Das andere Amerika: Father Nathan Monk


Mein Mann der Woche ein Priester, kommt aus den USA (Pensacola) und ist ein mutiger Mann, dem mein Respekt gilt. Father Monk nimmt hier sein Recht wahr, vor dem Stadtrat von Pensacola frei und sachlich für das Recht auf Meinungsfreiheit und für die vielen Obdachlosen Stellung zu nehmen. –  Der dortige Ratsvorsitzende entzieht ihm das Wort, Father Monk allerdings bleibt in zivilem Ungehorsam und erhält Beistand von zwei Ratsmitgliedern (Sherri Myers und John Jerralds), die sich mit ihm solidarisieren und den Raum mit ihm verlassen.

Father Monk:
„As Americans, we have the right to redress our government without fear of being arrested- Whether or not they’re connecting dots from Hitler to George Wallace to Barney … you should be asking, ‘well what are we doing that’s allowing people to connect those dots?’ It was a sick and gross abuse of power.”
„Als Amerikaner haben wir das Recht, unsere Regierung in die Verantwortung zu nehmen, ohne Angst dabei haben zu müssen, inhaftiert zu werden. Und egal ob man Verbindungen zieht zwischen Hitler  zu George Wallace und Barney – Sie sollten sich fragen: „Was tun wir denn tatsächlich, was es Menschen erlaubt, diese Verbindungen herzustellen?“ – Da gab es einen makabren und großen Mißbrauch von Macht.“

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O my god!


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Ute, die Gute


„Konkret“ dokumentierte in seiner Ausgabe 12/2011 unter der Rubrik „Herrschaftszeiten“ die Weltanschauung vo Ute Ohoven, einer Wohltäterin der Menschheit und Botschafterin der UNESCO, die diese bei „Menschen bei Maischberger“ zum Besten gab.

Grund genug für mich, um sie doch so kurz vor Weihnachten dem Papst zur neuen Maria vorzuschlagen und sie möglichst noch zu ihren Lebzeiten heilig zu sprechen. Mitsamt ihrem ganzen teuren Ohrgebimsel und all der anderen schönen Dinge, mit denen sie sich zu vergolden pflegt.

Auf die Frage von Frau Maischberger,wie viele Menschen und wie lange diese sich ernähren könnten, wenn sie einen ihrer Ohrringe verkaufen würde, antwortete Frau Ohoven:

„Schauen Sie, ich arbeite seit 25 Jahren sozial. Ich arbeite nicht ab und zu, ich arbeite jeden Tag von morgens bis abends. Und ich denke, das was ich an Schönem habe, wie die Ohrringe, mit denen mein Mann mich verwöhnt, weil er sagt, mein Einsatz ist so enorm und so unglaublich – ich denke, ich habe auch das recht auf schöne Dinge. Das trage ich gerne und mit Freude. Was nützt es, wenn ich ein paar Ohrringe oder eine Uhr abgebe, dann habe ich zwar wenige, habe vielleicht zehn Menschen damit gerettet, aber ich habe in den letzten zwanzig Jahren über eine Million Menschen gerettet. Ich habe sie in eine Zukunft geführt, beziehungsweise Kinder, oder ich habe sie vor dem Tod gerettet. Mein persönlicher Einsatz ist so enorm und so groß, daß ein paar Ohrringe dabei keine Rolle spielen. Wenn Sie möchten, daß ich diese abgebe, kann ich das auch gerne machen.“

Was lernen wir daraus?

1. Frau Ohoven arbeitet nicht nur Teilzeit, sondern volle Kanne an der Rettung der Menschheit.

2. Ihr Mann  (Anlageberater und Präsident des Berufsverbandes der mittelständischen Wirtschaft) findet das unglaublich, weil er im Gegensatz zu ihr damit beschäftigt ist, die Menschheit auszubeuten.

3. Einen Teil seines Gewinns aus der Ausbeutung hängt er seiner Ute um den Hals, an die Ohren oder ans Handgelenk, worüber diese sie sich sehr freut.

4. Das Leben von läppischen zehn Menschen (für einen Ohrring) zählt nicht, sie rettet dafür eine ganze Million in zwanzig Jahren.

5. Hätten wir mehr gute Utes, zum Beispiel 20 Utes, dann könnte eine Million Menschen sogar in einem Jahr gerettet werden.

6. Da die Reichen zwar immer reicher, aber auch immer weniger werden, steht zu befürchten, dass der Menschheit die Utes irgendwann demnächst ausgehen und sie nicht mehr zu retten ist.

7. Da aber ein paar Ohrringe keine Rolle spielen, wenn Frau Maischberger diese zur Rettung einiger Menschen braucht, gibt unsere Ute diese dann doch her. Schließlich hat sie ja noch einige Dutzend in ihrer Privatschatulle.

