Das andere Amerika: Die Ruinen von Detroit


Wie keine andere amerikanische Stadt steht Detroit im Bundesstaat Michigan für den Zerfall einer Metropole, die über viele Epochen den amerikanischen way of life mit all seinen Facetten gelebt hat.

Kapitalismus in Form von Autoindustrie ebenso pur wie auch lebendige Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung, Kultur und Bildung durch reiche Citizens und bourgeoise Zivilgesellschaft.

All dies drückt sich auch – wie immer seit dem Turm von Babel und den Pyramiden, auch in den Bauwerken jeder Epoche aus.  Und hier wird auch deutlich, wie illusionslos schnell Aufstieg und Fall einer Metropole heute von statten geht:

Brauchten Grabräuber in Ägypten noch Jahrhunderte oder gar Jahrtausende, um den angehäuften Reichtum ihrer Herrscher zu sozialisieren, so gibt es im 21. Jahrhundert nichts mehr, was Arbeitslose ohne Hoffnung auf  Jobs, Alte ohne ausreichende Rente,  Jugendliche ohne Zukunft, Familien ohne Zuhause sich aneignen könnten. Denn die Herrscher von heute sind längst weitergezogen und haben ihre Reichtümer in arabischen Religionsdiktaturen oder in immer neue Steueroasen transferiert. Zurück bleibt: Gemäuer und die Erinnerung an bessere Zeiten, in denen versäumt wurde, die Herren dingfest zu machen und die Betriebe zu vergesellschaften.

Diese Bilder zeugen davon. Sie wurden im Guardian am 2.01.2011 veröffentlicht.

  1. The biology classroom at George W Ferris School in the Detroit suburb of Highland Park
  2. Dentist Cabinet, Broderick Tower
  3. East Methodist Church
  4. East Side Public Library
  5. Light Court, Farwell Building
  6. Michigan Central Station
  7. Michigan Theatre
  8. Offices, Highland Park Police Station
  9. St Christopher House, ex-Public Library
  10. The ballroom of the 15-floor art-deco Lee Plaza Hotel, an apartment building with hotel services built in 1929 and derelict since the early 1990s
  11. The ruined Spanish-Gothic interior of the United Artists Theater in Detroit. The cinema was built in 1928 by C Howard Crane, and finally closed in 1974.
  12. Detroit’s Vanity Ballroom with its unsalvaged art deco chandeliers. Duke Ellington and Tommy Dorsey once played here.
  13. View of Woodward Avenue from the Broderick Tower
  14. Waiting hall, Michigan Central Station
  15. William Livingstone House, Brush Park, a French Renaissance-style house designed by Albert Kahn in 1893 and demolished since this photograph was taken
  16. Woodward Avenue Presbyterian Church, built in the Gothic revival style in 1911
Veröffentlicht unter Fotografie, Industrie, photographie, Politik, Politik und Gesellschaft, Reportage, Uncategorized, USA | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Münchhausen spricht: Wulffs Weihnachtsansprache


„Von Weihnachten geht die Botschaft des Friedens und der Zuversicht aus. Was vor 2000 Jahren auf den Feldern von Bethlehem als Gruß der Engel an die Hirten erklang, das ersehnen wir uns auch heute: Friede auf Erden.“

So der Bundespräsident in seiner Weihnachtsansprache.

Der Mann ist – nach eigenem Bekunden – bei Sinnen und denkfähig. Er ist der oberste Vertreter Deutschlands gegenüber dem Rest der Welt und derjenige, weil er ja sonst nichts zu sagen hat, der die Moral, die den Merkels und Brüderles im Alltagsgeschäft abhanden gekommen ist, „anmahnt“. Jeder seiner Vorgänger hat schon Krämpfe im rechten Zeigefinger bekommen, weil er ständig nur im „Anmahnen“ war.

Also der Neue, Christian Wulff, der mahnt weder an noch ab, sondern glaubt an Engel und an die historische Realität der in der Bibel erzählten Geburtsgeschichte Jesu.  –   Hat der noch alle beisammen, frage ich mich seit Tagen.

Vielleicht hat er die ja. Vielleicht haben die da oben mit Bedacht einen Märchenonkel gewählt, der schon deshalb so kompatibel mit der Machtelite ist, weil er an die Drei Könige, an die künstlich-göttliche Befruchtung Marias und an den Heiligen Geist glaubt. Mitsamt dem ganzen Engelbrimborium darum. Von dem haben sie weder versehentliche Wahrheitsausrutscher wie bei seinem Vorgänger, noch den übergroßen Moralfinger von Weizäcker zu befürchten. Der wird den Kindern Märchen erzählen und das untere Drittel der Gesellschaft mit Schlaftabletten einlullen.

