Und endlich nagt der Baggerzahn!


Öko-Bahnhof

Öko-Bahnhof

Endlich hat der Abriss des verpissten und verrotteten alten Hauptbahnhofes in Stuttgart begonnen. Ein Schandfleck im Ländle beginnt zu verschwinden. 

Trotz eindeutigen Volksentscheids gefallen sich die selbsternannten Naurschützer weiterhin darin, Stuttgart 21 nun auf dem Gerichtsweg zu torpedieren. Daß das Ganze nur noch eine große Provinzposse ist, scheint ihnen dabei nicht aufzufallen. Wir Schwaben sind ja – so sagen unsere Kritiker – wegen Geiz ausgewiesene Schotten. Und so tut es uns schon weh, wenn wir lesen, daß das Verpflanzen eines einzigen gotzigen Baumes schlappe 400.000 € kosten soll. Und daß man auch ja keinen Lärm mit der Abrißbirne machen darf, solange noch ein Fledermauspaar im benachbarten Schloßpark eng aneinandergekuschelt Winterschlaf hält.

Wohlgemerkt: Diejenigen, die am Lautesten schreien, daß S21 nicht zu teuer werden darf, sind diejenigen, die die Gerichte beschäftigen, neue Auflagen erstreiten und den Preis um etliche Millionen nach oben treiben. 

Wenns nicht auf demokratischen Wege geht, dann wird der Wutbürger eben zum Prozesshansel. Irgendwie ist es ja auch fürs Selbstwertgefühl toll, wenn man vermelden kann, daß der Juchtenkäfer weitere zwei Wochen Bäume im Schloßpark befallen darf…

  • Ich finde: Es reicht!

Ich kenne buchstäblich niemanden, der noch irgendein Verständnis für einen derart verbohrten Aktionismus übrig hat, den der BUND und seine mittlerweile recht wenigen Sympathisanten praktizieren.  Vielmehr freuen wir uns alle darauf, daß wir (=Ulmer) endlich in 20 Minuten in die Landeshauptstadt fahren können. Der Juchtenkäfer und die anderen seltenen Getiere werden es schon überleben. Wetten, daß?

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Auf dem Linken sehn sie besser


Munter agitieren, brandschatzen und morden in diesem unseren Deutschland die alten und neuen Nazis, Rassisten, Antisemiten, Fremdenhasser, Menschenhasser. Niemand fällt ihnen wirklich und effektiv in den Arm, ein kollektiver Aufschrei der hiesigen Politiker erfolgt nur kurz, wenns sich  – wie bei den Döner-Morden, nicht vermeiden lässt und endet abrupt, wenn man sich wohlig an den Wulffs dieser Welt und deren Petitessen empören kann.

Die gesamtdeutsche Stasi, die hier Verfassungsschutz heißt, wirkt seit Jahren darauf hin, daß sich dieser menschenhassense Sumpf in Thüringen und anderswo wohlfühlen kann. Staatsziel ist es offensichtlich nicht, diesen auszutrocknen, was mit dem Verbot sämtlicher rechtsradikalen Organisationen, Publikationen und dem Verbot der NPD beginnen würde. Stattdessen soll Hitlers finsterste Gedankenwelt wieder aufgelegt werden und per Zeitschrift der deutschen Lumpenszene in kleinen Portionen wieder zur Verfügung stehen.

Anständige Menschen allerdings – und das sind wohl die Meisten unter den Parteimitgliedern der Linken –  die werden mit großem Aufwand beargwöhnt, beobachtet, beschnüffelt.  Da gibt und gab es noch nie ein Halten.

Nicht , daß es mich in irgendeiner Weise überraschen würde. Da wäre ich ja wirklich ein argloses Lämmchen, wenn ich mir vormachen würde, daß sich dieses Deutschland mal in eine fortschrittliche Richtung bewegen würde. 

Die Ausschnüffelei der Linken zeigt lediglich wieder mal, daß der Verfassungsschutz nicht die Verfassung schützt und die Verfassung in schlechter Verfassung ist, solange die rechten Lumpen weiter ihr Unwesen treiben können.

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Kreuzfahrer


Im Grunde ist die neue Titanic-Geschichte, die sich  da vor Italiens Küste abspielt, uninteressant. –  Interessant wird sie nur, weil der Kapitän sein Schiff verlassen hat und wir Deutschen doch alle irgendwie Kreuzritter und Kreuzfahrer sind.

Mit Wohlstandsbaum und mit Schmuck behängt wie ein Christbaum schaut sich die deutsche Rentnerband nun mal gerne das Elend der Welt mitsamt ihren romantischen und gastfreundlichen Slumdogs von Bord eines für Hungernde und Arbeitslose unerreichbaren Luxusliners an.

