragend dabei – und das bleibt bei Männern und Frauen ein entscheidendes Element – waren dort die Spielmacherinnen Louisa Necib und Marta.

  • Spielen die nun wie richtige Männer? – Nein, sie spielen wie sehr gute Frauen!

Absolut gar kein Zufall ist die neue Weltmeisterin im Fußball, Japan.  – Auch hier eine herausragende Spielmacherin: Homare Sawa.

Aber dieses Kurzpassspiel, die halbhohe Hereingabe der gefährlichen Ecken, der ganz auf den zierlich-kleinen-weiblichen Körper zugeschnittene Spielstil, der sich dadurch auszeichnet, daß eben wenig nach nach vorne geschlagenen Bällen gesprintet werden muß sondern ein weibliches Kollektiv fast geschlossen nach vorne geht und wieder gemeinsam zurückkommt und (im Gegensatz zu Frankreich und Brasilien) trotzdem der Torerfolg mit Geduld, aber auch mit genial-weiblicher Spielweise erreicht wird, das ist der eigentliche Beginn des Frauenfußballs auf hohem Niveau:

Eigenständig, die eigenen weibliche Fähigkeiten und Grenzen ausnutzend und beachtend, jede eine Teamplayerin, die der Mitspielerin den Erfolg nicht neidet und bestenfalls vor-und nach dem Spiel herumzickt.

Hope Solo

Hope Solo

I confess- ich war auch für die USA.  Ich bewundere Hope Solo. ich mag Abby Wambach.  Ich mag den amerikanischen Spirit. Es hat halt nicht sollen sein. Here-we-go girls, the next time is your time!

Der deutsche Fußball hingegen war langweilig und stupid. Birgit Prinz zieht das gleiche Drama ab wie Michael Ballak, hier der beleidigte Platzhirsch, dort die beleidigte Hirschkuh. Lichtblicke waren Nadine Angerer und das Mulitikulti-Girlie Celia Okoyino da Mbabi.

Ob Silvia Neid die richtige Trainerin ist? Kommt darauf an, ob sie das Beste aus dem Weiberfußball der Japaner und der unbändigen Energie der amerikanischen Cowgirls mit den deutschen Frauentugenden verbinden kann. Eine Herkules- (also doch wieder Männer-) Aufgabe wartet da auf sie.

Abby Wambach

Abby Wambach

Ich freue mich auf weitere tolle Jahre mit japanischen, amerikanischen, schwedischen und französischen Frauen. Und Marta darf auch dabei sein. Sie ist schließlich die Urmutter der modernen Frau am Ball.




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Saudis beschützen Deutschland!


Berlin: Das saudi-arabische König Abdullah wird in der nächsten Woche von Bundeskanzlerin Merkel zum offiziellen Beschützer Deutschlands in der Wüste ernannt.

Frauen dürfen diesen saudischen Panzer nicht fahren...

Gleichzeitig erhält Abdullah damit den Auftrag, Deutschland vor den Wilden aus dem Jemen zu beschützen, die eine ernsthafte Bedrohung für das deutsche Volk darstellen. Mittels 200 Leopard-Panzern soll König Abdullah verhindern, daß die Jemeniten Deutschlands Grenze überschreiten und die Macht in Berlin übernehmen.

„Deutschlands Sicherheit ist bedroht“, so meldeten sich unisono Verteidigungsminister de Maiziere, Außenminister Westerwelle und Bundespräsident Wulff am Wochenende zu Wort.

„Auch wenn das deutsche Volk die Bedrohnung derzeit nur aus Japan sieht, weil dort eine Kernschmelze auf uns überzuschwappen droht und die japanischen Frauen unsere Damenfußballnationalmannschaft ausgeschaltet haben, so droht uns doch die größte Gefahr von Fanatikern aus dem Jemen, die sich seit neuestem gegen Deutschland wenden und eine Invasion planen. Streng geheim natürlich“, sagte ein Mitarbeiter des Kanzleramts, der nicht gennat werden möchte. Und weiter:

„Es liegen bereits Pläne vor, die Bundesregierung komplett in den neuen Bahnhof  von Stuttgart zu evakuieren, der mit seiner Tieferlegung einen idealen Schutz für die Kanzlerin und ihren Stab bietet, falls es zum Schlimmsten kommen sollte.“

Mit dem offiziellen Bundesregierungsbeschützer König Abdullah spannt die Kanzlerin nach dem Euro-Rettungsschirm einen weiteren Schirm gegen die Angreifer aus der Wüste auf. Am Rande der Ernennungsfeier plant Frau Merkel, auch die Menschenrechte (Wei-Wei, Chodorkowskij) anzusprechen.

Abdullah wird sich dann ab Lieferung der deutschen Leopard-Panzer „Schirmherr aller Deutschen“ und „Nachfolger von Kara-Ben-Nemsi“ nennen dürfen und erhält neben den Panzern eine entsprechende Urkunde, die er seinem Volk zeigen kann. Außerdem überreicht Frau Merkel Karl Mays legendäres Buch: „Durch die Wüste“, damit die deutsch-saudischen Panzer eine Orientierungshilfe haben.

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Der geheime Masterplan der Bundesregierung


Nun hat es endlich mal einer aus der Bundesregierung gesagt: Die 200 Leoparden werden in die Wüste geschickt. Genauer gesagt in den Jemen.

Kriegsminister De Maiziere bringt die Sache auf den Punkt:

„De Maizière sprach von einer strategisch wichtigen Lage Saudi-Arabiens. Das Land grenze an den Jemen, der „in großer Gefahr sei, ein fallender Staat zu werden – und der Terrororganisation Al-Kaida noch mehr Raum zu geben“. Daher liege es im westlichen Interesse, dass Saudi-Arabien seine stabilisierende Rolle in der Region weiter spielen könne.

Die Entscheidung über Rüstungslieferungen sei „zunächst eine sicherheitspolitische“, sagte der Minister. „Menschenrechtsüberlegungen müssen eine Rolle spielen, doch überwiegen die internationalen Sicherheitsinteressen.“ Rüstungslieferungen dienten „auch der Stabilisierung politischer Partner“. (aus Welt online)

Was kann klarer sein als ein Verteidigungsminister, der sich verteidigt. Vereidigt ist er auch, einen Schwur auf das Grundgesetz hat er abgelegt, in dem auf so seltsame Dinge verwiesen wird wie die Menschenrechte…

Zuerst kommt die Sicherheit, sprich, die Panzer rollen, von wahabitischen Heerführern geleitet, in den Jemen. Damit dort Zucht und Ordnung herrschen. Das saudi-arabische Königshaus, das als großer Förderer von Al Quaida gilt, soll dort dann Al Quaida bekämpfen. Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, nennt man so was wohl.

Alles klar? Hier ist der Masterplan der Bundesregierung:

  • Zuerst kommt die „Stabilisierung“ von Saudi-Arabien, damit dort weiter Hände abgehackt und Menschen gesteinigt werden können.
  • Dann kommt der Jemen dran, wo die bösen Jungs auf die anderen bösen Jungs schießen sollen. Mit deutschen Panzern.
  • Und dann kommen die Menschenrechte. Für deren Einhaltung  ist der Westerwelle zuständig. Die findet er allerdings nicht im Jemen, sondern in China (= Künstler) oder in Russland (= Multimilliardäre)

Und dann kommt hoffentlich die Abwahl dieser Regierung, die immer noch mehr Dreck am Stecken hat.

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Ich habe einen Traum…


 

Ich träume von einer besseren Welt, in der Hühnchen die Straße überqueren können, ohne daß ihre Motivation dafür in Frage gestellt wird.

 

 

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