8. Hoffentlich geht bald wieder ein Gespenst um in Europa.

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Der braune Sumpf


Völlig erstaunt melden derzeit alle  Medien, daß es nach langer Erforschung doch ein Zusammenhang zwischen NPD und braunem Terror gibt. Das ist wie mit dem Klimawandel, da müssen auch erst Jahrzehnte vergehen, bis dieser mit dem menschlichen Konsumverhalten in Verbindung gebracht wird.

Bisher war man ja bestrebt, nur „harmlose“, weil weitgehend isolierte Einzeltäter zu verfolgen und ansonsten dem Verfassungsschutz die Schuld am nicht erkannten schwarzen Terror zu geben.

Dabei versagen hier beim immer fruchtbaren braunen Schoß beileibe nicht nur Polizei und Verfassungsschutz.  – Wenn sie überhaupt versagen und nicht eh in einer Kumpanei verbunden sind. (Hierzu meldet der „Stern“ , daß Verfassungsschützer womöglich vor Ort waren, als bei Heilbronn eine Polizistin ermordet wurde)

Das ganze braune Netzwerk hat sich wie ein schmieriger Mehltau über das Land gelegt.  Und nur wenn wir uns das Ganze ansehen, begreifen wir das erschreckende Ausmaß der Verrohung, deren Speerspitze nationalsozialistische Mörderbanden sind.

Dabei sind weitaus mehr Fragen zu stellen als die Frage, wie der Verfassungsschutz noch 2010 zum Schluss kommt, es gäbe bei uns keine rechts-terroristischen Strukturen.

Vielmehr stellt sich z. B. auch die Frage, warum so großes Interesse daran besteht,  die rechtsradikalen Kampftruppen nicht nur nicht zu verbieten, sondern sie mittels NPD und Wahlkampfkostenerstattung auch noch zu finanzieren, während demokratische Initiativen in Thüringen und Sachsen die Gelder für antifaschistische Arbeit gekürzt wurden.

Jenseits von NPD und ihren wie auch immer gearteten Schlägertrupps ist es bedeutsam, den Sumpf zu analysieren, in dem die Neonazis ihren Nachwuchs rekrutieren.

Ich habe schon vor längerem darauf hingewiesen, daß die sogenannte Fankultur in den Fußballstadien masiv rechtsradikale Elemente hat. Vom Schwenken der Reichsflagge bis hin zu Sprechgesängen mit Inhalten wie „wir bauen eine U-Bahn von Cottbus bis nach Ausschwitz“ (Cottbuser Fans) und einer wachsenden Gewaltbereitschaft dieser sogenannten Fans ist der Weg in braune organisierten Banden nicht mehr weit und überlappt sich.

Auch in den Schützenvereinen tummeln sich die Herren mit der braunen Gesinnung,  lernen dort das Waffenhandwerk und können sich über sportliche Connections entsprechend mit Handfeuerwaffen versorgen.  Analog dazu ja auch beispielsweise der Amokschütze von Winndenden.

Die daraus eigentlich einfach zu schließende Konsequenz, das Waffenrecht deutlichst zu verschärfen, damit nicht noch mehr passiert, wird von Politikern aller Parteien einfach nicht gezogen.

Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen sollen in den Schulen für demokratische Grundeinstellungen der Schüler sorgen. Das ist zwar ehrenhaft, trifft aber das ganze Problem nicht wirklich. Zwei Drittel der Persönlichkeitsbildung wird nachgewiesenermassen von den Eltern geprägt, nur ein Drittel kann durch Schulen etc. mitgeprägt werden.

Da aber bei uns ganze Generationen von Großeltern und Eltern eine braune und antisemitische Grundhaltung einnehmen, nützt allein die Arbeit mit Jugendlichen recht wenig. Vielmehr müßte man an ganze Familienverbände ran, was angesichts der ljahrzehntelangen Versäumnisse (Aufarbeitung des Hitler-Faschismus) eine wirklich große Kraftanstrengung erforderte, die hier politisch ja auch gar nicht gewollt ist.

Stattdessen wird sich der angeblich entschlossene Kampf gegen die Rechtsterroristen auf einigen Verbote (NPD etc..) sowie einige wenige Strafprozesse beschränken. Und dann wird das Problem wieder in den Schubladen verschwinden. So ist das bei uns in Deutschland halt.

 

 

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S21 und die Freitags-Community: Alles Idioten?


Stuttgart 21 wird mit eindeutiger Mehrheit gebaut. Und das ist gut so. Die Menschen in Baden-Württemberg setzen auf die Bahn, auf deren Ausbau und auf die starke Anbindung vieler Regionen an die Schiene. Sicher haben wir Schwaben das Auto erfunden, aber wir setzen eben in der heutigen Zeit auf die Zukunft, und die heißt S21, dies heißt in der weiteren Konsequenz: Die Zukunft gehört der Schiene.