Und wenn der sinkt, meldet sich sogar der abgemeldete Westerwelle zu Wort und blökt etwas von Mitleid und Betroffenheit in die deutschen Fernsehkameras.  Wo er doch demnächst auch Zeit hat, in spätrömischer Dekadenz an der Reling eines flotten Dampfers zu stehen.

Jedes Jahr und jeden Monat stranden an Italiens Stränden tausende von Flüchtlingen aus Afrika.  Und es sind mittlerweile zahllose und namenlos viele Opfer, die mit ihren Schaluppen und Fischkähnen, mit ihren Holzbooten auf dem Weg nach Italien, vor allem nach Lampedusa, abgesoffen sind.

Das interessiert hier keine Sau, auch nicht deren Lautsprecher Westerwelle und Merkel. Das macht nicht betroffen. Sind ja nur Afrikaner. Die kennen wir nicht, wollen wir nicht und die gehen uns auch nichts an.

Gelle?

Was ist der Unterschied zwischen Schiff und Schiff?

  • Das eine kreuzt herum, das andere kreuzt auf.
  • Die Deutschen  werden rausgefischt,  die andern schiffen ab.
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„Der Freitag“ wirft Ballast ab


Die „irgendwie linke“ Wochenzeitung „der Freitag“ trennt sich von seinen Mitherausgebern György Dalos, Frithjof Schmidt, Friedrich Schorlemmer und Daniela Dahn.  Mit diesem Schritt erklärt Verleger Jakob Augstein die „Übergangsphase“ für beendet und deklariert den „Freitag“ zu einer „normalen“ Zeitung.

Die Interviews mit Daniela Dahn in der TAZ sowie in der „Jungen Welt“ machen dabei deutlich, daß die „irgendwie linke“ Wochenzeitung schon länger vor allem eines geworden ist: Beliebig.

Daniela Dahn hierzu:

„Ich wollte den Anspruch, Gegeninformationen zu liefern, nicht aufgeben und die analytische und intellektuelle Substanz bewahren. Auch wollte ich den neuen Alltagsteil nicht auf Zerstreuung, Lifestyle, Prominente der Kulturindustrie oder gar Boulevard-Stories beschränkt sehen. Die sollten zum Beispiel durch mehr Geschichten aus der akademischen und produzierenden Arbeitswelt ergänzt werden, Geschichten vom Überleben, die erzählen, wie die Wirtschaft in den Alltag ganz normaler Leute funkt. Ich hielt es für verfrüht, dass der Freitag den Brückenbau zwischen West und Ost(-Europa) aufgegeben hat. Kurzum, im Laufe der Zeit haben sich unsere Vorstellungen von der Identität der Zeitung zu meinem Bedauern entfernt.“

Jakob Augstein nimmt in der „Freitag Community“ zur Aussage Daniela Dahns, die Redaktion sei zerstritten, folgendermaßen Stellung:

„Es war eines der wichtigsten Ziele, diese Redaktion zu einer „normalen“ Redaktion zu machen, diese Zeitung zu einer „normalen“ Zeitung zu machen – die also nicht zerrissen ist, in Erstarrung verharrt, in Sprachlosigkeit, in Lagern. Streit? Unbedingt und immer und auch hart. Aber Reden ist eben wichtig. Das tun wir“

Mittlerweile teilt Freitag-Redakteur Tom Strohschneider allerdings auf Facebook mit:

„Tom Strohschneider liest gerade, was seine Ex-Herausgeberin Daniela Dahn über Jakob Augstein und das Ende des „Freitag“ als „Projekt“ sagt http://bit.ly/Ar9zKN – und will dann, weil ja Transparenz jetzt das große Ding ist, auch gleich mitteilen, dass er demnächst dort arbeiten wird, wo Dahns Interview zu lesen ist“

womit deutlich wird, daß Augstein entweder die Risse in seiner Redaktion nicht wahrgenommen hat oder diese derzeit bewußt in Kauf nimmt.