„Friede auf Erden“ – zu diesem frommen Gewünschel kommt dann noch die mit leichtem Tremolo in der Stimme vorgetragene Kriegsweihnacht:

„Viele unserer Landsleute sind als Soldatinnen und Soldaten, Polizistinnen und Polizisten oder als zivile Aufbauhelfer im Ausland, um Entwicklung zu fördern, Frieden in der Welt zu sichern und Terrorismus zu bekämpfen.“

Na, was fällt mir da noch dazu ein?

Märchenonkel, Münchhausen, Matschbirne.

Das ist die neue Dreieinigkeit, die Christian Wulff verkörpert.

All inclusiv – ach Du armes Deutschland!

Quelle: Rede des Bundespräsidenten, website Bundespräsident

Veröffentlicht unter Bundespräsident, Bundesregierung, Gesellschaft, Gossip, Gott, Politik, Politik und Gesellschaft, Religion, Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , | 5 Kommentare

The true story of Santa Claus…


I now believe in Santaology 🙂

And this is not suitable for childhood innocence….

Veröffentlicht unter Bildung, Eine Welt, Gesellschaft, Gott, Religion, Satire / Karrikatur, Uncategorized, USA | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Gott und die Welt (vol.1)


Folgende Geschichte erzählte ein Professor seinen Studenten:

Ein Mann sitzt neben einem Swimming-Pool, er genießt seine Zigarre und einen Whiskey. Eine Frau und ihr Kind sitzen in der Nähe. Ein Stein fällt vom Himmel, er trifft die Frau und sie verliert das Bewußtsein. Unbeaufsichtigt fällt das Kind ins Wasser. Es  ist nur 50 cm tief, es würde für den Mann sehr einfach sein, aufzustehen und den Kleinen zu retten. Aber er sitzt weiter nur da, raucht und trinkt und schaut dem Kind beim Ertrinken zu. Als die Frau wieder zu sich kommt, sieht sie, daß ihr Baby tot ist. Sie schreit und weint. Sie geht zu dem Mann, der seine Zigarre raucht: “ Warum hast Du mein Kind nicht gerettet?“, fragt sie. Der Mann sagt ihr, sie solle doch dankbar sein für diese einmalige Gelegenheit, Trauer und Verlust zu erfahren. Außerdem sollte sie ihn dafür lieben, daß er ihr diese Gelegenheit verschafft habe.

„Nun, war das Verhalten dieses Mannes verabscheungswürdig und böse?“ , fragte der Professor seine Studenten. Alle bejahten dies, aber, da das natürlich auf der Hand lag, antwortete ein Student: „Klar, dieser Mann verhielt sich böse. Aber für Gott trifft dies nicht zu. Gott geht rätselhafte Wege, und wir können sein Verhalten nicht verstehen.“

„Fein,“ sagte der Professor, „akzeptieren wir das mal einen Augenblick. –

– Aber hier kommt nun die wirkliche Frage:

Wie kommt es, daß wir für uns Menschen eine höhere Moral entwickeln  als die, die wir von Gott erwarten?“

Gott?

Veröffentlicht unter Gott, Politik und Gesellschaft, Religion, Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Papst Benedikts Rede im Bundestag – fiktiv, aber realitätsnah


Joseph Ratzinger alias Benedikt der Papst wird im Bundestag eine Rede halten. Alle Parteien sind dafür, mittlerweile auch die Grünen. Einen Unterschied gibt es allerdings: Die Grünen sind auch dafür, daß alle anderen Religionsführer ihren Sermon im Bundestag verbreiten können. Während wir uns also auch auf iranische Steinigungspropaganda und hinduistische Kasten-Ideologie freuen dürfen, genießen wir erst mal die toten Augen von Benedikt und sein Vergebungs-Geleier.-  Etwa so:

Papst vergibt mißbrauchten Kindern

„Obwohl schwere und schreckliche Sünden begangen wurden, lehrt uns der Herr, die andere Backe hinzuhalten und denen zu vergeben, die sich an uns versündigen“, las der Papst von einem vorbereiteten Statement ab. „Darum muß die Kirche trotz der schrecklichen Fehler, die begangen wurden, nach vorne schauen und diesen Kindern ihre Missetaten vergeben.“

„Wie schon Jesus sagte: Wer unschuldig ist, der werfe den ersten Stein“, fuhr der Papst fort,“wir müssen eine klare Botschaft an die hunderte- vielleicht sogar tausende von Kindern senden, deren sündiges Tun so viele unserer Geistlichen dazu brachte, voller Lust gegen das heilige Gesetz des Zölibats und der Keuschheit zu verstoßen. – Die Kirche vergibt ihnen diese Verstöße und sieht nicht mit Unduldsamkeit, sondern mit Mitleid auf diese Kinder herab.“

Die päpstliche Erklärung erfolgte als Antwort auf den öffentlichen Aufschrei, der die katolische Kirche weltweit erschütterte.  Obwohl die offizielle Kirchendoktrin solche Übergriffe verurteilt, meinen viele Beobachter, daß die päpstliche Rede den Willen der Kirche deutlich macht, den Skandal hinter sich zu lassen und das Vertrauen der Öffentlichkeit wieder zu gewinnen.