Interessant und erschreckend ist dabei vor allem aber die Reaktion der Lautsprecher der nun amtlich festgestellten Minderheit.

Beispielhaft bedenklich hier einige Beispiele aus der Freitags-Community:

„Die Volksabstimmung über die Frage, ob das Land aus der Finanzierung von S21 aussteigen soll ist entschieden: die Idioten liegen mit ca. 59:41 Prozent vorn..“

kommentiert hier „seriousguy“, der damit zeigt, wes Geistes Kind er und ein großer Teil der S21-Gegner ist. Wer nicht seiner Meinung ist, ist ein Idiot.  Damit allerdings bringt er auf den Punkt, warum es den Gegnern (auch) nicht gelungen ist, die Menschen (in ihrer Mehrzahl ja Idioten) zu mobilisieren und S21 zu verhindern:

  • Das Niveau der Baumschützer, Juchtenkäfer-Versteher und Grasflüsterer war so abwegig und  abenteuerlich, dass die meisten Menschen im Ländle sich am Schluß einfach dafür entschieden, den ruhig vorgetragenen und sachlich fundierten Argumenten der Bahn und der lokalen Politiker (Ulms OB Gönner etc.) zu folgen, anstatt mit Eiferern, die oft mit nahezu religiös anmutenden Attitüden den Stuttgarter Bahnhof zu einem Tempel hochstilisierten, zu stimmen.

Laut „serious guy“ leben wir offensichtlich in einer rechtlosen Gesellschaft:

„Und deshalb gibt es im politischen System Checks and Balances, Gewaltenteilung, Repräsentativorgane und eine „Vierte“ Gewalt, die – von Ausnahmen abgesehen – seit Jahren ebenso total versagt, wie jene Teile des politischen Systems, die eigentlich für Kontrolle, Ausgleich und Balance sorgen sollten.“

die zudem korrupt ist:

„Auch die Praxis des Schmierens [wird] „legalisiert“  wenn man duldet, dass reiche Länder sich Leistungen erkaufen können, die sie – wie den Tiefbahnhof – nicht brauchen, während andere Länder oder Regionen auf dringende Lösungen verzichten müssen.“

und wir Schwaben werden in der Scheiße waten:

„…und sein Leben von der täglichen Jauche und dem sich täglich verengenden Tunnelblick der S21-Mafia bestimmen lässt.“

mitsamt unserem zerstörten und finanziell ruinierten Ländle:

„Sich auch noch dauerhaft dem Schmerz der Niederlage zu überlassen, ist nur im Sinne der vermeintlichen Sieger, die in Wahrheit die Verlierer sind. Sie haben am Ende eine ruinierte Stadt und ruinierte Finanzen zu verantworten.“

Die Kommunardin Rosa Sconto belehrt uns dann, daß es gültige und ungültige Mehrheiten gibt:

„auch Tretboote verhindern bei einer geringen Beteiligung in einer Abstimmung nicht das sich unrepräsentative Mehrheiten bilden.“

Und dann kommt noch der „Gerosteiner“ mit seinem Rechenschieber:

„Bei 50%iger Wahlbeteiligung von „Volksabstimmung“ zu sprechen ist ja schon ein Widerspruch in sich oder ein Hohn, je nachdem. Wenn von den 50% jetzt 59% dafür sind, sind das etwa ein Viertel der Wahlberechtigten, also sind 25% dafür. “

Es wäre gut, wenn er dann weiter rechenschieben würde, daß gegen S21 dann nur etwa 20 % der Wahlberechtigten gestimmt haben…

Der Communarde Steuerknecht gibt ebenfalls sein Demokratieverständnis zum besten.

„Demokraten müssen Mehrheiten respektieren, auch wenn Idioten in der Überzahl sind!“

Ich rate sehr dazu, Demokratie ernst zu nehmen. Es gibt kein einziges Großprojekt in Deutschland, das besser demokratisch legitimiert ist als die Neubaustrecke Ulm-Stuttgart und der Stuttgarter Tiefbahnhof.

Uns Schwaben als Idioten zu diffamieren, die zu blöd sind, zu erkennen, wer die Weisheit mit Löffeln gepachtet hat und die sich selbst wie Lemminge in den finanziellen Ruin treiben und nicht erkennen, daß sie von einer machtgeilen Riege manipuliert werden, zeigt den Mangel an Demut, der diesen S21-Gegnern gut anstünde.

Und es zeigt auch, daß meine seit langem gehegte Furcht vor jeder Art von politischen und religiösen Eiferern wohlbegründet ist. Gottseidank werden wir nicht von „seriousguys, gerosteiners, steuerknechts und rosa scantos“ regiert.

Da hätten wir Schwaben nichts zu lachen.

Aber weil wir keine Idioten sind, haben wir solche schiefen Demokraten auch nicht gewählt.

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