Das Problem beim „Freitag“ ist das immer noch propagierte Ziel, um es mit Augstein erneut zu sagen:

[Die Redaktion soll sein…] „Alt und jung, linksliberal und sozialistisch, Ost und West, Politik und Feuilleton … Aber eben nicht entlang der Linie alter Freitag / neuer Freitag…. Wir haben eine Haltung, im Zweifel links, aber Ideologie und Journalismus vertragen sich nicht. Wir müssen für möglich halten, dass auch Linke irren können und uns immerzu prüfen und offene Augen und ein offenes Herz haben. Nicht mehr, nicht weniger. „

Selbstverständlich vertragen sich Ideologie (egal welcher Couleur) und Journalismus, wenn man ihn unabhängig betreibt, nicht. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, eine Wochenzeitung zu betreiben, die im Geist ihrer antifaschistischen und urdemokratischen Wurzeln (die tat, DVZ, der Sonntag) aus einer solchen Geisteshaltung bewußt recherchiert und schreibt. Die das neue vereinigte Deutschland kritisch begleitet und Forum für Leser(innen) ist, die an einer echten demokratischen Zukunft in diesem Land interessiert sind.

  • Der Freitag aber ist nun endgültig auf dem Weg in die Beliebigkeit, in eine hippe und lifestylemässige Zukunft. Da haben die bisherigen Herausgeber ebenso gestört wie so einige Redaktionsmitglieder, die in den letzten beiden Jahren den Bettel hingeschmissen haben.

Dem nun alleinigen Herausgeber des „Freitag“ gebührt hiermit auch das letzte Wort:

„Ich möchte irgendwie nicht kommentieren, was Daniela Dahn gesagt hat. Und ich möchte es irgendwie nicht unkommentiert lassen. Wie Sie schon sagen, alles wird irgendwie …“

P.S. Das allerletzte Wort hat Daniela Dahn:

„Kritisieren heißt, sich verantwortlich fühlen. Gerade wenn wir bereit sind, die permanente Unzulänglichkeit als den Zustand anzunehmen, sollen wir nicht so tun, als wäre das nichts. Denn was uns überantwortet wurde, markiert unsere Zuständigkeit. Kein geringes Gut. Keine geringe Last. Nur kann man sie nicht ausschlagen wie eine ungeliebte Erbschaft. Wer nie versucht hat, sich einzumischen, soll nicht behaupten, es gehe nicht.“

Auch lesenswert hierzu: Schneeschmelze

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Brunzdummer Wulff – triumphierende Springer-Presse


Es hat schon was, wenn sich die Deutschen in ihrer Mehrheit zum Anpinkeln ihres Präsidenten versammeln und sich gleichzeitig mit den Dreckschleudern der Springer-Presse solidarisieren. Was aber passiert gerade wirklich?

Sicherlich ist da ein brunzdummer Bundeswulff, der – und da ist er nicht gieriger als andere mehr oder weniger korrupte Politiker – sich billige Kredite verschafft hat und in jeden Unternehmerarsch, der ihm vorgaukelte, er sei ein bedeutsamer Mann, gekrochen ist. Und jetzt entsprechend danach stinkt. Daß er außerdem noch so bescheuert war, die Springerpresse anzustinken, zeugt vom Verlust jeglicher Bodenhaftigkeit.

Aber das ist eigentlich nur die Wurst, die am Stock der Bildzeitung hängt und nach der die Gabriels, Gysis und Künasts schnappen, ohne es zu blicken, daß sie allesamt von dieser vorgeführt werden.

Denn die Springerpresse hat, indem sie den ersten Mann in diesem unserem Lande scheibchenweise vorgeführt, zerlegt und gegrillt hat, deutlich gemacht, wer die Macht in diesem unseren Staat hat. Sie hat eine klare Botschaft an das mehr oder weniger auf seinen eigenen Vorteil und die Verteidigung ihrer eigenen Pfründe bedachte Politikervolk gesendet, daß es keinen Widerstand gegen sie geben kann. Im Gegensatz zu staatlichen Stellen können Pressearchive auf Vorrat speichern. Jahrzehntelang. Und entsprechend mit langem Atem unbotmäßige Kandidaten mit unbequemen Fakten aus deren zeitnaher oder länger zurückliegenden Vergangenheit konfrontieren.

Die Springerpresse hat -im konkreten Fall in schönem Wechsel durch WELT und BILD – nichts anderes praktiziert und dadurch klar gemacht, daß in diesem Staat nichts ohne ihre Zustimmung geschieht. Die würde sich – und das ist der Merkel und dem Steinmaier klar – auch jederzeit weitere unsichere Kantonisten in den jeweiligen Reihen vorknöpfen.

Und das Schönste für die Skandalblätter ist, daß die Medien und die deutschen Michels sich hinter ihnen versammeln und der ganzen Machtdemonstration ihren Segen geben. Wulff ist dabei nur ein kleines Bäuerlein im großen Schach um die Macht. Und die Springerpresse verfügt beileibe nicht nur über die Springer in diesem Spiel.

Über Wulff wird diskutiert. Über die Springerblätter nicht. Die dürfen weiter hetzen – und das in Zukunft nahezu grenzenlos.

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