Dadurch, daß diesen Kindern vergeben wird, besonders Jungs zwischen 5 und 15 Jahren, hat der Papst wahre christliche Liebe gezeigt,“ sagte Vater Engelbert Gottfried Müller, ein Mitglied der Augsburger Erzdiozese und einer der vielen Priester, die in sexuelle Aktivitäten mit Minderjährigen verwickelt sind: „Der Papst sagt das, weil diese sündigen Jugendlichen auch Opfer sind. Durch ihre Absolution sendet er eine wichtige Botschaft aus, daß Einfühlungsvermögen, entgegen dem, was Schwarzseher und Kritiker in der säkularen Medienwelt uns glauben machen wollen, einen Platz im modernen Katholizismus hat.“

„Der Papst hat große Liebe und Mitleid gezeigt, sogar mehr als Jesus, als dieser sich der Steuereintreiber und Huren annahm“, sagte Leihbischof Engelbrecht Maier aus Bamberg. „Trotz allem, was sie getan haben, um die Karriere von so vielen Priestern aufs Spiel zu setzen – dabei reden wir noch gar nicht davon, daß sie auch deren unsterbliche Seelen gefährdet haben – empfängt die Kirche diese unmündigen Verführer mit offenen Armen. Die Worte des Papstes und seine Taten zeigen, daß die Kirche bereit ist, ein Ende zu machen und das Heilen zu beginnen.“

Diese Massenabsolution wird  von kirchlichen Wissenschaftlern als eine der fortschrittlichsten Taten seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1962 gefeiert.

„Man kann nicht genug betonen, was dieser Traditionsbruch wirklich bedeutet, sagte ein Mitglied der Würzburger Erzdiozese, Egbert B.Sext, „trotz alledem ist die Verführung eines Priesters nach herrschender kirchlicher Doktrin eine schwere Sünde gegen Gottes Gesetze, strafbar mit Verdammnis in die Hölle auf Ewigkeit. Aber der Papst hat all das beiseite gelassen. Vergangenheit ist Vergangenheit. Dafür sollten alle diese sich so schlecht benehmenden  sexy kleinen Jungs dankbar sein. Durch  diesen Willen, zu vergeben und zu vergessen, hat der Papst eine deutliche Botschaft gesandt: Obwohl diese Jungs so viel getan haben, um das priesterliche Keuschheitsgebot zu unterminieren und zu untergraben, verdienen sie doch Gottes Liebe.“

Margarethe Klopf-Busch (Isny im Allgäu), Hausfrau und Mutter eines der mutmaßlichen Verführer, drückte ihre Erleichterung über die Erklärung des Papstes im deutschen Bundestag aus:

„Monatelang hatte ich Angst daß mein Junge – und dutzende Andere, die sündige Taten mit Vater Edmund Fromm begingen, bevor er in die Sicherheit einer anderen Gemeinde gebracht wurde, um ihn dort vor weiteren Versuchungen durch ihre vorpubertären Hände zu schützen, in die Hölle kommen würde, für das, was er getan hat“, sagte Frau Klopf-Busch, „es ist das schlimmste Gefühl für eine Mutter das es geben kann. Er war nur ein kleiner Junge, erst acht Jahre alt. Er wußte es halt nicht besser. Danke, Eure Heiligkeit, daß sie meinem armen kleinen Jungen eine zweite Chance zur Erlösung von seinen Sünden geben.“

Trotzdem stimmt nicht jeder in der katholischen Kirche dem päpstliche Handeln zu:

„Was vermittelt denn der Papst heutigen Kindern? Daß es richtig ist, Priester zu verführen?“ sagte ein besorgter Priester aus Hinterzarten, der anonym bleiben will, weil er in ein schwebendes Gerichtsverfahren verwickelt ist.  „Macht ruhig so weiter und laßt jeden x-beliebigen Pater in eure Badehose bei der Pool-Party der örtlichen kirchlichen Jugendgruppe greifen? Es ist schon okay, der Papst vergibt euch am Ende? Ohne die Furcht vor ewiger Verdammnis, was lernen denn dann diese provokanten jungen Schürzenjäger?“

„Der Vatikan hat einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen“, fuhr der Priester fort.  „Wir brauchen die kirchliche Autorität für Gerechtigkeit, nicht politisch genehme Lösungen, die den Status Quo festschreiben. Diese männlichen Sünder sollten weiterhin verantwortlich sein für den Schaden, den sie angerichtet haben.“

Aktualisiert und aus dem Englischen übertragen, der Originaltext ist bei: The Onion erschienen.

Siehe auch: Das Schweigen der Hirten

Veröffentlicht unter Bundesregierung, Gesellschaft, Kabarett und Comedy, Politik und Gesellschaft, Religion, Satire / Karrikatur, Sexualität, Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare